(Michael van Laack) Tue Gutes und rede darüber! Diesem Grundsatz folgt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche seit seinem Amtsantritt. Gut, edel, aufrecht und anständig ist es seiner Auffassung nach, dass die Kirchen ein Rettungsschiff chartern, um alle, die von der libyschen Küstenwache nicht daran gehindert werden konnten, aus „Seenot“ zu retten und möglichst in sichere deutsche Häfen zu bringen. Wie lange soll das Projekt laufen? „Bis das Problem gelöst ist!“ sagt der Bischof.

Er sei dankbar, erklärte der Bischof gestern in einem ZDF-Interview, dass das Schiff endlich auslaufe. Ermöglicht worden sei dies vor allem durch die große Spendenbereitschaft der Zivilgesellschaft (gemeint sind mit diesem Codewort in der Regel linksliberale Christen, Grüne, Sozialisten, Kommunisten, Antirassisten und Antifaschisten). Diese hätten ein unübersehbares Zeichen der Barmherzigkeit gesetzt usw. usf.

Bischof entsetzt, dass Küstenwache Seenot verhindert!

Man lasse die traumatisierten Kriegsflüchtlinge nicht in Schlauchboote steigen und gewähre ihnen auch nicht, den Versuch zu unternehmen, das Mittelmeer zu durchschwimmen. Stattdessen schicke man sie in Kriegsgebiete oder wirtschaftliche Not zurück. Damit müsse endlich Schluss sein. Man müsse den Flüchtlingen ermöglichen, aus Seenot gerettet zu werden.Tja, Herr Bedford-Strohm… Das kann freilich nur gelingen, wenn man den Schleppern erlaubt, die Sozialstaatsanwärter in nicht hochseetaugliche Boote zu setzen.

Solche Nebensächlichkeiten sind für seine bischöfliche Gnaden selbstverständlich irrelevant. Statt der Zurückweisung durch die Küstenwache und das Militär an Land sollte die mehrheitlich junge männliche Mittelschicht verschiedener Herkunftsländer am Strand so lange gut betreut werden, bis ein staatlich organisierter Shuttle-Service kultursensibel und gendergerecht den Transport nach Westeuropa garantieren könne. Im Idealfall selbstverständlich nach Deutschland.

Täglich würden Hunderte ertrinken, weil aktuell keine Rettungsschiffe mehr vor der Küste kreuzten. Eine Schande nennt der Bischof diesen Zustand. Es sei Aufgabe aller Staaten, jeden aus Libyen oder von wo auch immer nach Europa zu holen, der das wünsche.

Auslaufen des Kirchenschiffes afrikaweit angekündigt

Hoffentlich überschätzen die Flüchtlinge und die Schlepperorganisationen nicht die Geschwindigkeit, mit der die Sea-Watch 4 das Meer zu durchpflügen vermag. Sonst könnten einige schon ertrunken sein, bevor sie ankommt. Und hoffentlich verbreitet man auch in sämtlichen Sprachen, dass das Kirchenschiff nicht 5.000 Menschen gleichzeitig aufnehmen kann. Denn wer den Glauben an die wunderbare Brotvermehrung nicht besitzt oder verloren hat, sollte auch nicht auf die wunderbare Kapazitätserweiterung vertrauen

Solche nebensächlichen Überlegungen sind für Bedford-Strohm selbstverständlich kein Thema. Dass man sich in eine kriminelle Kette mit den Schleppern einbindet… So what? Um der Barmherzigkeit und des Humanismus willen müssen Opfer gebracht werden. Wichtig ist, dass die Kirchen wieder systemrelevant werden. Und das kann – wenn überhaupt – nur geschehen, wenn diese Institutionen sich redundant zu Erfüllungsgehilfen jener politischen Entscheider in der EU und Deutschland machen, denen „Buntheit“ alles ist. Folglich zu Adlaten jener Führer, Parteien und Organisationen, die eine mit immer mehr islamischem und schwarzem Leben durchsäuerte pseudo-multikulturelle (zunächst nur christen- später auch religionsfreie) uniforme Gesellschaft als Endziel haben.

Moria und andere Flüchtlingslager auflösen

Menschenunwürdig (da hat er recht) seien die Lebensbedingungen im griechischen Moria. Deshalb müsste dieses Flüchtlingslager aufgelöst werden. Am besten gleich alle Lager. Auch die in der Türkei, Syrien, Libyen usw. Alle diese Flüchtlinge hätten das Recht auf sozialstaatliche Optimal-Versorgung in unseren „sicheren Häfen“, jenen Städten, die sich in den vergangenen Monaten dazu erklärt haben.

Dass einigen Bundesländern verboten worden sei, neue Flüchtlinge aufzunehmen, bezeichnet Bedford-Strohm als skandalös. Solange es Flüchtlinge auf dieser Erde gibt, werde ein breites Bündnis dafür sorgen, dass diese in Deutschland Kost und Logie bekämen. Eigentlich sei schon der Transport nach Deutschland staatliche Aufgabe, aber die Kirchen zusammen mit 550 (!) auch in Deutschland tätigen Organisationen würden die Aufgabe der Zuführung gern übernehmen. Und: Sollte sich die Politik widersetzen, werde man mit dieser breiten zivilgesellschaftlichen Basis (und wohl auch der Medienmacht) erreichen, was erreicht werden müsse. In Deutschland dürfe niemand mehr abgewiesen werden, der aus dem Meer gefischt wird oder in Flüchtlingslagern auf bessere Zeiten an anderen Orten hofft.

Bis zum bitteren Ende!

Am Schluss des Gesprächs stellte der Bischof klar: Es gab im Vorfeld zwar auch Kritik, aber die müsse ignoriert werden. Die Mehrheit der Gesellschaft wolle, was die Kirchen gemeinsam mit zahlreichen anderen Organisationen jetzt umzusetzen begännen. Deshalb werde dem Projekt auch niemals das Geld ausgehen. Und das ist – auch wenn der Bischof es nicht ausspricht – das Wichtigste an der ganzen Sache neben dem Effekt, sich auf Kosten anderer als barmherziger Samariter gerieren zu können!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.