(Michael van Laack) Nachfolgende Überlegungen wird nur der Übelmeinende als allgemeinen Aufruf zum Kirchenaustritt verstehen. Der Artikel zeigt lediglich die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit innerhalb der Institution auf und verdeutlicht, dass der Austritt aus der Kirche nicht gleichbedeutend sein muß mit dem Abfall vom Glauben bzw. der Ablehnung der Dogmen und Lehren jener Kirche, deren Oberhaupt in Rom sitzt. In Rom wohlgemerkt, nicht in Bonn oder Berlin!

Manches Mahnwort haben wir auf diesem Blog an Bischöfe und Institutionen innerhalb der römisch-katholischen Kirche Deutschlands gerichtet. Stets haben wir wie die Väter des von der deutlichen Mehrheit der heutigen Berufstheologen vergewaltigten Texte des II. Vatikanischen Konzils vor jenem falschen Irenismus gewarnt, an dessen Ende nur die vollständige Auflösung der Lehre würde stehen können. In diesen Tagen sieht es danach aus, als behielten wir recht. Das stimmt uns eher traurig als fröhlich!

Das Maß ist voll

Für den Autor dieses Artikels ist es nun an der Zeit, zu gehen. Er kann nicht länger Mitglied einer Institution bleiben, die systematisch unter dem Deckmantel des Humanismus und der Verwendung von Worthülsen wie „Lebenswirklichkeit“ alles verrät und/oder verändert, für das unsere Vorfahren ihr Blut hinzugeben bereit waren oder an das sie zumindest bis zum letzten Atemzug fest geglaubt haben. Diesen Artikel verstehe ich als Akt der Sichtbarmachung der Trennung des gemeinschaftlichen Bandes zwischen der sich nur noch zu Zwecken des Erhalts der Kirchensteuermittel und anderer staatlicher Subventionen „römisch-katholisch“ nennenden Institution und mir.

Der formale Akt des Kirchenaustritts vor einem kommunalen Beamten besagt nur, dass man nicht mehr bereit ist, die Institution finanziell zu unterstützen. Manch einer verlässt die Kirche, weil er nicht mehr an Gott glaubt. Andere, weil sie „von ihrem Mitgliedsbeitrag nichts haben“. Wieder anderen ist die katholische Kirche nicht „modern“ genug. – Was mich betrifft, so verlasse ich diese Kirche, weil ich römisch-katholisch bleiben möchte. Die Mehrzahl des Episkopats und des Klerus will das nicht.

Die Haltung gegenüber dem Islam und seinen Kritikern

Seit 1.400 Jahren unterdrücken Muslime überall dort, wo sie herrschen, Andersgläubige. Ich muss das alles hier nicht noch einmal aufzählen. Muslime glauben nicht, dass Christus der Sohn Gottes war, sie bestreiten seine Gottsohnschaft, sie halten uns für Menschen zweiter Klasse, mit den Juden seinen wir ihre „bevorzugten Diener“. Auch in der Gegenwart sehen wir Christenverfolgung durch Muslime weltweit. Und wir sehen, dass sie auch dort, wo sie in der Minderheit sind, versuchen, ihre Rechte über die der anderen zu stellen. Ebenso, dass sie bereit sind, ihre Ansprüche mit Gewalt durchzusetzen.

In der römisch-katholischen Kirche gilt mittlerweile jeder, der auf alle diese Umstände hinweist, als „unchristlich“. Auch wer die Unterschiede in den Glaubenslehren betont, wird als „islamophob“ verfemt. Ebenso, wer darauf hinweist, dass es nicht der gleiche Gott sein kann, der Christus der Maria als Sohn Gottes verkündete und der dem Mohammed erläuterte, Gott habe keine Kinder und deshalb sei Christus lediglich ein Prophet, den man falsch verstanden habe. Stattdessen fordern immer mehr Bischöfe, Priester und Verbände dazu auf, gemeinsam mit den Muslimen zu beten, ihre Feste mit ihnen zu feiern, oder ihretwegen auf Alkohol und Schweinefleisch bei kirchlichen Veranstaltungen zu verzichten, zu denen sie eingeladen werden.

Einer Kirche, die Christus mit seinen Feinden gleichsetzt und die Unterdrückung von Millionen Gläubigen interreligiös hinweglächelt, will ich nicht mehr angehören.

Das Säen von Glaubenszweifeln (Homilie und Katechese)

„Die meisten Priester vor dem Konzil [1962-1965] haben von den Gläubigen verlangt, dass sie unkritisch das glauben, was in der Bibel steht. Diese Zeiten sind Gott sei Dank seit langem vorbei“. So eröffnete vor einigen Jahren ein Priester am Niederrhein seine Weihnachtspredigt. Er steht für die überwältigende Mehrheit des römisch-katholischen Klerus – ich sage immer 80 % – die nicht mehr glauben, dass die Bibel wahr ist. Sie verkünden, dass Gott nicht der Erschaffer des Universums sei. Denn den Urknall habe er bekanntlich nicht initiiert. Er sei erst nach dem Urknall „erschienen“. Der Mensch sei ein Zufallsprodukt der Evolution. Als Gott merkte, dass er da war, dachte er sich: „Toll, denen kann ich was beibringen. Die verstehen mich!“

Die Sintflut habe nicht stattgefunden heißt es. Die Plagen Ägyptens, so es sie denn überhaupt gegeben habe, seien Naturphänomene gewesen. Die Flucht der Israeliten vor den Ägyptern sei Teil einer sumerischen Erzählung, die Teilung des Meeres eine Illusion. Gott habe Moses nicht die Zehn Gebote in Steintafeln geschrieben, folglich fand auch der Tanz um das goldene Kalb nicht statt. Das gesamte Prophetentum danach bis hinauf zu Christus sei also auf einer frommen Erzählung aufgebaut. Die zehn Gebote hätte ein Autorenkollektiv formuliert, um ein Mindestmaß an Ordnung und Disziplin in die Gesellschaft zu bringen.

Christus? Fast ein Mensch wie Du und ich!

Selbstverständlich sei kein Engel der Maria erschienen. Denn Engel gäbe es gar nicht. Auch sie seien aus älteren Mythen entliehene Bilder. Unbefleckte Empfängnis sei absoluter Quatsch, die Jungfrauschaft biologisch unmöglich. Gott (wie erinnern uns: das ist der Typ, der nach dem Urknall „entstanden“ ist) habe gewissermaßen den vorehelichen Sohn von Josef und Maria adoptiert und legitimiert. Da Gott sich nicht über Naturgesetze stellen oder sie verändern kann (denn sie waren ja schon vor ihm da) können wir auch getrost viele andere Erzählungen der Bibel abhaken: Z.B. den Stern von Bethlehem.

Auch hat Christus keine Wunder gewirkt, wissen uns viele Bischöfe, Priester und Laientheologen in der Seelsorge oder an der Uni zu berichten. Kann er ja gar nicht. Denn auch er untersteht den Naturgesetzen. Wasser in Wein? Unsinn! Er ist doch kein Zauberer. Heilung von Blinden, Stummen, Aussätzigen und Tauben? Medizinisch unmöglich. Alle diese Erzählungen sind nur Bilder für irgendetwas. Die Auferweckung des Lazarus? Der war doch nur scheintot. Und als die Apostel Christus auf dem Berg sahen, wo er ich u.a. mit Moses unterhielt, brannte ihnen entweder die Sonne zu heiß auf den Pelz oder sie hatten zu viel Wein konsumiert.

Auferstehung gab es! Sonst wären wir ja unseren Job los!

Das einzige, was bisher kaum einer dieser Berufschristen angefasst hat, ist die Auferstehung Christi. Denn damit bräche die Kirche zusammen. Es gäbe keine Messe mehr zu feiern und keine Botschaft zu verkünden. Vermutlich haben die Naturgesetze da mal eine Ausnahme gemacht und Gott erlaubt, seinen Adoptivsohn aufzuerwecken. Die ganze Erzählung davor über seine Festnahme, Verspottung, das Urteil des Pontius Pilatus, den Kreuzweg, die späteren Erscheinungen gegenüber Maria Magdalena und den Aposteln, die Himmelfahrt und das Pfingstfest? Das freilich sind entweder ahistorische Erzählungen oder eben Ereignisse, die nicht stattgefunden haben können, z.B. weil es keine Kraft gibt, die einen Menschen in den Himmel auffahren lässt.

Es gibt allerdings mittlerweile auch schon so genannte Seelsorger, die behaupten, es sei gar nicht wichtig, ob Christus wirklich auferstanden sei. Wichtig sei nur, dass er täglich in den Herzen der Gläubigen neu auferstehe. Vermutlich, damit sie nicht auf die Idee kommen, Kirchensteuer zu zahlen sei eine sinnfreie Aktion. Insgesamt also wird seit Jahrzehnten durch Klerus, Pastoralreferenten und ehrenamtliche Katecheten die „Altgläubigkeit“ abtrainiert.

Einer Kirche, deren Bischöfe, Priester und Altardiener den Glauben an die Wahrheit der Evangelien bestreiten und mindestens indirekt zur Bestreitung verführen, will ich nicht mehr angehören.

Das Negieren kirchlicher Lehre und Tradition

Die Unterwerfung unter den Zeitgeist (oder besser philosophische und politische Ideologien) wächst täglich. Obwohl das Lehramt (die Päpste) mehrfach erklärt hat, der Kirche sei es nicht möglich, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, leihen zahlreiche deutsche Bischöfe seit mehreren Jahrzehnten radikalen feministischen Laien ihr Ohr. So zum Beispiel der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, deren Synkretismus und Traditionsfeindlichkeit unübersehbar ist, liest man ihre Publikationen oder auch ihre Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken. Ebenso sozialistischen Befreiungstheologen, die sich mit der ANTIFA einig sind, es bedürfe eines Systemwechsels. Sowohl im Staat als auch in der Kirche.

Ebenso greift die Mehrzahl des deutschen Episkopats und Klerus den Zölibat an. Sex – das wichtigste Gut der hedonistischen Konsumgesellschaft noch vor Cheeseburgern und Bier – verträgt sich nicht mit den hohen Anforderungen der Enthaltsamkeit und Ehelosigkeit.

Das Wesen der Kirche soll verändert werden

Darüber hinaus hat sich die Haltung zur Homosexualität derart verändert, dass homosexuelle Seilschaften in fast alle Diözesanstrukturen eindringen konnten, so dass Ephebophile und Pädophile in weitaus größerer Zahl als vor den „Reformen“ präsent sind und die Kirche von einem Skandal in den nächsten stürzen. – Auch findet eine Entwertung des Ehesakraments statt. Diese äußert sich zum einen in der Forderung, auch gleichgeschlechtlichen Paaren zu erlauben, sich das Sakrament der Ehe zu spenden – zum anderen darin, dass das „Bis das der Tod Euch scheidet“ verworfen bzw. zur Option werden soll. Die andere Möglichkeit müsse sein, mehrfach kirchlich zu heiraten nach einer Scheidung. In mancher Pfarrei werden mittlerweile bereits hinter verschlossenen Kirchen- oder Sakistei-Türen Segnungen vorgenommen und Eheschließungen simuliert.

Der Leib Christi wird in heiliges Brot umgedeutet, dass wir gemeinsam essen. Zahlreiche Priester und Gläubige verstehen die Messe nicht mehr als Opfer, sondern als ein Verkosten des Brotes, das Gemeinschaft stärkt. Alles wird nivelliert.

Einer Kirche, die mit dem atheistischen Sozialismus und dem christenfeindlichen Hedonismus (der Reinkarnation antiken weströmischen Denkens) kopuliert, will ich nicht mehr angehören.

Die Entwicklung zur Staatskirche

Nach dem Tod kommen wir alle in den Himmel zu Gott. Ganz egal, wie wir gelebt haben. Denn Gott verzeiht alles… Also fast alles: Antisemiten (falls sie keine Muslime oder Linksradikale sind) kommen selbstverständlich in die Hölle, Ewiggestrige gemeindefeindliche Konservative auch. Ebenso Umweltsünder und Islamophobe, Europafeinde und Klimaleugner! All diesen wird in den vergangenen Jahren auch systematisch das Christsein abgesprochen. Christ ist nur, wer rot, grün, befreiungstheologisch oder zumindest „humanistisch“ denkt.

Mitglieder der AfD sollen kein Ehrenamt mehr ausüben dürfen, von hauptberuflichen Parteimitgliedern ganz zu schweigen. Sie sollen – wo möglich – von kirchlichen Veranstaltungen ausgeschlossen werden. Kolping, KAB, KFD usw. lassen keine islamkritischen Vorträge mehr zu. Hingegen werden Sozialisten und Atheisten eingeladen, um z.B. auf dem Katholikentag über Spätabtreibung zu referieren, für Sterbehilfe zu werben usw.

Die deutschen Bischöfe hypen eindeutig kirchenfeindliche und in der politischen Tendenz sozialistische Vereinigungen wie „Maria 2.0“ oder den Verein „Wir sind Kirche“, der nur zu einem geringen Prozentsatz aus Katholiken besteht. Und nun begibt man sich auch noch – gemeinsam mit zahlreichen Personen, die eine radikale Veränderung der Kirche im Sinn der Anpassung an „Lebenswirklichkeit“ und Staatsdoktrin fordern – auf den Synodalen Weg, riskiert in diesen Tagen gar den Bruch mit der Weltkirche in der Frage der Gemeindestrukturen und der Stellung des Priesters in der Gemeinde. Das alles funktioniert nur, weil der Staat die Kirchen finanziell hervorragend ausstattet und zudem die Kirchensteuer als Zwangsabgabe besteht.

Austritt, um römisch-katholisch zu bleiben

Aber: Nicht wegen der paar Euro verlasse ich diese Kirche. Als römisch-katholischer Christ kann ich nicht Glied einer Institution bleiben, die Christus fast täglich ins Gesicht speit und ihre „Meinung des Tages“ zu Gottes Willen erklärt. Einer Institution, die davon faselt, der Geist führe, wohin er wolle! Obwohl sie es doch sind, die sich selbst zu von den Flammen des Heiligen Geistes reichlich Beleckten erklären und ihr eigenes Bild von Kirche allen anderen aufoktroyieren wollen.

Die katholische Kirche Deutschlands ist nicht mehr meine Kirche, weil sie nur noch auf dem Papier Glied jenes Leibes ist, dessen Haupt Christus ist.

Sie ist im Zustand eines in Selbstverletzungsabsicht mehrfach gebrochenen kleinen Fingers, der täglich neu bekundet, dass er sich zwar gern selbst amputieren, aber gleichzeitig weiterhin den Vorzug genießen möchte, als dem Leib zugehörig betrachtet zu werden. Geld, Spaß und Macht. Das ist die Dreifaltigkeit der Mehrheit des deutschen Klerus und der an seinen Lippen hängenden „Frommen“ und „Tiefgläubigen“! Christus aber lässt sich nicht täuschen, Nicht von mir, nicht von Ihnen und Euch und schon gar nicht von diesen Gestalten. Er kennt unsere Absichten und Ziele, bevor wir sie aussprechen oder in die gewählte Richtung loslaufen!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.