(Michael van Laack) In den USA stirbt eine Richterin des Supreme Court, der obersten Instanz. Erstaunlicherweise beschäftigen ihr Tod und ihre Nachfolge deutsche Medien fast genauso intensiv, wie das Ableben des afroamerikanischen Kriminellen George Floyd. Warum ist das so?

Weil nun möglicherweise selbst eine Niederlage Trumps nicht den auch von der Bundesregierung und den deutschen Leitmedien erhofften Linksruck in den USA zeitigen wird. Vor allem nicht in „humanistischen“ Fragen.

Was hat man nicht alles getan in den vergangenen Monaten (und wird es auch bis zum Wahltag tun), um Donald Trump als Deppen, Sexisten, Betrüger, Lügner und/oder Diktator darzustellen und Joe Biden als den weißen Obama. Als einen neuen Messias, der die USA und mit ihr die ganze Welt binnen weniger Wochen aus der Knechtschaft des Rassismus und allem finsteren konservativen Denken herausführen wird. Ein US-Präsident, mit dem sich die Buntfaschisten in Brüssel und Berlin auf Anhieb verstehen und dem jeder auch in Corona-Zeiten den Bruderkuss a la Breschnew geben würde.

Bader Ginsburg: Vorbild für die SED 2.0

Die 1993 von Bill Clinton – der sich des deutschen Messias-Status unter seinem Schreibtisch selbst beraubte – auf Lebenszeit in den Supreme Court ernannte Richterin vereinigte alles in sich, was deutsche Journalist(inn)en und Politiker aller in Parlamenten vertretenen Parteien außer der AfD lieben: Radikal Links, Radikal feministisch, Radikal lebensfeindlich. Und antifaschistisch im Sinn unserer Kanzlerin. Wenn ein „Bulle brennt“, zunächst einmal fragen, wer ihn angezündet hat! War es ein Linksradikaler oder ein Moslem, ist das nicht schön, aber nicht zu ändern. War es ein Rechtsradikaler, sind umgehend verschärfte Maßnahmen zum Schutz „unserer Demokratie“ (also der politischen Religion der Merkelianer) zu ergreifen.

Sie befürwortete Abtreibung bis zum Schwangerschaftsende; eugenische Abtreibung auch bei kleineren körperlichen Behinderungen; die Erlaubnis zur Euthanasie durch Dritte (z.B. bei Entmündigten). Auf der anderen Seite setzte sie sich für die Abschaffung der Todesstrafe ein. Ein Paradoxon. – Gleiche Rechte für Frauen bedeuteten für sie: Grundsätzlich soll im Scheidungsfall der Mutter das Kind zugesprochen werden. Kann die es nicht erziehen, ab ins Heim. Männer seien allein nicht erziehungsfähig. Bei nicht verheirateten (außerehelich gezeugten Kindern) solle der „Erzeuger“ zwar zahlen müssen, aber kein Recht auf Umgang haben. – Auch die LGBTIusw-Community verehrte Bader Ginsburg sehr. Denn sie setzte sich dafür ein, dass homosexuelle Paare bei der Adoption bevorzugt werden sollten. Zudem verlangte sie eine queere Quote für alle Berufs-Bereiche oder Vereine.

Für Poppers „offene Gesellschaft“ eine Heilige!

Vieles von dem hat sie nie durchsetzen können, aber redundant gefordert und in Ansprachen wiederholt. Zweifellos aber war ihre Stimme bei Entscheidungen zu den oben genannten Themen am Supreme Court sehr gewichtig. Und auch an „Obamacare“, das im Krankenversicherungs-Bereich im Nachgang mehr Schaden angerichtet und Verunsicherung geschaffen als den Armen Erleichterung und Sicherheit gebracht hat, war sie maßgeblich beteiligt. Ein Grund mehr für unsere Schreiberlinge, ihren Tod zu betrauern. Zumal nun die reale „Gefahr“ besteht, dass Trump noch vor den Wahlen die Richterstelle auf Lebenszeit neu besetzt und somit auf viele Jahre eine deutliche konservative Mehrheit schafft, falls nicht einmal mehr der Sensenmann eingreift oder ein Richter freiwillig zurücktritt.

Alles, was der anständige, aufrechte, verzivilgesellschaftete Journalist sich nur wünschen kann, ist nun tot. Donald Trump will eine konservative Frau als Richterin berufen: Barbara Lagoa. Die Mehrheit im Senat ist ihm sicher. Diese Frau hält nichts von Spätabtreibungen, nichts von Eugenik und Selbstmord-Assistenz. Sie ist islamkritisch, hält Mann und Frau für gleichberechtigt, Väter für genauso wichtig wie Mütter. Auch die „Ehe für alle“ ist ihr ein Dorn im Auge. Sie ist keine ausdrückliche Befürworterin der Todesstrafe, möchte es aber bei der Hoheit der einzelnen Bundesstaaten belassen, ob sie die Todesstrafe abschaffen oder ggf. auch wieder einführen wollen.

Rassistisch und Rechts… Also böse wie Trump!

Den deutschen Medien und auch der Politik, die sonst – wie z.B. in der Migrationsfrage – eher nicht vom Ende her denken, ist schlagartig klar geworden: Der Linksruck, den Biden erreichen soll, könnte rasch zum Stillstand kommen. Denn in den USA dürfen Bürger nicht nur gegen Projekte und Gesetze eines republikanischen Präsidenten klagen, was sie in der vergangenen Legislatur auch ausgiebig taten. Nein – aus Sicht der deutschen Journaille selbstverständlich undemokratischer weise wären auch Klagen gegen Messias Biden möglich. Und die würden vermutlich am Supreme Court oft gegen ihn beschieden. Die Revolution dürfte also schnell ins Stocken geraten. Obamacare wird ohnhin bald Geschichte sein, denn ein Remis (4:4) bei Nicht-Neubesetzung vor den Wahlen bestätigt in den USA grundsätzlich ein vorinstanzliches Urteil. Und dieses wurde bereits gegen Obamacare gefällt.

Da Biden die Arbeitslosigkeit nicht in den Griff bekommen wird (das hat in den vergangenen 100 Jahren fast kein Democrat geschafft) und ihn Schwarze auch nur im Wahlkampf interessieren, braucht er andere linke Themen, um Erfolge aufzuweisen. Frauen- und Schwulen-Projekte wie auch die Förderung nichtchristlicher Religionsgemeinschaften dürften ihm bei der zukünftigen Besetzung des Courts kaum mehr gelingen. In other words: Ganz egal, ob Trump die Wahl gewinnt oder nicht, die linke Revolution dürfte endgültig abgesagt sein; es sei denn, man wagte das, was Trump als Absicht immer unterstellt wird: Einen Putsch gegen die Verfassung und ihre Strukturen. Wer plündernden, brandschatzenden und auch mordenden Mob unterstützt, wie es mit Biden zahlreiche Democrats tun, von dem wäre ein solcher Akt gewiss eher zu erwarten, als von einem Präsidenten, dessen „America First“ allen Bürgern gleichermaßen zugute kommt.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.