(Michael van Laack) Nach Angaben des ZDF werden die „Hochkant-Videos“ immer beliebter, in denen dem geneigten Konsumenten in 120 bis 180 Sekunden die Welt erklärt wird. Gestern ging es in der Denkbetreuung um die Frage: Wie dringend ist es geboten, „rassistische“ Begriffe und Bilder aus Kinderbüchern zu tilgen. Die Bildungsexperten Karim Fereidooni und Josef Kraus kamen zu Wort. In einer Frage waren sie sich einig. Kinder müssen rassismus-sensibel gemacht werden.

Das N-Wort darf nicht mehr ausgesprochen werden, weshalb die beiden Herren die in ihren Statements auch nicht taten. Nein, liebe Leser – es geht nicht um den Begriff „Nazi“, der bekanntlich mittlerweile zu Diskriminierungskeule geworden ist, mit der man auf alles und jeden schlägt, der in Fragen wie Migration, Islam, Klima- oder Gendergerechtigkeit eine Meinung vertritt die nicht Konsens ist. Will heißen, die nicht der Meinung jener Parteien entspricht, die schon länger als die AfD hier sind.

Sie wagen nicht, den Begriff „Neger“ auszusprechen!

Karim Fereidooni ist Juniorprofessor für „Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung“ an der Ruhr-Universität Bochum mit den Forschungsschwerpunkten „Rassismus-Kritik in pädagogischen Institutionen“, „Schulforschung und Politische Bildung in der Migrationsgesellschaft“ und „Diversitätssensible Lehrer*innenbildung“. Ich nenne solche Leute Sprachhygiene-Nazis.

Ihr Forschungszweck besteht zumeist darin, dass eigene Wertesystem und das ganz persönliche Bild von der idealen (zumeist sozialistischen) Gesellschaft wissenschaftlich als das einzig richtige zu belegen. Fereidooni ist folglich eines jener Schatten-Gewächse in der angeblich freien Forschung, die den Staatsauftrag haben, nicht ergebnisoffen zu forschen, sondern die Richtigkeit der Dogmen der jeweiligen politischen Religion nachzuweisen.

Fereidooni fordert Umerziehung durch Begriffstilgung

Der Begriff „Neger“ habe in Kinderbüchern nichts verloren. „Je mehr rassistische Wörter im Umlauf sind, je mehr das scheinbar Normale nicht problematisiert wird, desto eher lagern sich solche rassistischen Wissensbestände bei den Kindern ab. Und ich glaube, dass es dazu führt, dass Kinder die Problematik nicht erkennen.“ Soll heißen: Wenn Kinder nicht wissen, dass wir der Ansicht sind, Neger sei ein rassistischer Begriff, werden sie über das Wort gedankenlos hinweglesen und gar nicht merken, dass es ein rassistischer Begriff ist. Schlimmstenfalls werden sie ihn dann, wenn sie ihn in den Mund nehmen, nicht einmal rassistisch meinen, sondern als Bezeichnung für einen negroiden (schwarzen oder dunkelhäutigen) Menschen. Das freilich wäre der Supergau aus Sicht aller Antirassisten.

Der Vertreter der sogenannten „Gegenmeinung“ – Josef Kraus, ehemaliger Präsident des Deutschen Lehrerverbandes – wünscht nicht die Tilgung des N-Wortes, wagt aber auch nicht, Neger“ auszusprechen. Er vertritt die Ansicht, man solle in älteren und ganz alten Kinderbüchern, die heute noch Schulstoff seien oder zumindest von Kindern gern gelesen würden, das Wort stehen lassen. Nur dann könne man den Kindern klar machen, dass sie es zwar lesen, aber nicht aussprechen dürfen und es sich um ein böses Wort handelt. Kraus vertritt dankenswerterweise allerdings auch die Ansicht, dass ein Dominoeffekt eintreten könne und eine Streichungsflut, wenn man einmal angefangen habe.

ZDF liefert unabsichtlich peinliches Beispiel

Man habe in den vergangenen Jahren – lässt das ZDF per Einblendung die Leser wissen – schon große Anstrengungen unternommen, um „diskriminierende Begriffe“ aus Kinderbüchern zu tilgen. So habe doch tatsächlich früher in Ottfried Preußlers „Die kleine Hexe“ gestanden: „Wie kamen die beiden Negerlein auf die verschneite Dorfstraße?“ Sprach- und kultursensibel habe man „Negerlein“ durch „Messerwerfer“ ersetzt.

Tja, wollen wir mal hoffen, dass nicht zu viele Erwachsene das Kinderbuch selbst noch einmal lesen, sich daran erinnern, dass dort früher „Negerlein“ stand und deshalb „Messerwerfer“ mit „Messermännern“ gedanklich verbinden. Eine gewiss von allen Anti-Rassisten so nicht intendierte Rückkopplung.

A-Wort, B-Wort, C-Wort usw.

Auf jeden Fall sollte man vor allem Kinderbücher über Ponyhöfe oder auch vielleicht auch Rin Tin Tin bearbeiten und den Begriff „Rasse“ adäquat ersetzen. Denn wir wissen bekanntlich alle, was DIE Antifa, DEN Islam und DIE Rasse verbinden: Alle drei gibt es eigentlich gar nicht!

Aber auch der Begriff „Afrika“ und auch „Afrikaner“ sollten gestrichen werden. Bekanntlich ist das ein ausgrenzender Begriff. Meint „Africa“ das Kernland des Reichs von Karthago auf dem Gebiet des heutigen Tunesiens. Sind sich die Kinder bewusst, dass sie einen Begriff verwenden, der Exklusivität beanspruchen kann? Und ist Exklusivität nicht für sich genommen automatisch rassistisch? Kann man also guten Gewissens das A-Wort noch benutzen?

Auch der Begriff „Bier“ ist hochproblematisch: Können wir es verantworten, dass Kinder in Büchern lesen: „Lauras Papa trinkt heute am Abend mit seinen Arbeitskollegen ein Bier in der Gaststätte!“? Machen wir die Kinder nicht durch häufige Verwendung des Begriffs neugierig? Verringern wir so nicht ihre Hemmschwelle, das Getränk beizeiten zu konsumieren? Führen wir am Ende gar unsere Jugend in die Sucht, wenn wir ihr in der Kindheit ermöglichen, dass B-Wort zu lesen?

Den anständigen und aufrechten Kindern gehört die Welt

Oder „Christus“ – verbirgt sich hinter diesem Namen nicht ein Absolutheitsanspruch? Während Mohammed sich bekanntlich nur als dienender Prophet verstand, beanspruchte der Zimmermann aus Galiläa für sich, Gottes Sohn zu sein. Er setzte Regeln fest, an die sich alle zu halten hätten, um friedliches Zusammenleben zu ermöglichen. Das hat doch was mit Zwang zu tun, also mit Unterdrückung! Sollte in Büchern außerhalb der Kinderbibel noch das C-Wort stehen dürfen? Sollten Kinderbibeln überhaupt noch erlaubt sein, zumal da ja auch fast nur alte weiße Männer abgebildet sind?

Setzen wir den Kindern durch die häufige Nennung des Namens dieser Person in Texten Grenzen in ihrer eigenen Entwicklung? Können wir guten Gewissens zulassen, dass Begriffe, die nicht religionsneutral (nur auf das Christentum bezogen versteht sich, alles andere wäre ja rassistisch) sind, in Büchern stehen, die Kinder lesen dürfen? Gehören Kinderbibeln nicht auf den Index jugendgefährdender Schriften?

Fragen über Fragen…

Es gäbe noch so viele Begriffe, die entfernt werden müssten, damit unsere Kinder behütet und geborgen aufwachsen und aus ihnen aufrechte, anständige, klimaneutrale und gendergerechte lupenreine Demokraten werden können. Denn das Schlimmste, was unserer Generation passieren kann: Dass unsere Kinder es wagen, sich ein eigenes Bild von diesem und jenem zu machen. Schließlich ist unsere Generation die Endentwicklungs- und Endlösungsgeneration. Unsere Moral und Ethik ist die finale Version der Geschichte der Menschheit. Wer das nicht begreift, ist ein Rassist und Nazi! Punkt!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.