(Michael van Laack) Ein Interview mit BILD-Chefredakteur Julian Reichelt zeigt: Aus dem einstigen Lügenblatt für den Malocher ist ein Vollstrecker buntfaschistischer Ideologie geworden. Um den Ausschluss der AfD aus dem Diskurs sicherzustellen, geht Reichelt mit gutem Beispiel voran und verkündet: Mit der AfD machen wir keine Interviews!

Früher witzelte mancher, wenn man aus der BILD alle Lügen und Halbwahrheiten streiche, bliebe nur noch das Tagesdatum stehen, falls sich der Setzer nicht verschrieben hätte. Gelesen wurde sie hauptsächlich von jenen, die man heute bildungsfern nennt. Denn zur Betrachtung irgendwelcher Porno-Luder ohne Hemd und Höschen oder abgehalfterter Schlagersänger auf dem Oktoberfest waren maximal Grundkenntnisse des Alphabets notwendig. Auf den Sportseiten konnte man den zappelnden Ball im Netz aus sämtlichen Blickwinkeln betrachten und sich von einem lesekundigen Streber an der Theke die Bundesligatabelle erläutern lassen.

Dieses Image hat sich bereits in den zwei vergangenen Jahrzehnten gewandelt. So sorgte BILD beispielsweise dafür, dass sogar linksliberale Deutsche wohlwollend auf den bis dahin verhassten Panzerkardinal Joseph Ratzinger schauten. Und das nur mit drei Worten „Wir sind Papst“. Peu a peu entwickelte sich die Zeitung dann zur Vollstreckerin der Politik von Angela Merkel und ihrer Entourage. So schrieb BILD fast im Alleingang Bundespräsident Christian Wulff aus dem Amt.

Reichelts Vorbild: Der „Völkische Beobachter“

In unseren Tagen nun trägt sie das ihre dazu bei, um den Willen der Bundesregierung zu vollstrecken, die Gesellschaft in die Guten und Bösen (die „Demokraten“ und die „AfD“) zu spalten. In jene, denen in der Volksgemeinschaft öffentlich Gehör geschenkt werden darf, und jene, deren Namen man nicht einmal öffentlich nennen sollte, falls man sie nicht beschimpfen oder diskreditieren will. Verständlich, schließlich hat der „Völkische Beobachter“ (seit manchen Jahren ist augenscheinlich dessen ehemaliger Chef-Redakteur Alfred Rosenberg Reichelts großes Vorbild) mit Sozialdemokraten und Kommunisten auch keine Interviews gemacht.

„…wir werden der AfD und anderen Parteien, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werden, keine Fläche und keine Reichweite bieten. Wir werden ihnen nicht ermöglichen, sich zu inszenieren. Ein klassisches Interview mit der AfD wird bei uns also nicht stattfinden“ verkündete Reichelt gestern stolz“. Dass die AfD als Partei nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird… Na ja, ein wenig vertritt der smarte BILD-Chefredakteur dann ja doch noch die Jahrzehnte lange Lügenblatt-Tradition. Die Pflicht zur Beweisführung existiert in Reichelts Schreibstuben-Universum nicht.

BILD Dir meine Meinung!

Ein solcher Fauxpas wie der des RBB, bei dem Kalbitz Sympathiepunkte sammeln konnte, würde Reichelt nie passieren, versicherte er. Als anständiger und aufrechter Buntfaschist weiß er, was schon Alfred Rosenberg wusste: Sobald auch nur ein Volksgenosse den Eindruck gewänne, es gäbe an einem Juden auch nur eine gute Eigenschaft, würde er sich fragen, ob es nicht auch noch andere geben könnte. Für Reichelt wäre das eine Horrorvision. Ein AfD-Politiker ist nichts anderes als brauner Abschaum der Gesellschaft, der „unsere Demokratie“ gefährdet. Basta!

Denn: „Am Beispiel dieses rbb-Sommerinterviews, geführt vor malerischer Kulisse, sieht man sehr gut, warum es eine gute Entscheidung von BILD ist. In diesem rbb-Interview wird die Normalität inszeniert. Es ist aber der Charakter der Partei, der dem einfach nicht gerecht wird. Die AfD ist keine normale Partei, die am nicht-radikalen politischen Konsens beteiligt ist. Die Realität ist: Die AfD ist eine Partei, die den Holocaust, also das schlimmste Verbrechen, das je von deutschem Boden ausging, in vielen Teilen relativiert, ja mit Aussagen wie Hitler sei nur ein Vogelschiss in der deutschen Geschichte, fast schon leugnet.“

Früher „DIE Juden!“ – Heute „DIE AfD“?

„Die AfD ist eine Partei, die den Holocaust, also das schlimmste Verbrechen, das je von deutschem Boden ausging, in vielen Teilen relativiert…“ Würde ich Herrn Reichelt fragen, (obwohl er sich von mir vermutlich keine Frage stellen lassen würde, denn auch ich gehöre in seinen Augen gewiss zu jener Sorte Mensch, für die man nicht einmal einen Notarzt riefe, wenn sie von einem Auto angefahren würden und dabei der Parteiausweis aus der Tasche gerutscht wäre… Also, würde ich ihn fragen: „Können Sie mir Beispiele aus dem Parteiprogramm oder Beschlüssen des BuVo, der LaVos oder kommunaler Vertretungen nennen oder auch Rundbriefe an die Mitglieder, wo durch die Partei verschriftlicht oder in offiziellen Reden auf Veranstaltungen diverser Gremien der Holocaust relativiert wurde?“ Er würde vermutlich „Vogelschiss“ rufen und dann ergänzen „Sie sind nicht würdig, dass ich mit Ihnen in eine Debatte einsteige.“

Die AfD relativiert den Holocaust nicht. Wenn es einzelne Parteimitglieder tun, tun sie es aus eigenem Antrieb, ohne sich auf die Partei berufen zu können. Reichelt führt hier auch wieder etwas ein, was Rosenberg und anderen Nazis sehr sympathisch war: Sippenhaft. Das sollte er auch mal auf die Linkspartei anwenden. Dann müssten Sätze kommen wie: „Die Linkspartei hält den Stalinismus noch immer für die effektivste Form des Kommunismus.“ Würde Reichelt so etwas sagen? Natürlich nicht, denn er sympathisiert bekanntlich mit dem System der DDR. Sonst würde er wohl kaum einen Beitrag leisten, um die politische Religion der Merkelianer zu stützen, die aktuell an der Auslöschung alles Konservativen und echten Liberalen arbeitet und dies als „Kampf gegen Rechts“ verschleiert.

ARD und ZDF sollten Neutralitätspflicht neu auslegen!

„…öffentlich-rechtliche Medien“ unterliegen „immer einem speziellen Proporz, sie sind gesetzlich verpflichtet, offen für alle Meinungsrichtungen zu sein. Das ist somit sicher eine schwere Situation für Journalisten der ARD. Es werden hier aber die Möglichkeiten, Vertreter von ganz rechts und ganz links nur so wenig wie möglich vorkommen zu lassen, nicht ausgeschöpft.“

Was Reichelt meint: Nehmt Euch ein Beispiel an uns! Wir lassen Politiker der Altparteien und andere Neo-Sozialisten gern zu Wort kommen. Die AfD hingegen nicht, CSU und FDP nur dann, wenn sie sich gegenüber den linksradikalen Grünen und der heiligen Greta anständig verhalten oder wie als unwürdige Diener der Kanzlerin vorführen können (siehe Innen- und Verkehrsminister). So geht gelenkte Demokratie in der Medienöffentlichkeit.

Aus Sicht des BILD-Chefredakteurs muss es folglich das Ziel sein, AfD-Politiker möglichst gar nicht persönlich zu Wort kommen zu lassen, damit BILD und andere weiterhin systematisch Lügen und Hassreden gegen sie verbreiten können, ohne dass der Zuschauer oder Leser die Möglichkeit hat, sich aus dem Anhören beider Positionen seine eigene Meinung zu BILDen.

Reichelt ist kein „Anständiger“, sondern ein „Schäbiger“!

„Ein Beispiel sind doch die Talkshows. Ich habe das Gefühl, dass es da schon auch ein quotenorientiertes Denken gibt, um Krawallbrüder dieser Parteien einzuladen. Ich sehe oft auch AfD-Politiker zu Themen debattieren, zu denen sie nichts wirklich beizutragen haben. Sie sind für die Sendungsmacher aber das Salz in der Suppe“

Tja, über verfehlte Migrationspolitik oder die verheerende Geldpolitik der EZB möchte Reichelt nichts hören. Deshalb sollen nach seiner Ansicht AfD-Politiker nicht mehr in Talkshows eingeladen werden. Marxisten, Kommunisten, radikale Muslima, Anwälte libanesicher Clans und Angehörige der Erdigan-Partei? Kein Problem. Die sollen selbstverständlich auch weiterhin gern gesehen sein bei Anne Will & Co. – Selbstverständlich findet Reichelt auch 60minütige TV-Runden geil, in denen fünf „Diskutanten“ fast die gleiche Meinung vertretend alles Konservative in den Schmutz ziehen, ohne dass jemand eine Gegenrede halten kann. So sieht aus Sicht desBILD-Chefs ausgewogene Information aus. So wird man dem Bildungsauftrag gerecht.

Ein typischer Nazi-Journalist!

An diesem Beispiel, mit dem ich meinen Artikel über das Interview schließen möchte (möge jeder es ganz lesen, der mag) zeigt sich: Für Julian Reichelt bedeutet Meinungsfreiheit, wenn er und die Seinen öffentlich reden und hetzen können, über wen auch immer und wie ergiebig auch immer, ohne dass eine direkte Verteidigung möglich ist.

Reichelt ist für mich eine Mischung aus einem klassischen nationalsozialistischen und kommunistischen Journalisten: Meinungen, die systemische Krisen in Staat, Gesellschaft und den gleichgeschalteten Kirchen offenbaren, sind in der Öffentlichkeit zu unterdrücken. Die Kritiker selbst sind verächtlich zu machen, für diskursunwürdig zu erklären und nicht als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu behandeln.

Noch schlagen Demokratiefeinde wie Reichelt nicht vor, dass man Personen, die solche Meinung in Kameras sprechen oder über eigene TV- und Print-Kanäle verbreiten, auch aus dem öffentlichen Leben verschwinden lassen sollte. Aber es dürfte nicht mehr lange dauern, bis Rosenbergs Erben auch diese Forderungen stellen werden, sollte z.B. die AfD bei den nächsten Bundestagswahlen ihre Prozentstärke halten können.

P.S. Lieber Herr Reichelt: Hoffentlich kommt für Sie niemals die Zeit, in der kein Mensch mehr ein Interview mit Ihnen führen möchte. Obwohl… vielleicht bräuchten Sie das mal für ein Jahr… – Denn manche üble Wirkung kann man bekanntlivh erst begreifen, wenn man sie am eigenen Leib erfahren hat.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.