(Michael van Laack) Ob „Neger“, „Zigeuner“, „Mohr“, „Linksfaschist“ oder auch längere Phrasen wie „Greta Thunberg, das psychisch auffällige Kind“. Facebooks Bots grasen – gefüttert mit einer Blacklist „unsagbarer Begriffe“ – die Postings der User ab und sprechen Zeit- oder Funktionsstrafen wegen „Hassrede“ aus.

Manchmal geschieht das allerdings auch manuell. So müssen sich z.B. nur einige Bundestagsabgeordnete der Linkspartei darüber beschweren, dass man die „Kommunistische Plattform“ als demokratiegefährdend bezeichnet hat. Schon löscht und „bestraft“ ein Mitarbeiter gehorsam die Feinde der Anständigen und Aufrechten. Viele User sind schon Opfer dieses kranken Systems geworden, dass nicht mehr auf Inhalte schaut, nicht auf den Kontext, sondern aus der Verwendung eines Begriffs schließt, es handle sich insgesamt um Menschenverachtendes oder Herabsetzendes. Der Autor dieses Artikels wurde z.B. vor fast drei Jahren für 30 Tage gesperrt, weil er sich in einem Bild-Posting über Joseph Goebbels lustig machte. Für den Bot war klar: Goebbels ist abgebildet. Das ist ein Nazi-Posting. Berufung zwecklos!

Reitschuster jüngstes Opfer – 24 Stunden erst der Anfang!

Selbstverständlich sind es nicht nur konservative oder sogenannte „rechte Blogger“, Trump- und/oder Putin-Freunde und konservative Multiplikatoren, die mit maßlosen und unberechtigten Strafen belegt werden. Aber im Verhältnis sind es auffällig viele. Vielleicht auch, weil wir uns den sprachpolizeilichen Vorgaben, die mit dem Segen der Bundesregierung (anders ist das nicht zu erklären) von den Leitmedien in die Gesellschaft getrieben werden, nicht unterwerfen. Mit dem Segen der Bundesregierung sage ich, weil sie sonst in öffentlichen Erklärungen ab und an „Stop“ rufen würde. Sei es bei der Jagd auf vom Rassismus durchsäuerte Straßennamen oder eben on der Diskussion um Zigeunerschnitzel. Nun hat es also auch Boris Reitschuster getroffen:

Aber wofür? Für die Zigeuner-Soße? Den Zigeuner-Baron? Oder hat man vielleicht J. Strauss mit William Strauss verwechselt, dessen Zyklus-Theorie Steve Bannon sehr schätzt, der ja mal ein enger Vertrauter von Trump war? Ist vielleicht gar schon die kontextlose oder  unkritische Erwähnung gewisser Personen als Hassrede auf der Blacklist bei Facebook zu finden?

Schrittweise Abschaltung oppositioneller Kräfte

Wir wissen es nicht! Was wir aber sicher wissen: Dies ist kein „Einzelfall“, auch nicht die „Spitze eines Eisberges“. Es gehört mittlerweile zur guten „demokratischen Tradition“ diverser Plattformen, im Staatsauftrag reichweitenstarke oppositionelle Medien abzuschalten. Dabei geht man freilich sehr subtil vor. In China oder Weißrussland würde einfach der Account gelöscht und die dahinterstehende Person verhaftet. Facebook hat sich ein eigenes über jeglichem Gesetz stehendes Rechtssystem geschaffen. So etwas wie ein Bußgeld-Katalog. Diesen nutzen die Merkelianer, um durch freundliche Hinweise oder hin und wieder auch mal leise Drohungen Facebook auf Regierungslinie zu bringen.

Die Methode ist schnell erklärt. Von der harmlosen „Du kannst drei Tage lang nichts mehr kommentieren“-Sperre bis zum Warnhinweis, dass der Account beim nächsten Verstoß gegen die „Gemeinschaftsstandards“  unbefristet gesperrt oder gelöscht wird, ist der Weg nicht weit: Hier mal ein „Zigeunerschnitzel“ und dort ein „Neger“ im Satz. Hier ein Bild vom niederländischen Nikolaus-Begleiter Swarte Piet, dort eine Kritik an der Bundesregierung mit dem Hinweis, deren gemeinsamer Weg mit der EU könne in den Totalitarismus führen. Sehr schnell kann man da zehn Verstöße gegen die sogenannten Standards angezeigt bekommen. Diesen ohne Rechtsbeistand zu widersprechen, macht keinen Sinn, weil zumeist derselbe Bot oder Mitarbeiter, der die „Strafe“ ausgesprochen hat, sie auch überprüft.

Auch das Profil des PP-Admins ist mittlerweile gefährdet

Der Autor dieses Artikels hat den Weg schon hinter sich, der Boris Reitschuster vermutlich in den nächsten Monaten bevorsteht. Kleine Strafe addierte sich auf kleine Strafe wegen völlig belangloser Postings auf ähnlichem Niveau wie dem des Reitschuster-Postings. Es folgten Shadow-Bans, also die unangekündigte aber an den Zugriffszahlen gut ablesbare Reichweiteneinschränkung beim Posten der Blogartikel. Und dann kam der massive Schlag:

Corona ist rassistisch: Infektionsrisiko für „Neger“ dreimal höher!

Er hat „Neger“ gesagt!

Dieser Artikel wurde gepostet und vom Autor zwölfmal geteilt. Mehr Zeit bleib ihm nicht. Dann kamen binnen sechs Stunden zwölf Strafen für zwölf Hassrede-Artikel. Eine aufaddierte Sperre von 42 Tagen und die Androhung, beim nächsten Verstoß innerhalb von 365 Tagen das Profil stillzulegen. Deshalb habe ich das Profil in gewisser Weise bereits abgeschrieben, rechne täglich mit seiner Löschung. Wie auch immer! Ganz egal, ob Boris Reitschuster, David Berger oder Michael van Laack auf Facebook. Egal, ob Neverforgetniki auf Twitter oder Tim Kellner auf Youtube. Wir alle sind zum Abschuss freigegeben. Je weniger von uns es gibt, umso besser für die Buntfaschisten. Deshalb bin ich auch der festen Überzeugung, dass unser Staat sich in der weiteren Entwicklung nicht damit zufriedengeben wird und aus seiner Sicht auch nicht darf, uns unter unseren Namen in den sozialen Netzwerken abschalten zu lassen. Denn wir könnten ja unter alias irgendwo fleißig weiterstricken oder uns z.B. auf das für die EU unkontrollierbare VK zurückziehen.

Wenn die Sache richtig ins Rollen kommt – ich gehe davon aus, das dürfte zeitnah nach Merkels scheinbarem Rückzug 2021 der Fall sein – wird der politischen Altparteien-Klasse nichts anderes übrigbleiben, als Biographien zu vernichten. Wie man das in anderen Zielgruppen effektiv macht, zeigen die Beispiele Uwe Barschel und Christian Wulff. Bisher wurden solche Methoden nur auf die großen Widersacher angewandt. Doch das Internet hat alles verändert. Es ist eine „Waffe“, die auch in der Hand der Opposition liegt. Bekanntlich darf außer der Staatsmacht niemand Waffen außerhalb des Vereins-Hobbys einsetzen. Es sei denn in Notwehr. Und die würde man uns vor keinem Gericht zubilligen.

Eine Bitte und eine Befürchtung

Deshalb abschließend die Bitte an unsere Leser, aber auch jene von Reitschuster und all den anderen, die vielleicht nur mal zufällig bei uns vorbeischauen: Lasst Euch nicht verunsichern. Irgendwann werden sie beginnen, Euch Lügen über uns zu erzählen. Irgendwann werden sie uns unsere Plattformen nehmen. Aber sie müssten uns schon in Isolationshaft nehmen oder töten, bevor wir aufhörten, davor zu warnen, dass die Bundesrepublik Deutschland Schritt für Schritt auf dem Weg in den Totalitarismus geführt werden soll!

Nimm den Menschen alle ihre Rechte auf einmal und sie werden dich hassen. Nimm sie ihnen in kleinen Schritten, gib ihnen zwischendurch immer neue Feindbilder und begründe all deine Entscheidungen mit Warnungen vor einer Spaltung der Gesellschaft… und sie werden dich lieben! Mache das so lange, bis sie keine Rechte mehr haben. Und du wirst sehen: Sie verlangen nicht mehr nach Rechten, denn sie werden vergessen haben, was das ist! In ihren Köpfen ist dann ein Satz fest verankert: Du bist nichts, Dein Volk ist alles! Alles schon mal dagewesen…

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.