(Michael van Laack) Morgen beginnt die UNO-Vollversammlung, die sich auch mit dem Thema Klima beschäftigen wird. Die Veröffentlichung der Oxfam-Studie (bisher nur in englischer Sprache im Netz) am heutigen Tag ist also kein Zufall. – Oxfam ist ein mehr oder weniger loser Verbund verschiedener NGOs und zudem in diversen UN-Kommissionen eng vernetzt. „Kämpfen Sie mit Oxfam für eine gerechte Welt. Ohne Armut.“

Neben dem Kampf gegen Hunger und Armut hat sich die Organisation selbstverständlich der Gendergerechtigkeit verschrieben. so ist z.B. Abtreibung für diese Humanisten eine Selbstverständlichkeit. Nun hat die Organisation eine Studie herausgebracht, die pflichtgemäß von den staatstreuen deutschen Medien bejubelt wird. Um zu erfahren, welche NGOs mit Oxfam verbandelt sind, muss man sehr tief graben und findet immer noch nichts konkretes. Die diversen nationalen Seiten geben nichts her, woraus sich ein Gesamtbild zeichnen ließe.

CO2-Verbrauch der Wohlhabenden einschränken

Die Studie liefert eine „Erkenntnis“, zu der man auch ohne eine wissenschaftliche Forschungsgruppe – die vermutlich nicht wenig Geld verbrannt haben dürfte, um die Seiten zu füllen – hätte gelangen können: Wer mehr Geld hat, reist mehr, kauft sich größere Autos, schafft sich mehr technische Helferlein an und konsumiert auch mehr bzw. höherwertige Lebensmittel.

Die reichsten 10 % der Weltbevölkerung (nach der Studie 630 Millionen Menschen, von denen 8,3 Millionen in Deutschland wohnen), seien zwischen 1990 und 2015 für mehr als 50 % des CO2Ausstoßes verantwortlich gewesen. Damit müsse jetzt Schluss sein. Die Reichen müssten nun hart beschnitten und ihrer exzessiven Konsummöglichkeiten benommen werden.

Kirche im 20. Jahrhundert: Maß halten! – Linke: Buuuh!

Als vor allem die römisch-katholische Kirche im letzten Fünftel des 20. Jahrhunderts vor Konsumismus warnte, reagierte nicht nur die deutsche Wirtschaft irritiert. Auch all jene, die schon damals links und grün dachten, griffen die Kirche an. Sie wolle den Wohlstand für alle verhindern, um so weiterhin einer kleinen Klientel dienstbar zu sein, nach dem Motto: „Ich halt sie arm, halt Du sie dumm!“

Nach dem Fall der Mauer, dem Zusammenbruch der Sowjet-Union und der Krise der Roten in Südamerika brauchten die gescheiterten Kommunisten und Sozialisten neue Betätigungsfelder und mit ihnen neue Schlüsselbergriffe. Lange haben sie gesucht und erst vor wenigen Jahren wurden sie wirklich fündig. Mit dem Schreckgespenst des in wenigen Jahren bevorstehenden Weltuntergangs ließen sich fast unbemerkt sozialistische Ideen und Ideologien aus anderen Bereichen in die Gesellschaft transportieren.

Konsumanreize abschaffen

Verantwortlich für die Klimakrise sei „eine Politik, die auf Konsumanreize setzt, immerwährendes Wachstum verspricht und die Welt ökonomisch in Gewinner und Verlierer spaltet“. Das Paradies des Arbeiter und Bauernstaats fußt auf den gleichen Prinzipien, auch wenn die Anreize anderen waren und sind. „Für den Konsumrausch einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis.“

Das sagen interessanterweise die Mütter und Väter jener Generation, die am liebsten mit dem Hubschrauber zur Schule gebracht würden, sich ein Smartphone ins Handgelenk implantieren lassen und aufwendig produzierte Tofu- und sonstige Soja-Matsche konsumieren möchten, die zwar wie ein Rinderfilet-Steak, ein Räucheraal oder eine Eierlikör-Torte aussieht und schmeckt, aber nur aus veganen Zutaten besteht. Jene Leute, die auf der einen Seite Brandrodungen beklagen (allerdings vermehrt erst, seitdem Brasilien nicht mehr links regiert wird), aber weltweit riesige Flächen gern abgeholzt und mit Windrädern versehen sähen. Jene Leute, die vor argentinischen Rindvieh-Biogasen warnen, aber Monokulturen fördern, um z.B. aus Mais Biogas zu gewinnen.

Klima- und Ungleichheitskrise gleichzeitig lösen

SUVs abschaffen, Flugverkehr drastisch reduzieren, Konsum in sämtlichen Bereichen massiv einschränken. Entweder durch künstliche Angebotsverknappung oder freiwillige Verkleinerung der Produkt-Palette durch Hersteller. Und gleichzeitig das Geld von Reichen nehmen, um es für den Klimaschutz der Armen einzusetzen. Vor allem in den Ländern, in denen weder Weiße noch Christen wohnen. Klingt doch gut, oder? Ob das die Generation FFF, deren Eltern nicht selten zu den reichsten 10 % in Deutschland gehören, goutieren wird? Weniger fliegen, weniger in Papas Auto von A nach B transportiert werden. Nicht mehr jedes Jahr ein neues Smartphone oder jeden Monat neue Schuhe und Bekleidung?

Fast Food Restaurants müssten auch geschlossen werden, wenn man konsequent wäre, denn das macht alles nur dick und krank. Die chemische Industrie vergiftet ja auch irgendwie alles. Und brauchen wir überhaupt so viele Medikamente? Sollten wir nicht im Sinne der Klimaverbesserung dem natürlichen Sterbeprozess – wie wir ihn noch im ansonsten sehr finsteren aber beinahe klimaneutralen Mittelalter sahen – wieder seinen freien Lauf lassen? Also zumindest in den Ländern der alten weißen Männer. Außer natürlich bei den Klimaretter-Regierungen und ihren treuen U30-Legionen, die uns selbstverständlich lange erhalten bleiben müssen, um die Rettung der Welt zu vollenden.

Wer benötigt schon Arbeitsplätze?

Frauen selbstverständlich wegen der Gleichstellung im Berufsleben und so. Aber sonst doch eigentlich niemand. Weniger Konsum, weniger Arbeitsplätze. Das macht doch gar nichts! Dann gehen – so der Wunschgedanke von Oxfam und seinen Freunden, die Kapitalisten endlich alle zum Teufel. Dann werden die Reichen endlich ärmer, wenn sie keine Firmen mehr haben. Und die Arbeiter, die ihre Jobs verlieren? Was machen wir mit denen? Auch dafür hat Oxfam schon eine Lösung parat. „Es werden Abermillionen neue Jobs im Bereich der Durchsetzung und Kontrolle der Klimagerechtigkeit entstehen!“ Na dann…

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.