(Michael van Laack) Kommunalwahlen sind zweifellos nicht Eins zu Eins auf den Bund oder Landtagswahlen übertragbar. Zumindest in kleinen Kommunen orientieren sich Wahlentscheidungen häufig eher an Persönlichkeiten als Parteien. Die Kommunalwahl im einwohnerstärksten Bundesland der Republik kann dennoch gut als Indikator betrachtet werden, auch – vielleicht sogar primär – mit Blick auf die Bundestagswahl 2021.

Jung denkt und wählt eher Links. Das war schon in den vorgrünen 70ern so. Hätten seinerzeit nur die Studenten wählen dürfen, wäre die SPD in Bund und Land stets in den Bereich einer Zweidrittel-Mehrheit gelaufen. Man könnte sich also gelassen zurücklehnen, wenn man heute liest, dass Bündnis 90/Die Grünen zu einem Drittel von der Generation zwischen 16 und 25 gewählt wurde. Wäre da nicht eine CDU, deren zukünftige Bundesspitzen bereits heute ähnliche leckdienerische Signale gegenüber den Buntfaschisten abgeben, wie sie es in den vergangenen Jahren taten um die GroKo im Bund, den Scheindemokraten in Baden-Württemberg oder den Kommunisten in Thüringen an der Macht zu halten.

Laschet: Politik der Mitte hat sich bewährt

CDU und SPD – die GroKo nicht nur im Bund sondern in vielen NRW-Kommunen – hat einmal mehr verloren. Diesmal zusammen etwas über zehn Prozent. Beide haben ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei Kommunalwahlen in der ehemals bedeutendsten Kohle- und Stahlregion Westeuropas eingefahren. Und beide saufen sich die Wahl schön. In der abendlichen TV-Runde des WDR erklärte Laschet, es zeige sich, dass man mit einer „Politik der Mitte“ Erfolge erziele, während der SPD-Vertreter ausführte, es sei ja nicht so schlimm gekommen, wie in den Umfragen erwartet.

Was meint Laschet mit Erfolgen? Dass man in eher ländlichen Regionen die OB-Sitze fast im Schlaf verteidigt hat? Oder dass man in der Landeshauptstadt Düsseldorf möglicherweise von den in Serie geschossenen strategischen und kommunikativen Fehlern des amtierenden Oberbürgermeisters profitieren wird?

An den Grünen führt „kein Weg mehr vorbei“!

Für Laschet gewiss kein Problem. Als zukünftiger neuer CDU-Vorsitzender und Kanzler-Kandidat (dass er es wird, dürfte kaum mehr jemand anzweifeln, denn er hat die Protektion eines großen Landesverbandes und der drei „Überfrauen“ Merkel, AKK und von der Leyen) schwebt ihm ohnehin vor, die CDU weiter nach links zu führen. Dort erblickt er die Mitte. Machterhalt geht nur mit den Grünen. Diese haben gestern in allen Interviews, die das vor Siegesfreunde sich kaum mehr auf den Beinen halten könnende WDR-Fernsehen dem TV-Konsumenten bot, klar gemacht: Egal ob wir in einem Stadtrat mit 15 oder 35 % vertreten sind. Koalitionen gibt es mit uns nur, wenn die Politik der jeweiligen Kommune mindestens zu 80 % unseren politischen Vorstellungen entspricht.

Damit werden Laschets Damen und Herren in der Kommunalpolitik gut leben können. Denn sie sind es bekanntlich bereits seit Jahren gewohnt, dass dort, wo christlich und demokratisch drauf steht, auch gern mal etwas anderes drin sein darf. Die Machterhalt-Frage ist vom Bund über die Länder nun endgültig in die Kommunen durchgesackt. Um der Bürger Willen? Um der angegebenen Parteiziele willen? Das hat Angela Merkel ihren schwarzen Genossen in den vergangenen 15 Jahren bundesweit ausgetrieben.

Junge Generation: Bitte denkt für uns, liebe Grüne!

Ob Robert Habeck (der bestgetarnte Maoist Deutschlands), die zuerst schwallende und dann ihre Worte reflektierende Annalena Baerbock, ob die System-Changerin Luisa Neubauer oder die Christen verachtende Claudia Roth: Sie alle versprechen der jungen Generation ein (noch) besseres Leben in einer grüngoldenen Zukunft. Sie malen bunte Bilder im Stil der Zeugen Jehovas. Ein Paradies, in dem alle richtig Denkenden die Zukunft für sich und ihre Kinder (die allerdings ohnehin immer weniger junge Menschen zeugen möchten der „Karriere“ wegen) herrlich gestalten.

Klare Luft, reines Wasser, einheitliches politisches Gerechtigkeitsempfinden, so moralfrei wie möglich. Dazu eine Bevölkerung, die hinsichtlich der Ethnien und mindestens 51 Geschlechter die Verhältnisse der Weltbevölkerung abbildet. Alles wird „gerecht“. Die Sprache gendergerecht, die Arbeit leistungsgerecht bezahlt, alle selbstverständlich weiterhin in großer Menge zu produzierenden technischen Hilfsmittel tragen das Label „klimagerecht“. Deutschland, das CO2-neutrale Vorbild für die „One World“.

Ein ökologisch im Gleichgewicht befindliches Metropolis, in dem unendlich viele Ressourcen verbraucht werden, um den Wohlstand aller (außer selbstverständlich der Unanständigen) zu sichern und dennoch die Eisberge wieder wachsen und die Meere rein und klar werden zu sehen. Ebenso wird jeder sein Stück Biofleisch und sein Demeter-Ei auf den Tisch bekommen, ohne dass auch nur ein einziges Tier sterben müsste oder seiner Produkte beraubt würde. Das kann man ja alles künstlich erzeugen im klimagerechten Hightech-Germanien.

Sweet 16 redet von Freiheit, aber wählt die Unfreiheit!

„Wie gern wäre ich noch einmal jung!“ sagt sogar schon mancher mittelaltrige Mensch. Was mich betrifft, so wäre ich das eigentlich auch gern. Aber nicht unter den Bedingungen, nicht in dieser bundesrepublikanischen auf ein totalitaristisches System Kurs nehmenden Gesellschaft. Die jungen Menschen – ganz gleich ob Schüler oder Studenten – reden von Individualismus und verachten doch jeden, der anders denkt und lebt als sie. Ihre Frisuren und ihre Kleidung, die technischen Geräte die sie kaufen, die Musik und Filme die sie konsumieren… all das lassen sie sich mehr und mehr von einer politischen Klasse vorschreiben.

„Dieses Buch oder dieser Film enthält rassistische Elemente. Schau ihn Dir nicht an.“ „Diese Menschen kritisieren den Islam. Sprich nicht mit diesen Nazis.“ „Jene befürworten Atomkraft. Sie sind ein Feind der Zukunft!“ „Dein Freund oder Deine Freundin will eine klassische Familie gründen? Trenne Dich von diesen Rückständigen!“ „Du bist gegen Abtreibung? Weißt Du eigentlich, dass Du Dich damit gegen ein Menschenrecht stellst?“ „Du hältst nichts von Frauenquoten? Haben Dich Deine Eltern so genderfeindlich erzogen? Dann belehre sie eines Besseren!“

Grüne Fahnen flattern uns voran…

Ganz in ehrlich: Seit der Zeit des Nationalsozialismus und später im Unrechtsstaat DDR, an dessen organisatorischem Aufbau viele Alt-Nazis aus dem „mittleren Management“ beteiligt waren, hat es auf deutschem Boden keine junge Generation mehr gegeben, die massiver manipuliert wurde, als die heutige. Und sie ist – dass entsetzt mich am meisten – den Grünen und anderen dunkelroten Systemveränderern schon jetzt mindestens genauso dankbar, dass ihr der „Weg in die neue Zeit“ gewiesen wird, wie es einst die Mädels und Jungs von HJ, BDM und FDJ dem Führer oder dem ZK-Vorsitzenden waren. Denn sie erkennen nicht den Unterschied zwischen Demokratie und „unserer Demokratie“, die von der „Zivilgesellschaft“ in die Gesellschaft getrieben wird.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.