(Michael van Laack) Für Carola Rackete muss die Corona-Zeit eine ganz besondere Qual darstellen. Zunächst konnten weder die „Seenotretter“ noch die politisch und geistig mit ihnen verwandten Klima-Wandler mediale Aufmerksamkeit gerieren. Und dann wurde klar: Die Fluchtbewegung übers Meer will einfach nicht wieder in Schwung kommen. Schuldige für diese „fatale Entwicklung“ müssen her und sind auch schnell gefunden.

Die Behörden, die Institutionen, die Regierungen. Regt man sich Links ansonsten gern auf, dass Rechts alles, was nicht gut läuft im jeweiligen Staat, dem Regierungshandeln zuschreibt, ist in der Flüchtlingsfrage diese Argumentation selbstverständlich legitim. Zum Jahrestag ihres „mutigen Handelns“ und Widerstands gegen die italienische Regierung hat Carola Rackete eine Erklärung abgegeben, die aufrütteln und Europa ihrem Ziel näherbringen soll: Ganz Afrika darf über das Meer, wenn es will.

Alle handeln unmenschlich, nur wir nicht!

Die Kapitänin setzt sich seit Jahren für Menschenrechte ein. Jedes einzelne Leben ist ihr wichtig – Na ja… OK… Jedes Leben nun auch wieder nicht. Bei der Vorstellung ihres Buches im vergangenen Herbst stellte sie klar, dass sie liberales Abtreibungsrecht für wichtig halte. Im Mutterleib ist ja auch noch kein Leben. Das beginnt für die Lebensretterin vermutlich erst dann, wenn man sich einen Rettungsring umlegen kann.

Gordon Isler, Sprecher der Organisation „Sea Eye“, die unter anderem die „Alan Kurdi“ als Menschenfischer über das Mittelmeer schippern lässt, stellte neulich klar: „Die Coronapandemie hat leider dazu geführt, dass das Sterben im Mittelmeer weitgehend aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwunden ist. … Unsere Gegner haben Corona gezielt genutzt, Seenotrettung weiter zu kriminalisieren.“

Ähnliches hatte Rackete zuvor in ihrer Jahrestags-Erklärung geäußert: „Wenn überhaupt, dann hat sich die Lage im letzten Jahr weiter verschlechtert. Malta an erster Stelle, aber auch andere europäische Staaten einschließlich Deutschland, nutzen die Corona-Pandemie als Vorwand, um Menschenrechte auszusetzen und das Seerecht zu brechen.“

Die EU? Mörder, Rassisten, Nazis!

Sawsan Chebli wird nicht grundlos „Sprechpuppe“ genannt. Als Staatssekretärin für Integration und weitere gescheiterte Politikfelder liegt ihr das Schicksal aller, die aus fernen Landen zu uns kommen, sehr am Herzen, so lange es keine christlichen Osteuropäer oder nichtmuslimische Asiaten sind. Um ihre Zielgruppe integrieren zu können, bedarf es permanenten Nachschubs. Keine neuen Problemfälle aus arabischen Kulturkreisen bedeutet mittelfristig möglicherweise für Sawsan: Kein Job!

Deshalb hat sie wieder einmal das getan, was sie am besten kann: Einen sehr kurzen Satz aus einem sehr langen Artikel herausgreifen und drumherum ein einseitiges und/oder missverständliches Statement packen:

Wie immer in solchen Fällen erscheint umgehend der erstaunlich große Fan-Club auf der Twitter-Bühne. Er applaudiert ihr, ermutigt sie, bangt mit ihr, erklärt Chebli zur mutigsten Frau Deutschlands. Worauf sie sich allerdings nicht allzu viel einbilden sollte, denn die gleichen Accounts adeln Carola Rackete, Luisa Neubauer, Angela Merkel oder Helene Fischer auch mit diesem Ehrentitel.

Satzwirkung vom Ende her denken? Kann Chebli nicht!

Ihrem Fan-Club lässt die herausragend integrierte und sich stets unmissverständlich ausdrückende politische Beamtin auch viel Twitter-Herzchen – bei Parteikollegen gar Kommentare der Dankbarkeit für die Ermutigung – zukommen.

Mit kritischen Kommentaren setzt sie sich freilich nicht auseinander. Täte sie es, würde sie ja nicht immer wieder die gleichen Fehler machen und sich unklug ausdrücken bzw. unbedachte Äußerungen anderer 1:1 übernehmen:

Auch wird das Karriere-Vorbild aller weiblichen Angehörigen der Koran-Religion niemals verstehen, dass primär die NGOs und bessermenschliche Parteien verantwortlich sind für das Ertrinken. Sie, die über sämtliche Medienkanäle die Botschaft verbreiten: „Ob ihr nun schwimmen könnt oder nicht! Setzt Euch in die nicht hochseetauglichen Rettungsboote. Wir retten Euch“. Rackete und Kollegen sind hauptverantwortlich dafür, dass das Geschäftsmodell der Schlepperbanden in Afrika funktioniert:

Wie den von Chebli unterstützten Organisationen leuchtet diese Konklusion der möglicherweise nicht zu Unrecht als „linksgrünversiffte Neofaschistin“ kategorisierten Vorzeige-Palästinenserin nicht ein. Wer will, muss kommen dürfen. Basta! – Die Forderung vieler, endlich die Fluchtursachen zu bekämpfen, ist aus dieser Warte kontraproduktiv. Dann kommt ja niemand mehr nach Deutschland, an dessen Integration sich Sozialarbeiter und Jugendämter die Zähne ausbeißen können. Das Ende der „Flüchtlingsindustrie“ wäre absehbar.

Wie bei vielen anderen ihrer polarisierenden Tweets gibt es kräftig Gegenwind. Chebli löscht nichts davon, kommentiert aber auch nicht. Vermutlich sammelt sie lediglich Material, mit dem sie die aus ihrer Sicht unterbeschäftigten deutschen Gerichte befassen kann, um ab und an „Yes, ich habe gewonnen“ texten zu können.

Daher ist es auch unwahrscheinlich, dass Tim Kellners „liebste Freundin“ auch nur einen Sekundenbruchteil in Erwägung zieht, dass sich an manchem Einwand, der nicht von Links kommt, Bedenkenswertes finden könnte:

Und vielleicht sollte sie auch mal darüber nachdenken, ob das laute Rassismus-Geschrei der linken Parteien und Organisationen nicht Millionen Menschen davon abhält, nach Europa zu fliehen.

Daraus will ich jetzt selbstverständlich nicht folgern, dass Menschen sich in Libyen oder an anderen Orten lieber erschießen lassen oder verhungern, bevor sie sich nach Nazi-Deutschland 2020 oder in andere Ku-Klux-Klan-Nationen der EU begeben. Und so werde ich ans Ende meines Textes auch keine Schuldzuweisung setzen nach dem Motto: „Die Anti-Rassisten wollen es so!“

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.