(Michael van Laack) Fast 150.000 Klicks allein auf youtube hat ein seit gestern verbreitetes Video von Miriam Hoppe mit dem Titel „Was Samstag 29.8. Berlin AUF KEINEN FALL PASSIEREN DARF“ erreicht. Auch auf anderen Plattformen geht es viral. Zahlreiche Abgeordnete der AfD auf Bundes- und Landesebene haben ihre Teilnahme an der Demo angekündigt, viele Mandatsträger der Partei teilen regelmäßig Miriam Hoppes Videos. Und auch manche Liberalkonservative zieht die Frau in den Bann, die deutlich weiter rechts steht, als Götz Kubitschek und Björn Höcke zusammen.

Miriam Hoppe ist blond, aber keineswegs dumm. Klug verbindet sie in ihren Videos Fakten mit (un)mäßig entstellten Wahrheiten, appelliert an jeden Einzelnen, seine Macht und Kraft dem großen Freiheits-Kollektiv zur Verfügung zu stellen. Sie modifiziert das „Du bist nichts, Dein Volk ist alles“ in „Du bist Dein Volk, drum stärke es!“. Hinzu kommen gut gesetzte, fast unaufdringliche und doch nachhaltig wirkende Trigger. Manches ihrer Videos transportiert in die Wohnzimmer sogar jene Atmosphäre, die Doris Fürstin von Sayn-Wittgenstein auf dem BPT der AfD erzeugte, als sie beinahe zur Bundessprecherin gewählt worden wäre. Was nicht verwundert…

Selbstüberschätzung und Aufruf zum Staatsstreich

Gleich zu Beginn der wie fast immer in Teilen vom Teleprompter (vermutlich vor sich auf dem Tisch) abgelesenen Ansprache an die Republik und das Volk heißt es, dass die „Querdenken“-Demo am kommenden Samstag alle 81 Millionen Menschen betreffen werde. Unwillkürlich fragt man sich: Warum? Und genau das soll auch erreicht werden. An dieser Stelle beginnt der Spannungsbogen, der 10 Minuten später einen üblen Höhepunkt erreichen wird.

Weiter heißt es: „Die Demo am 01.08. war ein wichtiges Zeichen für das gesamte Land, ganz Europa und sogar die Welt.“ Unwillkürlich fühle ich mich an den alten Größenwahn-Witz erinnert, in dem Adolf Hitler zum ersten Mal in kleiner Runde den Satz verlauten läßt: „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt.“ worauf Goebbels in seinen Terminkalender schaut und dann antwortet: „Können wir das nicht auf übermorgen verschieben, Adolf. Morgen ist nämlich mein Skatabend!“ – Vielleicht habe ich ja was verpasst, denn in den vergangenen Wochen habe ich kaum mehr jemanden in Deutschland über diese erste Veranstaltung reden hören noch gab es Beifallsstürme in anderen Staaten.

Millionen stehen hinter uns! Ein geschichtsträchtiger Satz!

Die Regierung habe „Angst vor uns“. Weil sie sich so sehr fürchte, habe sie die Millionen kleingeschrieben nach der ersten Demo. Tja… Dann folgt der obligatorische Aufruf, eine Querfront (oder vielleicht gar eine Volksfront?) zu bilden: Linke und Rechte, Liberale und Buntfaschisten. Compact- oder BILD-Leser, Muslime und Christen. Sie alle müssten sich nun vereinigen. Aber zu welchem Zweck und mit welchem Ziel?

Darüber lässt uns Frau Hoppe sehr lange im Unklaren. Zunächst folgen siebeneinhalb Minuten des üblichen Lamenti: Über Corona würde die Diktatur eingeführt (scheibchenweise selbstverständlich). Dass die politische Religion, die seit fast einem Jahrzehnt Schritt für Schritt eingeführt wird, letztendlich im Wesentlichen mit der EU-Geldpolitik, der Migrationspolitik (Pact of Migration) der Umweltpolitik und dem Kampf gegen christliche Moral und Soziallehre sowie gegen die Ethik des reinen Humanismus zum Endziel eines totalitaristischen Systems geführt werden soll… Davon kein Wort. Die Maskenpflicht und die eingeschränkte Versammlungsfreiheit, nur dagegen gälte es zu kämpfen. Auf dem Boden dieses einzigen Themas als Minimal-Konsens müsse der Widerstand wie ein Mann (oder eine Frau bzw. ein Diverses) stehen. Und noch einmal: Mit welchem Ziel?

Rücktritt der Bundesregierung und Systemwechsel

Ab 10:22 geht es dann los: „Wir dürfen unsere Zeit nicht verschwenden. Wir müssen am 29.08. deren [der Regierung] sofortigen Rücktritt fordern. Wir brauchen eine Übergangsregierung und müssen dann gemeinsam nach der Aufklärung des gesamten Volkes … und müssen dann gemeinsam, alle 81 Millionen entscheiden lassen, [auch die Kleinkinder?] wer das wirklich beste für uns will.“

Wir halten fest: Wir haben eine Regierung, die bereits heute ihr Volk in allen Belangen unterdrückt und ihrer Freiheit beraubt. Man könnte aus Sicht der Querdenkenden sogar davon ausgehen, Deutschland sei ein Gulag mit 80 Millionen Insassen. OK, fragt sich natürlich, warum dann diese Demo überhaupt stattfinden darf. Aber sei‘s drum. – Viel entscheidender: Warum sollte diese „Diktatur Merkel“ zurücktreten? Weil ein kleines Häuflein, dass unter Größenwahn leidet und bei der Zählung jeden Teilnehmer mindestens mit 50 multipliziert und deshalb der eigentliche Lügner bei der Größenangabe der Teilnehmer-Zahl am 01.08. war, das so wünscht? In Weißrussland demonstrieren wahrlich Millionen. Und selbst da bleibt der Diktator im Amt.

Schlimmere Feinde der Freiheit als Frau Merkel!

Und wer bitte soll die Übergangsregierung bilden? Soll vielleicht Frau Hoppe Innenministerin werden, die nicht einmal sauber vom Prompter ablesen kann? Man darf ohnehin vermuten, dass sie die Texte zu ihren Videos nicht selbst schreibt. Da dürfte vermutlich Jürgen Elsässer und sein kompetentes Journalisten-Team die Feder führen. – Dann stellt sich auch die Frage: Auf der Basis welcher Informationen soll dann das Volk entscheiden? Auf der Basis der Infos dieser Dame, die zwischen den beiden Triggern knapp acht Minuten nur Unbewiesenes von sich gibt und Fakten genauso scheut wie ARD und ZDF?

„Es ging nie um Corona. Es ging immer nur um die, wie Merkel selbst sagt, Installation der NWO. “ heißt es auf der Seite des Channels von Frau Hoppe. Das hat selbstverständlich nichts mit Verschwörungstheorie zu tun, oder? Wer Gruppen und Menschen wie Frau Hoppe unterstützt, wer gemeinsam mit ihr für Freiheit und Demokratie demonstriert, macht sich mit Leuten gemein, die neben ihrer Ansicht noch weniger andere Meinungen dulden, als die politisch Religiösen in der Berliner Blase.“

Schlimmste Feinde von Demokratie und Freiheit

Wer sich an die Seite dieser Leute stellt und mit ihnen zusammen für einen Regierungswechsel kämpft, der in Wirklichkeit ein Systemwechsel wäre, muss sich darüber klar sein: Sollte der Wechsel irgendwann einmal so gelingen, wird man niemandem mehr erlauben, eine von der neuen Regierung auch nur in einem Iota abweichende Meinung zu vertreten. Und Demos gegen sich ließe eine Querdenken-Regierung (die eher eine  sozialistische denn eine nationale und eben deshalb wahrhaft rechte wäre) definitiv nicht zu.

Ihr würdet alle am Galgen enden. Die ersten sollen ja schon aufgebaut sein! Und zwar für alle jene, die das Corona-Chaos in die Welt gebracht hätten, obwohl doch jeder wisse, dass es diese Krankheit überhaupt nicht gäbe, erlätert Miriam Hoppe in einem Video vom 23.08.20.

Appell an AfD-Mandatsträger

Viele Bundes- und Landtagsabgeordnete und noch mehr Kommunalvertreter wollen am Samstag in Berlin sein. Manche versprechen sich davon wohl auch bessere Listenplätze in ihren Landesverbänden bei der Aufstellung zur Bundestagwahl. Ein taktischer Fehler, der negative Folgen für die Gesamtpartei haben dürfte. Deshalb kann man nur allen empfehlen, sich nicht an der Demo zu beteiligen, sich nicht mit diesen Leuten zusammen ablichten zu lassen und auch niemandem ein Interview zu geben, der entweder der NWO-Szene zuneigt oder in Rubel bezahlt wird. Für die Partei wird die Presse vernichtend sein, wenn sie sich im Gefolge von Feinden unseres Rechtsstaats zeigt oder ihnen arglos nachplappert.

Appell an alle anderen

Wer an dieser Demo teilnimmt oder sie in den Netzwerken wohlwollend teilt, muss sich bewusst sein, dass er Organisatoren und Mitstreiter der ersten Reihe unterstützt, die kein freieres und demokratischeres Deutschland wollen. Die auch keine Gefahr in der Islamisierung sehen. Die von politischen Fragen so viel Ahnung haben, wie eine Schildkröte von der Gendertheorie. Diese scheinbare Querfront unterwandert die Freiheitsbewegung durch radikale nationalistische und sozialistische Kräfte. Nein, sie unterwandert sie nicht nur, sie führt mittlerweile in der Freiheitsbewegung das Wort. Eine feindliche Übernahme steht bevor. Wer die Querdenkenden-Front unterstützt, unterstützt die Feinde der Demokratie und des christlichen Abendlandes!

P.S.: Wem aufgefallen sein sollte, dass ich Miriam Hopes Nachnamen bis hierhin durchgängig falsch geschrieben habe? Tja… das liegt daran, dass aus meiner Sicht von dieser Frau keine Hoffnung für Deutschland ausgeht!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.