(Michael van Laack) Es gibt im politischen Betrieb Leute, die mag man weniger als andere. Das ist ganz normal. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unüberwindbare inhaltliche Differenzen oder persönliche Animositäten. Über Ralf Stegner allerdings kann man eigentlich nur sagen: Wem gefällt, was er auf Twitter oder anderen sozialen Netzwerken ablässt, dem wird auch warm ums Herz, wenn er Heinrich Himmlers Reden hört oder Dr. Joseph Goebbels Werk „Das eherne Herz“ liest.

Auf den ersten Blick sieht Ralf Stegners Twitter-Profil aus, wie das eines anständigen und aufrechten Politikers. Nicht erst, seitdem er es täglich mit Tweets der Seite „Auschwitz Memorial“ zupflastert. Auch seine morgendlichen Lied-Tipps sind ganz gewiss gut gemeint. Fast täglich aber sehen wir bei ihm auch Tweets der übelsten Sorte. Das Verächtlichmachen des politischen Gegners – mit Vorliebe selbstverständlich der AfD und Donald Trump, dem allem Anschein nach heimlichen Präsidenten unseres Landes mit Blick auf die Aufmerksamkeit, die ihm in unseren Medien zuteil wird. Heute hat er es wieder getan. Diesen Tweet habe ich zum Anlass genommen, ein paar Filetstückchen als abschreckende Beispiele zu präsentieren. Viel Hassrede finden wir in seinen Texten. Allerdings oft so gut verpackt und in den Subtext verschoben, dass man sich sicher sein kann: Ein gelehriger Schüler mancher Nationalsozialisten und Kommunisten unseligen Andenkens. Ein Kopist der Schande!

Keine AfD-Deppen ins Parlament!

Solche Hashtags liebt Ralf Stegner. Den politischen Gegner herabsetzen ist ein von ihm zur Perfektion getriebenes Hobby. Das (un)mäßige Entstellen von Wahrheiten beherrscht er wie kein zweiter im politischen Deutschland.

Andreas Kalbitz – dessen Mitgliedschaft aufgehoben wurde – benutzt er nun, um die Partei insgesamt als einen rechtsradikalen Schlägertrupp darzustellen. Nach dem bewährten Prinzip aller Linksfaschisten verallgemeinert er auch hier. „Die“ Polizei hat ein Rassismus-Problem, „die“ Bundeswehr ist von Rechtsradikalen durchsetzt, „die“ AfD-Mandatsträger prügeln sich auf den Parlamentsfluren.

Vielleicht sollte „Pöbel-Ralle“ (ein meiner Ansicht nach seiner Boshaftigkeit nicht gerecht werdender Spitzname) bei Gelegenheit mal die SPD-Mandatsträger erwähnen, die auf den Fluren des Bundestags und mancher Landesparlamente vor AfD-Abgeordneten ausspucken  oder „Hier riecht es schon wieder nach dunkelbrauner Gülle“ in den Rücken rufen. Was nutzt es, Auschwitz-Tweets zu teilen, wenn man Menschen verächtlich macht wie die Nazis die Juden vor der Machtergreifung?

Alles nicht strafbar, was der Herr Stegner so von sich gibt. Allerdings deutlich aus einer tieferen Schublade gezogen als die Aussagen jener, deren Bundestagsreden er als Müll bezeichnet. Was würde wohl passieren, wenn z.B. Philosophia Perennis auf FB oder Twitter schriebe: „Wenn Ralf Stegner seinen ewig gestrigen neo-kommunistischen Müll absondert, wird manchem so übel, dass er einen Installateur zur Reinigung rufen muss, nachdem er mehr gekotzt als gegessen hat.“ Bei Ralf Stegner fällt selbstverständlich alles unter Meinungsfreiheit. Beschwerden über seine Tweets sind nutzlos, weil auf seinem Schreibtisch eine kleine Figur von Frau Kahane – der Schutzgöttin aller Linken Netzwerk-Hetzer – steht.

Donald Trump, die Vogelscheuche

Wonach sich Ralf Stegner wohl sehnt? Vielleicht nach einer Verewigung als Graffiti auf der Berliner Mauer? OK, dazu müsste man diese erst wieder aufbauen. Doch wenn man liest, wie durchgängig positiv Stegner die Parteilinke um Kühnert und Esken kommentiert und wie groß seine Schnittmengen mit der Linkspartei sind, wäre dies wohl ein angemessener Ort für die Verewigung seines Abbildes. Und da die neue Mauer um Deutschland zweifellos länger würde, fände sich gewiss auch mühelos ein Plätzchen für sein Konterfei.

Manchmal hat er auch Humor… irgendwie!

„Wir sind die Guten!“ Diese Verortung auf der Seite des Lichts reicht Typen wie Stegner zweifellos auch aus, um Biographien zu vernichten. Wer etwas nicht ideologie-konformes öffentlich sagt, dem darf man Lohn und Brot nehmen. Wer das anders sieht, dessen „intellektuelles Wohlbefinden“ scheint aus dem Gleichgewicht geraten zu sein. In other words: Er ist dumm! Da helfen auch die Augenzwinker-Smileys nicht mehr!

Unzählige ältere Beispiele auf diesem Niveau ließen sich liefern. Aber immer wieder den gleichen Verbal-Unrat lesen zu müssen, ermüdet. Deshalb schließe ich diesen kurzen Artikel mit einer Kommentarspiegelung. Die wird Ralf Stegner zwar auch nicht dazu bewegen, sein übles diskreditierendes Spiel auf teilweise tiefem sprachlichen Niveau (vielleicht kann er ja auch kein höheres erreichen) zu beenden. Aber eventuell wird dieser Tweet ihm in einer stillen Stunde bewusst machen, wie ehrabschneidend und verletzend er häufig schreibt. Er, der lupenreine Demokrat, ein norddeutscher Führer der Zivilgesellschaft, ein Anführer des Aufstands der Anständigen.

Ach ja, ein Schlussgedanke noch: Wenn es Ihnen tatsächlich nur um die Bekämpfung mit friedlichen Mitteln geht, warum ist Ihnen dann die Antifa in Deutschland und in den USA nicht unsympathisch, Herr Stegner? In diesem Sinne: Bessern Sie sich oder lassen sie es. Am Niedergang Ihrer einst stolzen und wirklich sozialen Volkspartei wird das ohnehin nichts ändern!

Und falls sich jemand (oder vielleicht sogar Herr Stegner selbst) über den Goebbels-Vergleich in Bild und Text ereifern sollte… Cool down!

Unsere Antwort seinerzeit darauf:

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.