(Michael van Laack) Während die CDU allerorts darauf bedacht ist, niemanden für ein politisches Mandat zuzulassen, der auch nur jemanden kennt, der einen deutschen Schäferhund besitzt oder regelmäßig Zigeunerschnitzel isst, stellt die Partei in Gelsenkirchen mit Ilhan Bükrücü erneut einen Freund des türkischen Diktators Recep Tayyip Erdogan und Leugner des armenischen Genozids auf, der bereits seit der letzten Kommunalwahl im Rat der Stadt sitzt. Und das, obwohl sie nicht erst seit einigen Tagen vor diesem Mann gewarnt wird.

Wenn ein AfD-Mitglied Cem Özdemir kritisiert, kommen stets die üblichen Verdächtigen aus ihren Twitter- oder FB-Account-Löchern, rufen „Hassrede“ oder „Ausländerfeindlichkeit“ und stellen sich „schützend“ vor den Grünen-Politiker, der mal wieder von der „zutiefst nationalsozialistischen Partei“ attackiert wurde. Bükrücü hingegen, der schon seit vielen Jahren regelmäßig Özdemir attackiert, blieb weitgehendst unbehelligt, obwohl bereits vor mehr als drei Jahren auch einer breiteren Öffentlichkeit klar wurde, dass er eng verbunden ist mit Fatih Zingal, dem Mitgründer der UETD, einer Lobby-Organisation von Erdogans AKP in Europa.

Sogar Türken gaben seit Jahren Hinweise an die CDU

Deshalb ist die Aufregung in jenem Teil der türkischen Community in Deutschland, die im Gegensatz zu Merkel und ihrer Entourage nicht Männchen vor Erdogan macht, sehr groß:

Als Christ kann man die CDU nicht mehr wählen

Das freilich ficht die CDU in Gelsenkirchen (und vermutlich auch anderswo) nicht an. Der „Ruhrpott“ ist bunt und so bedarf es bunter Kandidaten. Außerdem werden mehrere Stadteile Gelsenkirchens, Duisburgs und anderen Ruhrgebietsstädten bereits von türkischen, libanesischen und sonstigen arabischen Clans beherrscht. Will man Erfolg haben, müssen Kandidaten her, die das Vertrauen dieser Zielgruppen haben. Und wer dürfte das in höherem Maß besitzen als Leute vom Schlag eines Ilhan Bükrücü.

Bisher hieß es aus der Sicht mancher Christen: Für mich ist neben den Grünen und anderen Linken die CDU nicht mehr wählbar wegen ihrer zunehmend liberalen oder gar christenfeindlichen Haltung z.B. zu Abtreibung, Euthanasie, Islamophilie oder „Ehe für alle“ und dem mit letzterer eng verknüpften neuen Familienbild. Nun verwendet – in diesem Fall zwar berechtigt und dennoch mehr als überraschend – der Grüne Cem Özdemir die Causa Bükrücü als Argument, warum man als Christ zumindest in Gelsenkirchen die CDU nicht mehr wählen könne.

Nur Holocaust-Leugnung strafbar

Aus verschiedenen Gründen wagt man es in Deutschland nicht, die Leugnung des armenischen Genozids unter Strafe zu stellen. Zum einen fürchten viele vollständig irrational, dass dadurch die „Einmalig es Holocausts“ gefährdet und der begangene millionenfache Mord an den Juden nur noch als eines unter vielen großen Menschheitsverbrechen gesehen würde. Zum anderen würde ein solches Gesetz zu mehr als nur diplomatischen Problemen mit der Türkei führen. Man braucht Erdogan als Flüchtlingsverhinderer und fürchtet zudem Unruhen in der lupenrein demokratischen türkischen Community Deutschlands, falls die Gesetze verschärft würden.

Wohl auch deshalb stellt es für die CDU in Gelsenkirchen kein Problem dar, dass eines ihrer Ratsmitglieder Morde und Vertreibung von Christen leugnet. Ist nicht strafbar und somit total easy. – Während Angela Merkel vor etwas mehr als zwei Jahren in Eriwan das Genozid-Mahnmal besuchte, teilte Bücrücü auf Facebook eine Petition „Völkermord-Vorwürfe an die Türkei sofort annullieren!“ und sorgte dafür, dass zahlreiche Profile von Türken in Deutschland mit Hassreden Erdogans zu diesem Thema bespielt wurden.

Und die CDU? Als sie vor Jahren von alldem erfuhr erfuhr, zuckten die Verantortlichen wie auch heute wieder lediglich mit der Schulter. So what? Außerhalb der AfD steht jeder deutsche Politiker fest auf dem Boden der Demokratie! Und Meinungsfreiheit ist ein Gut, dass man allen außer den Rechten für ewig und in jeder Form gewähren muss.

Die CDU schweigt und genießt seine Radikalität

Wenn eine „bunte“ Querfront an Menschen in Berlin gegen die Corona-Restriktionen protestiert, sind das selbstverständlich mehrheitlich rechte Spinner, die eine Gefahr für Deutschland darstellen. Dass Bükücrü Verschwörungstheorien zu diesem Thema teilt, die auf eine Zusammenarbeit von Deutschland und Großbritannien hindeuten im Bemühen, die Alten und Schwachen durch Corona auszurotten? Noch einmal: So what? Meinungsfreiheit über alles!

Auf der anderen Seite mag das Verhalten der Partei dadurch entschuldigt werden können, dass der Kommunalpolitiker sehr viele Tweets und Postings in türkischer Sprache setzt und sich kein vertrauenswürdiger Übersetzer finden lässt… Wie auch immer! Sicher ist: Bükücrü ist kein Einzelfall. Im Umgang mit Muslimen hat die CDU ein großes Defizit. Im „Kampf gegen Rechts“ (wobei immer noch undefiniert ist, gegen wen oder was gekämpft wird, welche Haltungen also unter den Oberbegriff „Rechts“ fallen), sucht sich die Partei viele falschen Freunde, sowohl in linksradikalen als auch ultramuslimischen Milieus. Damit mag sie kurzfristig Erfolge erzielen können, auf mittelfristige Sicht wird es sie verderben und auch die letzten Christen aus ihr vertreiben.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.