(Michael van Laack) Umfragen werfen immer nur Schlaglichter. Zweifellos lassen sie sich manipulieren. Denn in manchen Bereichen kann man mit bestimmten Fragetechniken Ergebnisse im Licht des vom Auftraggeber gewünschten Ergebnis erzielen. Die so genannte Sonntagsfrage ist schwieriger zu manipulieren. Denn „Was würden Sie wählen…“ ist unzweideutig.

Hier ließe sich gegebenenfalls nur etwas drehen, wenn man den repräsentativen Querschnitt der Telefonumfrage nur behauptet. Ob die großen Meinungsforschungsinstitute solche Praktiken hin und wieder im Auftrag der Altparteien oder gar aus eigenem Antrieb anwenden, lasse ich mal dahingestellt. Sicher ist, dass nach vielen Wahlen der vergangenen Jahre vor allem das Ergebnis der AfD 2 bis 4 % höher lag als in den Umfragen. Und das obwohl die Institute zumeist in den letzten vier Wochen vor einem Wahlereignis das Umfrageergebnis für die Partei peu a peu nach oben korrigierte. Umso erstaunlicher ist das Ergebnis der heutigen Umfrage, denn – würde man manipulieren wollen – könnte man etwas mehr als ein Jahr vor der Bundestagswahl die AfD weiter tief halten. Was mich betrifft, nehme ich Umfragen immer ernst als Tendenz.

Das Rassismus-Geschrei verpufft in seiner Wirkung!

Die Sonntagsfrage zeigt eine CDU bei 37 % – Wir fragen uns selbstverständlich: Warum wollen die Leute immer noch Merkel? Die Antwort ist simpel: Es geht nicht darum, was sie wollen, sondern was sie bekommen können. Und als Führungsfigur sehen viele tatsächlich keine Alternative zu ihr. Und sie sehen auch keine Partei, die im Krisenmodus (sei es Corona oder EU-Krise) unser Land besser steuern oder repräsentieren können.

Die SPD zeigt immer mehr, dass sie sich vom demokratischen Konsens abwendet und  radikalen sozialistischen Positionen zuwendet. Kommunisten in Regierungsverantwortung sind (zumindest im Westen und weiten Teilens des Ostens) den meisten ein Gräuel. Die FDP hat spätestens in der Causa Kemmerich gezeigt, dass sie sich blindlinks unterordnet und kein eigenes Profil hat, welches es zu verteidigen gälte. Noch schwimmen die Grünen auf der Erfolgswelle des Greta-Jahrs 2019. Aber die Welle wird kleiner. Und im Fall einer schweren Welt-Wirtschaftskrise – die vor der Tür steht – wird das Interesse an der gezielten Zerstörung der deutschen Energiewirtschaft und Autoindustrie weiter abnehmen.

Man verzeiht der AfD viel, weil sie gemobbt wird!

Die Spendenaffären, die unsäglichen Äußerungen vieler Flügel-Politiker, gespaltene Landtagsfraktionen, faktische Beobachtung der Gesamtpartei durch Haldenwangs Rechtsradikalen-Milchmädchenrechnung – All das zusammen genommen hätte die AfD schon längst marginalisieren müssen. Denn ihre Mitglieder könnten noch so überzeugt auftreten und starke Argumente liefern: Wenn der Wähler den Eindruck hat, ein instabiles Gebilde vor sich zu haben, dass nicht einmal die Probleme im eigenen Haus gelöst bekommt…

Der entscheidende Punkt, dass die AfD immer noch dort steht, wo sie jetzt steht, wiegt all die Defizite allerdings auf. Das unentwegte Bashing der Partei lässt viele aufhorchen. Das systematische Bemühen, sie aus dem Diskurs herauszuhalten, lässt bei nicht wenigen die Frage aufkommen: Warum verwenden all diese Player so viel Energie darauf? Warum all diese Feindbilder? Warum grenzen die Kirchen AfD-Mitglieder aus und bejubeln unkritisch Merkels Migrationspolitik? Warum behandeln die Bundestagsparteien sie nicht gleichberechtigt bei Postenvergaben? Warum all die Proteste gegen AfD-Veranstaltung, Verpachtungs-Weigerung, Druck auf Gastronomen? Augenscheinlich, weil doch etwas dran ist an dem, was AfD-Vertreter und Sympathisanten sagen.

Immer mehr Bürger erkennen wieder den Spalt zwischen der Realität und dem „Wünsch Dir was“ der Altparteien

Die Polizei, die Bundeswehr? Haben ein riesiges Nazi-Problem, heißt es seitens prominenter Regierungsmitglieder und anderer Altparteien-Vertreter. Die Medien bashen fleißig mit. Allen voran auf dem bunten Berliner Kunstdünger aufgewachsene Gestalten wie Georg Restle, Sawsan Chebli oder Dunja Hayali. Wie es den Bürgern in Deutschland geht, ist solchen ehrlosen Gestalten vollkommen egal. Der Kampf gegen den angeblich allgegenwärtigen Rassismus, gegen die „Nazi-Partei“ AfD, das Ignorieren multikultureller Probleme… all das sind Tools im Kampf um linke Meinungs- und Definitionshoheit, die sich abgenutzt haben.

Nicht erst Stuttgart oder Frankfurt haben bei vielen erneut Fragen aufkommen lassen, auf welchem Auge die Regierung, die Dienste und die Medien wirklich blind sind. Das heutige Umfrage-Ergebnis sollte eigentlich ein weiterer Warnschuss für all jene sein, die den Konservativen seit Jahren mit der Begründung, dass sie Nazis seien, den Diskurs verweigern. Aber es steht zu befürchten, dass sie nun eher noch mehr in Rage geraten werden. Große Zeiten stehen uns bevor!

Beispiel für manipulative Umfrage-Deutung

Wie ich im Intro bereits ausführte, werden Umfragen gern auch ideologisch gedeutet. Deshalb jubelt die ARD, dass sich fast vier Fünftel der Bevölkerung an die Masken gewöhnt habe. Das soll suggerieren: Fast alle finden das toll! Letztendlich wird hier aber nur der Gewöhnungeffekt beschrieben. Würde in Deutschland eine „Grüne-Socken-Pflicht“ eingeführt und das Tragen andersfarbiger Socken je nach Farbe mit einem sich steigernden Bußgeld belegt… die Bürger-Schafe würden sich auch daran gewöhnen. – Sich gewöhnen bedeutet aber nicht: Ich halte das für richtig und notwendig. Doch so konkret möchte die ARD dann doch lieber nicht wissen, was die Bürger denken!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.