(Michael van Laack) Gestern war es mal wieder so weit. Merkel traf mit Greta Thunberg zusammen, dem weiblichen biblischen Moses und David in einer Person, der Kämpferin für das wahre, gute und schöne Linke. Ihre Entourage bildete Luisa Neubauer und einige andere Millionärskinder, die schon aufgrund ihrer Erziehung befehlsgewohnt sind. Das haben sie der Kanzlerin voraus, die das Befehlen nach ihrer Erziehung in einem kommunistisch-protestantischen Haushalt erst mühsam lernen und sich durch die politischen Kader nach oben arbeiten musste, bevor sie in Helmut Kohls Visus gelangte.

Im Gepäck hatten die Engel der Klima-Apokalypse diesmal allerdings nicht nur ihre altbekannten vagen Forderungen, sondern den am 16. Juli veröffentlichten „Open letter and demands to EU and Global Leaders“, den offenen Brief an die Regierungschefs der EU und – wenn man so will – den Rest der Welt. Unterzeichnet von zahlreichen Hypermoralisten, anderen Situationsethikern und Multimillionären aus der Musik-, TV- und Bücherbranche, z.B. Leonardo di Caprio, Ben Stiller oder Naomi Klein.

Systemwechsel gefordert – Blutvergießen eingepreist?

Ein guter Freund von mir schrieb wenige Tage nach dem Erscheinen des Mahnschreibens auf Facebook:

Habe soeben den Brief von Greta Thunberg, Luisa Neubauer und einigen Anderen an die EU gelesen. Ich kann bei aller Anteilnahme am ökologischen Ziel nicht umhin zu bemerken, dass jetzt im Hinblick auf die Abschaffung von Demokratie und Rechtsstaat die Karten auf dem Tisch liegen. Der entscheidende Absatz ist der drittletzte, und wenn die Verfasserinnen ihn zu Ende gedacht haben, ist Blutvergießen in großem Stil einkalkuliert.“

Ob die Verfasserinnen alles zu Ende bzw. vom Ende her gedacht haben, lassen wir mal dahingestellt. Zumindest bei Frau Thunberg dürften manche Greta-Flüsterer am Werk sein. So frei wie möglich und so wortgetreu wie nötig übersetzt lautet dieser drittletzte Abschnitt:

Wenn wir die Klimakatastrophe verhindern wollen, müssen wir ermöglichen, Verträge aufzulösen und bestehende Vereinbarungen zu widerrufen. Und zwar in einem Ausmaß, das wir uns heute noch nicht einmal vorstellen können. Solche Maßnahmen sind allerdings innerhalb des heutigen Systems politisch, wirtschaftlich oder rechtlich nicht möglich.“

Demokratie und Vielstaaterei hemmt die Rettung der Welt

In einer Demokratie können viele Rechtswege ausgeschöpft werden. Es kann also Jahre dauern, bis ein Vertrag tatsächlich unwirksam wird oder Genehmigungen für bahnbrechende Erfindungen der Alternativenergie-Industrie patentiert werden. Vor allem aber störend ist, dass es viele verschiedene Nationen und somit Regierungen gibt. Denn jede ist nur auf ihren Vorteil bedacht. Es muss also ein Systemwechsel her. Alle Grenzen müssen fallen, alle Regierungen unter eine Oberhoheit gestellt werden, die Legislative, Exekutive und Judikative zugleich ist. Aus welchem Personenkreis diese Institution rekrutiert werden soll, lässt sich nur vermuten, oder?

Tja, und wenn nun die anderen alle nicht so wollen, wie Greta und die Ihren, an deren Lippen immer noch viele mächtige Player der EU hängen? Vermutlich folgt dann sowohl innerstaatlich als auch international das „Und willst Du nicht mein Klima-Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein.“

Nüchtern betrachtet ist der Ruf nach einem Systemwechsel auf jeden Fall – das kann man wenden wie man mag – die Forderung, um der Weltrettung willen so schnell als möglich (denn 2030 soll ja schon alles zu spät und der Kipp-Punkt erreicht sein) demokratische Strukturen entweder massiv aufzubrechen oder eben die Elite diese politischen Religion an die Macht zu bringen. Dann ist es bis zum reinen Totalitarismus – der immer die ursprünglichen „religiösen Ziele“ aufgibt – sobald seine Herrschaft sich verfestigt hat, nicht mehr weit.

Merkel laviert und ist doch solidarisch

„Beide Seiten waren sich einig, dass die Erderwärmung eine globale Herausforderung ist, bei deren Bewältigung den Industriestaaten eine besondere Verantwortung zukommt.“ Hieß es lapidar in einer Erklärung der Bundesregierung nach dem Treffen. Das heißt zunächst einmal alles und auch nichts. Da absehbar ist, dass die EU (als hauptsächlich Deutschland und Frankreich) weder mit den USA noch China, Russland oder Indien auf absehbare Zeit einheitliche Vereinbarungen werden schließen können und die Rezession durch Corona und andere Faktoren auch uns bald hart treffen dürfte, scheint die Gefahr des Systemwechsels vorläufig gebannt.

Scheint… Denn: Sollten in den USA die „Demokraten“ gewinnen, Deutschland ab September 2021 von einer schwarz-grünen oder rot-rot-grüne Regierung geführt werden und Macron auf die ultralinken Parteien bei einer Regierungsbildung angewiesen sein. Und sollte der chinesische Markt zusammen mit dem arabischen die Gunst unserer Schwäche nutzen und in unseren Ländern massiv weiter aufkaufen, was das Zeug hält…

Die Stunde der Systemwechsler

Alles nicht unwahrscheinlich! Dann würde die Stunde der Systemwechsler schlagen. Und man täusche sich nicht, wie schnell das ablaufen könnte. Die Medien liegen in vielen der bedeutenden Staaten offen oder verdeckt in der Hand der jeweiligen Regierung, viele Unternehmen (Global Player) genießen Subventionen und sonstige Sonderbehandlung… Und die Kirchen sind nicht nu in Deutschland auf dem Weg, die christlichen Moral- und Soziallehren in eine theistische staatskonforme neue Form zu gieße…

So sind alle Voraussetzungen erfüllt. Die Geschwindigkeit des Systemwechsels könnte noch über jener nach Hitlers Machtübernahme liegen. Der musste zunächst den Tod Hindenburgs abwarten und die lästigen Olympischen Spiele, bis er richtig loslegen konnte. Drei Jahre würde es diesmal nicht dauern, denn der Boden ist bereitet. Gebe Gott, dass es anders kommt.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.