(Michael van Laack) Akademische Bildung und/oder andere Qualifikationen sind zwar Zugangsvoraussetzung für den gehobenen und höheren Dienst, nicht aber für die Leitung eines Ministeriums. Das haben wir spätestens an jenem denkwürdigen Tag gelernt, an dem mit Joschka Fischer ein ehemaliger Berufsdemonstrant ohne abgeschlossene Ausbildung Außenminister wurde.

Beriefe die Kanzlerin morgen einen hessischen Schweinefleisch-Fabrikanten mit afghanischen Wurzeln zum Landwirtschaftsminister an ihrem Kabinettstisch, würden unsere Haltungsjournalisten sich einmal kurz schütteln und die Ernennung sogleich als weiteres Zeichen für gelungene Integration feiern.

Einzig die Verteidigungszersetzungs-Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wäre wohl empört. Nicht, weil sie Rassistin ist und deshalb grundsätzlich keine dunkelhäutige Menschen am Kabinettstisch dulden könnte. Allah lasse allen weißen m/f/d die Geschlechtsteile innen und außen verdorren, die auf solch eine abwegige Idee kämen. Nein, die Ursache ist viel simpler: Sie würde einer vollverschleierten Brautmoden-Beraterin aus Duisburg-Marxloh mit CDU-Parteibuch den Vorzug geben, weil diese das richtige Quotengeschlecht besäße. Fachkompetenz ist heute nur noch in den Stabsstellen notwendig. Minister müssen lediglich fehlerfrei vom Skript ablesen können. Nachfragen der Journalisten lassen sich durch eine Aneinanderreihung von Floskeln „beantworten“. Den Rest erledigt im Nachgang die Pressestelle nach Rückfrage bei den Referenten.

Aber nicht gleich so hoch hinaus, dachten sich AKK und ihre Mitstreiterinnen wohl. Fangen wir erst einmal in der eigenen Partei an, Schwänze (oder besser: alte Zöpfe) abzuschneiden.

50% Frauenquote

In den letzten Tagen haben wir mehrfach zur Kenntnis nehmen müssen: Annegret Kramp-Karrenbauer hat ein Problem mit Männern. Sei es mit dem Kommando Spezialkräfte – diesem rechtsradikalen Männerbund, sei es mit der Bundeswehr im Allgemeinen. Denn dort spricht sie auch nur von Männern, die ein Problem damit hätten, zu akzeptieren dass der Führer bis zum letzten Atemzug kämpfend gefallen sei und eben nicht am Nordpol sitzt, um auf den geeigneten Moment zu warten, eine Reichsflugscheibe zu besteigen.

Mehr Frauen braucht die CDU! Die Vorstände in den Unternehmen und die Parlamente natürlich auch. Aber eines nach dem anderen. Zuerst die Partei, dann das Land. Ein Dogma, dass sich seit Beginn ders Amtsantritts von Domina Angela etabliert hat.

Wenn sich nicht genug Frauen fänden, die über entsprechende Qualifikationen verfügten, müssten die Plätze in Parteivorständen und Ausschüssen eben unbesetzt bleiben.

Mit Blick auf den Bundestag wäre das vielleicht gar keine schlechte Idee, dann würde das Parlament auch ohne eine Reform schrumpfen. und die CDU-Fraktion im Idealfall um 50%. Aber hier geht es leider erst einmal nur um die Partei.

Überraschungs-Coup gescheitert

Das hatten sich die Damen ganz anders vorgestellt. Die Chefin der Frauen-Union – Annette Widmann Mauz – wollte die alten weißen Männer überraschen. Das Papier hatte sie zuvor nur mit AKK und anderen Mitgliedern des in vielerlei Hinsicht schwachen Geschlechts in Parteivorstand und Fraktion abgestimmt, um es dann der Satzungskommission zu präsentieren und einen kalten Geschlechterputsch zu inszenieren.

Eigentlich schätze ich die BILD-Zeitung überhaupt nicht. Aber in diesem Fall sehr wohl. Hat dieses Blatt doch – sehr zur Empörung der christdemokratischen Oberfeministinnen – den Plan einen Tag vor der Sitzung durchgestochen.

Und so waren die Damen genötigt, sich auf einen „Kompromiss“ einzulassen. Man beginnt nun nicht sofort ganz oben, sondern startet 2021 mit einer Frauenquote von 30% die bis 2025 auf die gewünschten 50% erhöht wird. Viel besser ist das allerdings auch nicht. Denn so ist spätestens um 2030 zu erwarten, dass die Zahl der AKKs, Baerbocks, Cheblis, Eskens, Klöckners, Künasts, von der Leyens, Merkels und Roths, die Karriere auf höherer Ebene machen, sich vervielfachen wird, weil die anderen Parteien außer der AfD alle schon Quotenregelungen haben oder zumindest wie die CDU auf dem Weg dorthin sind.

Übrigens: Auch das Kabinett ist gerade auf dem Geschlechter-Neutralisierungs-Trip. Dort wurde heute eine nationale Gleichstellungsstrategie auf den Weg gebracht. Offiziell geht es primär um gleiche Gehälter. Über Tools wie Haushalts-Gleichstellung und Erziehungs-Gleichstellung geht es allerdings darum, dass traditionelle Familienbild und die Jahrtausende in allen Kulturen unabhängig von Religionen Bestand habende Rollenverteilung endgültig im Sinne des sowjetischen und chinesischen Sozialismus und des europäischen Feminismus (was dasselbe ist) zu erledigen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.