(Michael van Laack) Seit dem „Tag der Freiheit“ in Berlin hat sich auf beiden Seiten die Tonlage noch einmal deutlich verschärft. Ein weiterer Spalt, der sich durch unsere Gesellschaft zieht, auch wenn bei der Größe der beiden Lager ein viel deutlicheres Ungleichgewicht besteht als z.B. in der Frage der Migration oder der Energiewende. In seinem heutigen „Guten Morgen, Deutschland“-Kommentar äußert sich der Bundessprecher der AfD – Prof. Dr. Jörg Meuthen – besorgt über diese Entwicklung und warnt u.a. vor einer Verlagerung der Debatte ins Wahnhafte und Abstruse.

„Corona-Leugner“ oder „Covidioten“ – Strategisch leider clever fassen mittlerweile zahlreiche Politiker und Haltungsjournalisten unter diesem Oberbegriff alle Bürger zusammen, die sich kritisch mit den Corona-Maßnahmen und möglichen Folgen beschäftigen. Leicht gemacht wird ihnen das Geschäft allerdings durch jene kleine Minderheit, die im Schatten der ernsthaft um unsere Freiheit besorgten Gründer von Vereinen oder Organisatoren von Großveranstaltungen Theorien aufstellen und in die bereitstehenden Kameras sprechen. Medien und Politik ist es dann ein Leichtes, zigtausende besorgte Bürger unter den Generalverdacht der Geistesgestörtheit zu stellen. Danach können sie sich mühelos einem Diskurs in der Sache entziehen, denn im TV sieht man ja: Alles nur Spinner!

Neuer Höhepunkt der Polarisierung

Ein „historisches Datum“, ein „Wendepunkt der deutschen Geschichte“, „das Ende Merkels“. So beurteilten manche am Wochenende den Status der Demo in Berlin. Ob sie all das darstellt, wird die Zukunft erweisen. Sicher aber ist, dass viele vor allem nach dem Abbruch durch die Polizei von den alternativen Medien vor die Kameras und Mikrofone gezerrten Protagonisten die Tonlage verschärft haben. Sehr zur Freude der MSM, die so ihr Feindbild komplettieren konnten.

Jörg Meuthen schreibt:

„Liebe Leser, der Zustand unseres Landes, ganz konkret die Art der Auseinandersetzung in der Frage des richtigen Umgangs mit dem Coronavirus, gibt Anlass zu tiefer Sorge.

Die ungeheure Polarisierung, die bereits in den letzten Wochen an allgegenwärtigen Schuldzuweisungen spürbar war, steigerte sich am vergangenen Wochenende zu einem (zumindest vorläufigen, hoffentlich aber endgültigen) unerfreulichen Höhepunkt.

Der Auslöser war die allseits bekannte Demonstration in Berlin gegen die teilweise drastischen Maßnahmen zur Beschränkung der bürgerlichen Freiheitsrechte aufgrund der Corona-Pandemie.

Und bereits hier, beim Begriff der Corona-Pandemie, geht die Auseinandersetzung los: Von dieser Seite der Polarisierung ist nämlich mitunter sogar zu hören, dass es überhaupt kein Coronavirus gebe, sondern dass dies vielmehr eine Erfindung der Regierenden sei, um die Bürger in ihren Rechten einzuschränken.“

Es gibt keinen Corona-Virus? Ja dann…

„Ist es tatsächlich denkbar, dass rund um den Globus Regierungen gänzlich unterschiedlicher Couleur, von Demokraten bis Diktatoren, zum gleichen Zeitpunkt gleichgerichtete Maßnahmen und unter dem gleichen ,Deckmantel‘ ergreifen, um ihre Bürger willkürlich einzuschränken? Kann es sein, dass sich China, die USA, der finster regierte Iran und zugleich sein demokratischer „Todfeind“ Israel, auch Deutschland und so viele andere Länder zu einem solchen Weltkomplott gegen die jeweils eigenen Bürger verabredet haben?“

Mit Verlaub, aber jeder, der diese Plausibilitätskontrolle allen Ernstes bejaht, sollte tatsächlich besser seinen Geisteszustand überprüfen lassen, anstatt in der Öffentlichkeit das Wort zu ergreifen – und sei es nur, um Journalisten krude Thesen in die bereitwillig hingehaltenen Notizblöcke zu diktieren.“

Diese Worte von Jörg Meuthen bedürfen keiner inhaltlichen Ergänzung. Allerdings ermöglichen sie eine Konklusion: Wenn uns wirklich daran liegt, unsere Freiheit zu verteidigen, müssen wir uns öffentlich distanzieren von Leuten, die solche Theorien aufstellen. Was diese Leute postulieren, fällt auf uns zurück. Kein sachliches Argument wird man von uns hören wollen, wenn wir solche Typen weiterhin in unserem Windschatten dulden. Sichtbare Distanzierung in Wort und Schrift ist dringend geboten.

Es geht um die Wahrung bürgerlicher Freiheitsrechte

Meuthen weiter:

„Wer dagegen sagt, dass es überhaupt nicht um ein vermeintliches Weltkomplott gehe, sondern um die Wahrung bürgerlicher Freiheitsrechte, welche frühere Generationen zum Teil über Hunderte von Jahren mühsam (und nicht selten mit hohem Blutzoll!) erkämpfen mussten, und dass jede Einschränkung dieser Freiheitsrechte einer exakten staatlichen Begründung bedarf, die man bei den Maßnahmen der Regierung häufig vermisse, den darf man seitens Politik und Medien keinesfalls diskreditieren, sondern ein solcher Bürger muss mit seinen Bedenken (und vielleicht auch Ängsten) ernst genommen werden.“

Und eben dieses „ernst genommen werden“ können wir nur erreichen, wenn wir uns – man verzeihe mir diesen Ausdruck oder auch nicht – vom Bodensatz trennen. Von jenen, die nur ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Die in Kameras lächeln und ihre widersinnigen Theorien in Kameras sprechen, um ihr nächstes Buch besser verkaufen zu können oder auf ihrem monetarisierten Blog die Kassen klingeln zu lassen. Für sich wohlgemerkt, nicht für Deutschland!

Saskia Esken – Prototyp der Doppelmoralisten

Wir wissen nicht sicher, wen die SPD-Vorsitzende im Blick hatte, als sie von „Covidioten“ sprach. Mag sein, dass sie zunächst jene Gestalten im Blick hatte, über die der AfD-Sprecher zu Beginn seines Kommentars berichtete. Tatsächlich treffen wollte sie selbstverständlich die ganze Bewegung und alle Kritiker der Corona-Maßnahmen. Es handelt sich um eine Diskreditierungskeule, die – wie zu fürchten steht – auch Wirkung erzielt hat:

„Kaum jemand bringt die politische Doppelmoral in Deutschland genauer auf den Punkt als SPD-Chefin Saskia-Esken – wenn auch unfreiwillig. Am 6. Juni, nachdem 15.000 „Anti-Rassismus“-Demonstranten in Berlin jegliche Corona-Beschränkungen ignorierten, sich in drückender Enge versammelten und Gewalt gegen die Polizei ausübten, zeigte sich Esken auf Twitter begeistert: „Zehntausende Demonstranten zeigen überall in Europa #Solidarität für #BlackLivesMatter und protestieren friedlich gegen #Rassismus und #Polizeigewalt – Danke! Auch wenn #Corona uns zum Abstandhalten zwingt: Wir stehen zusammen und bekämpfen die rassistische #Diskriminierung.“

Rund zwei Monate später, in Zeiten deutlich geringerer Infektionsraten, legte Esken völlig entgegengesetzte Maßstäbe an die „Querdenken 711“-Demonstration in Berlin gegen Corona-Maßnahmen, bei der in ähnlicher Weise gegen die Auflagen verstoßen wurde. Sie schrieb auf Twitter: „Tausende #Covidioten feiern sich in #Berlin als ‘die zweite Welle’, ohne Abstand, ohne Maske. Sie gefährden damit nicht nur unsere Gesundheit, sie gefährden unsere Erfolge gegen die Pandemie und für die Belebung von Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft. Unverantwortlich!“

Polarisierung schadet unserem Vaterland unermeßlich!

„Beide Seiten der Polarisierung müssten eigentlich in Anbetracht der Entwicklung der letzten Tage erkennen: So geht das nicht mehr lange gut in Deutschland.

Warum ist es beiden Seiten nicht möglich, die Positionen der jeweils anderen Seite anzuhören, selbige nicht vorzuverurteilen (und auch nicht medial diskreditieren zu lassen), um schließlich zu einer mittigen Position der Vernunft zu gelangen?

Genau das hat doch unser Land nach dem Zweiten Weltkrieg jahrzehntelang ausgezeichnet und uns wieder Wohlstand und Ansehen in der Welt gebracht, und deshalb muss die Orientierung an der Vernunft zurückkehren.

Das heißt konkret: Wer für seine Freiheitsrechte und gegen Maßnahmen der Regierung demonstrieren will, der soll dies tun, unter Einhaltung der Regeln – zugleich möge er nicht so tun, als stünde das ganze Volk hinter ihm. Auch das Hinterfragen der eigenen Position mithilfe der ein oder anderen Plausibilitätsüberlegung mag hilfreich sein.

Das heißt aber eben auch, und zwar in Richtung der Regierenden: Die Bürger dieses Landes sind freie Menschen, und alle Maßnahmen, die diese Freiheit einschränken, müssen immer verhältnismäßig sein.“

Mehr Miteinander nur, wenn beide Seiten sich bewegen!

„Es ist genau diese Doppelmoral, die auch schon in der oben erwähnten Aussage von Frau Esken deutlich wurde: Nur das, was einem noch in den Kram passt, wird akzeptiert, alles andere wird gnadenlos kleingehalten und unterdrückt.

Ist das das Land, in dem wir in Zukunft MITEINANDER leben wollen? Alle Verantwortlichen, die diese Frage verneinen, mögen über ihr Tun nachdenken – und es durch die Rückkehr zur Vernunft ändern.

In Anbetracht der sehr bedrückenden Situation möchte ich auf meine sonst übliche Schlussformel verzichten.“

Ich habe den Morgengruß hier nur in Auszügen geboten. Unter der in der Einleitung angegbenen Verlinkung ist der vollständige Text zu finden. Entscheidend ist die Botschaft: Die Alternative für Deutschland lässt sich nicht instrumentalisieren. Sie steht auf der Seite der Freiheit. Sie verteidigt gemeinsam mit den Bügern diese Freiheit. Die AfD wirbt für ein Miteinander, für Diskurs, für mehr Sachlichkeit und für ein Deutschland, in dem zwar jeder sagen kann, was er mag, aber nicht tun und lassen!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.