(Michael van Laack) Andrzej Duda ist mit knapper Mehrheit erneut zum Präsidenten Polens gewählt worden. Knappe Mehrheiten sind eigentlich auch Mehrheiten. Für deutsche Politiker und Haltungsjournalisten allerdings nur dann akzeptabel, wenn der „Richtige“ gewinnt. Gewinnt der „Falsche“ knapp, steht das jeweilige Land vor einer Spaltung. Gewinnt der Richtige, steht vor ihm die gewaltige Aufgabe der Versöhnung, die er selbstverständlich mühelos bewältigen wird, in dem er den Wahlverlierern erklärt, wie sie zukünftig zu denken haben, falls sie das Prädikat „Demokrat“ behalten wollen.

Im Lauf der Legislaturen von Angela Merkel hat sich in Politik und Medien wieder das alte „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ durchgesetzt. Der staatseigene Betrieb „Römisch-Katholische Kirche“ hat dieses Prinzip übernommen und reagiert ebenso wie Berlin im politischen Bereich mit völligem Unverständnis, wenn seine Forderungen nicht 1:1 in der Weltkirche umgesetzt werden. In beiden Fällen hat das aber selbstverständlich nichts mit nationalistischem Denken zu tun.

Deutschland hat das freundlichste Gesicht!

Nein, die Europäer müssen einfach akzeptieren, dass wir Deutsche die klarste Draufsicht auf alle Probleme und gesellschaftlichen Bedürfnisse haben. Von uns (also dem Steuerzahler) stammt der größte finanzielle Anteil, der das System EU am Laufen hält. Unsere Global Player in der automobilen und chemischen Industrie und sonst wo setzen die Standards. Entsprechend haben sich alle anderen Staaten auch in moralischen Fragen an uns zu orientieren.

Leider gibt es manche Staaten, die nicht einsehen wollen, dass das Regime Merkel – wie seinerzeit die politische Elite rund um den kleinen Österreicher – Taktgeber und Standardsetzer ist. Deshalb gilt es, vor allem in jenen Ländern as soon as possible Regierungswechsel herbeizuführen, in denen sich aktuell die Kirchen noch Christus und nicht der Staatsdoktrin und Mohammed verbunden fühlen!

UNION, SPD, Linke, Grüne, FDP – Solidarisch gegen Andrzej Duda und die PiS!

Im Vorfeld der Präsidentenwahlen positionierten sich zahlreiche deutsche Politiker der Altparteien für seinen Konkurrenten Rafal Trzaskowski. Dieser sei weltoffen, bunt und europafreundlich. Also im Prinzip ein anständiger und aufrechter Deutscher mit polnischem Pass. Ein Vorbild für den Prototyp „Lupenreiner Europäer“.

Duda hingegen sei islamophob, abtreibungsfeindlich, genderhassend, homophob und anti-europäisch. Aus dem Merkelianischen ins Deutsche übersetzt heißt das:

  • Er möchte christliche Werte bewahren und seine Bevölkerung nicht von islamischen Kulturbereicherern beglücken lassen.
  • Ihm ist es wichtig, dass polnische Paare auch weiterhin viele Kinder zeugen, um den Bestand der Bevölkerung zu sichern.
  • Duda legt Wert darauf, dass die Keimzelle der Gesellschaft – die Familie – nicht von 51 oder mehr Geschlechtern zerstört wird.
  • Er hat kein Interesse daran, seinem Volk eine künstlich geschaffene „europäische Kultur“ überstülpen zu lassen, die nichts anderes darstellt als eine hedonistische, semihumane und christenfeindliche Subkultur gespickt mit Poppers paradoxer Erzählung von einer sozialistischen und dennoch offenen Gesellschaft.

Man könnte es auch auf ein Wort bringen: Duda ist ein in den Augen der linksgrünversifften Entourage der Kanzlerin ein typisch deutscher „Faschist“. Wer ihn wählt, macht sich des schweren Verbrechens schuldig, nicht auf der Seite „unserer Demokratie“ zu stehen.

Duda hat gewonnen! Und nun?

In Berlin muss man darauf hoffen, dass der Präsident ein schlechtes Gedächtnis hat und die Einflussnahme nicht nur auf die in Deutschland lebenden wahlberechtigten Polen zugunsten seines Konkurrenten schon bald nicht mehr präsent haben wird.

Um dieses Ziel zu erreichen (denn die Kanzlerin und ihr Freiheitsheer müssen nun für weitere Jahre gute Mienen zu bösen Spielen auf der diplomatischen Ebene machen) sollte kein deutscher Spitzenpolitiker die Strategie weiterverfolgen, mit der er am Wahlsonntag aufgehört hat. Zumindest bei 4,9%-Lindner ist das noch nicht angekommen:

Nicht mal ein „Meinen Herzlichen Glückwunsch, Herr Präsident!“ kommt ihm über die Lippen. Stattdessen bejubelt er den Verlierer als Helden. Für was eigentlich? Für die Verteidigung der bunten deutschen Werte? Oder für seinen Mut, sich einer Wahl zu stellen, als deren Endergebnis Lindner und manch anderer nun eine Spaltung der Gesellschaft bejammern?

Aus dem offiziellen Berlin habe ich (mit Ausnahme von der AfD) leider keine Stimmen sammeln können, die sich erfreut über den Wahlerfolg des Konservativen geäußert haben. Interessante Gedanken ließen sich allerdings bei weniger Prominenten finden.

„Demokratie ist, wenn man trotzdem lacht!“, möchte ich der großen Koalition und allen in ihrem Windschatten auf dem bunten Meer der Toleranz Segelnden zurufen. Doch es steht zu befürchten, dass sie nicht verstehen wollen. Würde sich sonst ihre mediale Speerspitze über Parteilichkeit von Medien derart echauffieren?

Weshalb mir nichts weiter zu schreiben bleibt als:

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUR WIEDERWAHL, ANDRZEJ DUDA!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.