(Michael van Laack) Nein, ich habe mich nicht an dieser Frau festgebissen! Es ist nicht uns zuzuschreiben, dass sie immer wieder in den Mittelpunkt der Kritik gerät. Zum einen muss sie besseres Deutsch lernen, wenn sie Vorbild für die Millionen noch zu Integrierenden sein will. Zum anderen aber auch, weniger mehrfach Interpretierbares zu formulieren.

Jüngstes Beispiel ist der heutige Tweet. Schon beim ersten Blick auf das Bild lag mir die Frage auf der Zunge: Warum lassen Sie nicht ab und an Ihre Äußerungen lektorieren, Frau Staatssekretärin?

OK, man kann sich darüber streiten, ob man „Heute sind wieder“ oder „Heute wieder sind“ an den Anfang eines Satzes stellt, wobei erstere Variante sich sowohl angenehmer liest als auch den Bezug klarer erkennbar macht. Aber der Punkt nach „wieder“ kommt gar nicht gut. Und „entscheidend darüber“ auch nicht. Ich sage ja immer: „Entscheidend für“ das Gelingen der Integration ist die Beherrschung der Sprache des Aufnahme-Landes. Mag Frau Chebli anders sehen…

Mir wird ja auch ab und an vorgeworfen, ich würde mich angreifbar machen, wenn ich in meinen Texten auf PP Rechtschreibfehler unerkannt durchlaufen ließe. Allerdings sind das dann oft Texte zwischen 4.000 und 10.000 Zeichen!

Dennoch: Frau Chebli hat recht!

Herkunft, Hautfarbe und Religion sind entscheidend. Als orthodoxer Ukrainer oder US-Amerikaner ist man im Deutschland 2020 gleich verdächtig. Zu christlich oder eben ein Trump-Rassist.

Auch bei der Hautfarbe wird es problematisch, vor allem in Verbindung mit dem Geburtsdatum. Als alter weißer Mann bekommt man kaum mehr eine Tischreservierung im Restaurant. Eine Halle mieten? Sollte man erst gar nicht versuchen. Und wenn jemand dem Arbeitgeber den Hinweis gibt, man sei Unterstützer der Kampforganisation für die alten weißen Männer – die AfD – ist man auch ganz schnell den Job los.

Auch die Religion wird in Deutschland immer problematischer. Als Christ ist man pauschal dem Verdacht ausgesetzt, Islamfeind zu sein. Es sei denn man bekennt sich zum „Synodalen Weg“ der katholischen Kirche oder likt die Seiten der EKD bzw. des ZdK und kommentiert dort unzweifelhaft bunt.

Eine Allianz gegen den Hass?

Als konservativer Katholik hat man komplett die Arschkarte gezogen. Denn als solcher ist man Abtreibungsfeind, Frauenfeind, Islamfeind, Homofeind und somit Demokratiefeind. Ein Nazi eben!

Also, ich wäre sofort dabei, Frau Chebli! Freilich nur, wenn Sie und Ihre Mitstreiter(innen) den Hass auf Menschen aus bestimmten Herkunftsländern, weißer Hautfarbe oder christlicher Konfession aufgäben. Da ich davon ausgehen darf, dass Sie über diese Hürde nicht zu springen bereit sein werden, bleibt mir nichts anderes übrig, als Ihre Aussagen weiterhin als das zu bezeichnen, was sie sind: Dämlich und teilweise wahrheitswidrig!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.