(Michael van Laack) Nach dem zweiten Weltkrieg verzeichneten die Kirchen Westeuropas zunächst schleichend, dann aber Jahr um Jahr deutlicher sichtbar, Mitgliederverluste. Dies gilt für beide Kirchen gleichermaßen, wobei die protestantischen Gemeinschaften über viele Jahre höhere Verluste zu verzeichnen hatten. Am heftigsten traf und trifft es Deutschland, Frankreich und die anderen Benelux-Staaten. Die neusten Zahlen zeigen eine dramatische Entwicklung.

Aus der Krise der Theologen und Bischöfe wurde eine Krise des Glaubens und dann eine Existenzkrise. Nicht weltweit, sondern hauptsächlich in jenen Kirchen, die den Verlust der Glaubenssubstanz durch überbordende Reformen zu kaschieren suchten. Allen voran die katholische Kirche Deutschlands, in unseren Tagen infolge der durchgängig von den Verantwortlichen ignorierten systemischen Krise entkernt. Eine Institution, die über einen teilweise selbst inszenierten Pädophilen-Skandal stürzte, in der Morallehre Begehrlichkeiten und Unzufriedenheit in die Herzen vieler säte; zudem einer Kirche, die nur noch als Papagei staaticher Doktrin auftritt. Oder als Affe, der alles tut, was sein Herr (die linksliberale Weltanschauung) ihm vorturnt, damit ihm nicht alle Bananen gleichzeitig weggenommen werden.

Die Wurzeln

Die Schrecken des Weltkriegs hatten viele Millionen Christen in ihrem Glauben erschüttert. Wo war Gott in dieser und jener Phase oder Stunde fragten sich nicht wenige. An der Oberfläche schien jedoch schnell wieder Vorkriegs-Normalität einzukehren. Der Wiederaufbau begann, Aufschwung wohin man schaute. Von diesem Aufschwung mitgerissen, schöpften auch die Kirchen neuen Mut. Viele neue Gemeinden entstanden. Doch je mehr der Wohlstand (man kann fast von einer überfallartigen Entwicklung zwischen 1952 und 1957 sprechen), um so fetter wurde manches Herz. Und die Priester der katholischen Kirche? Sie sahen das pralle Leben und den Aufstieg um sich herum. Und so wurde das Reform-Bedürfnis, dass sich im theologischen Bereich auch schon kurz in den Publikationen der „Goldenen Zwanziger gezeigt hatte) wieder Größer.

Die Kirche müsse Schritt halten mit der technischen Entwicklung und der damit (angeblich) auch steigenden geistigen Entwicklung der Gesellschaft. Sie müsse aufhören, von mancher Richtung zu warnen, ihr solle Teilhabe ermöglicht werden, an dem, was sie bisher nur geringschätzig „Welt“ nenne.

Ein als Reform getarnter kalter Putsch

Der Optimismus, dass nach der Schreckensherrschaft Hitlers über Europa nun ein goldenes Zeitalter des Friedens und des Wohlstands über alle Gesellschaften hereinbrechen werde, wurde auch in Rom wahrgenommen. Und so kam es zu jenem unseligen Ereignis namens „Vaticanum II“, jenem Konzil, auf dem das Kaputtreformieren der katholischen Kirche eingeleitet wurde. Die linksliberalen Bischöfe Deutschlands und des Benelux erkannten frühzeitig, dass die Einheit der Kirche nur zu zerschlagen sein könnte, wenn man ihr die gemeinsame Liturgiesprache (Latein) nimmt und Alleinstellungsmerkmale wie das Wesen des Priesters, das Sakrament der Beichte, das Leben mit den Heiligen als Vorbilder. Und so nahmen sie während des Konzils alles, was sie bekommen konnten (das war weniger als sie erhofften) und kämpften seitdem unablässig gegen Zölibat und für das Priestertum der Frau, würdigten den Priester zu Sozialarbeitern und Gleichen unter Vielen in der Liturgie herab. Und sie bereiteten den Boden für das, was uns in der vergangenen eineinhalb Jahrzehnten zusätzlich belastete: Den Mißbrauchskandal. Binnen zweier Jahrzehnte – zwischen 1970 und 1990 – wurden sehr stabile Schwulen-Netzwerke in Seminaren und Ordengemeisnchaften aufgebaut. Parallel dazu forderte man eine vollkommene Neubewertung sexueller Bedürfnisse. Ehebruch? Na und!

Die entscheidende Krise: Der Reformwahn ab 1968

Wie bereits oben erwähnt: Jahr um Jahr verliert die römische-katholische Kirche Gläubige. Weniger Taufen als Sterbefälle, kaum mehr kirchliche Eheschließungen. Dazu Liturgien, vor denen sich selbst Martin Luther gegraust hätte. Die – entstanden aus dem Wunsch – die junge Generation zu begeistern, das Wesen der Messe so sehr verstümmeln, Christus derart entstellen, dass sie nicht nur niemanden anziehen, sondern abstoßen. Im besten Fall macht sich „die Welt“ lustig über die Katholiken, die nachäffen, was sie doch viel besser können.

Verheerende Abwärtsentwicklung

Das hat aber selbstverständlich alles nichts damit zu tun, dass die Kirche seit 50 Jahren fleißig ihr Profil geschliffen hat, die eigene Lehre öffentlich permanent infrage stellte oder jahrzehntelang den Papst als mittelalterlichen verstaubten alten weißen Mann in Rom darstellte, bis der Lichtbringer Franziskus kam, der allerdings noch mehr spaltete und verunsicherte, als seine Vorgänger…

Auch nichts damit, dass man mittlerweile zweieinhalb Katholiken-Generationen eingetrichtert hat, Jesus habe eigentlich gar keine Wunder gewirkt; den Leib Christi zum „Heiligen Brot“ umwertete; die Verbindlichkeit des Ehesakraments aufweichte; von der Ohrenbeichte im dunklen Beichtstuhl abriet, den Kommunionunterricht von theologisch fast ausschließlich Null gebildeten Mamas durchführen ließ; sich von Jahr zu Jahr mehr aus den Schulen zurückzog oder seine Jugendverbände zum kleinen Finger von Bündnis90/Die Grünen am Puls der Zeit machte.

50 Jahre Anbiederung sind den Zerstörern nicht genug!

Nein, mit alldem hat das nicht zu tun, sagen sie. Nach Ansicht des mehrheitlich linksgrünversifften Klerus und seiner überbezahlten hauptamtlichen Mitarbeiter befindent sich die Kirche nur in der Krise, weil nicht radikal genug aufgegeben und reformiert wurde. Weil wir noch nicht zeitgeistig und linksliberal genug geworden sind. Weil wir Abtreibung und Euthanasie immer noch nicht als Menschenrecht betrachten. Aktuell gräbt diese Deppen-Fraktion auf dem „Synodaler Weg“ genannten Friedhof unter dem Jubel der bestbezahlten katholischen Hauptamtlichen-Gemeinde weltweit ein großes Grab. Sie verwechselt Communio mit Sozialismus und weist jede Kritik an ihrem Kurs als Fortschrittsfeindlichkeit zurück.

Die Adler jagen die weißen Tauben

Und wehe, jemand schreibt einen Artikel wie ich hier. Dann heißt es gleich: Das sind die Spalter der Gemeinden, die Traditionalisten, die rechten Christen, die AfD-Nazis. Die Ewiggestrigen, die sich der neuen Lebendigkeit der Kirche, ihrem neuen Pfingsten, den Früchten des Superkonzils usw. verschließen. Die lieber 500 Jahre die ewig gleichen Gebete sprechen wollen, statt mit uns jeden Morgen beim Frühstück die Kirche neu zu denken und am Abend das Tagesexperiment für gescheitert zu erklären.

Ich habe das schon einmal geschrieben… Nein, viel zu oft schrieb ich es und dennoch heute wieder: Geht unter, aber ohne mich und jammert nicht. Denn Ihr wollt es nicht anders. Täglich neu aufbrechen, auf die Nase fallen, Euch blutig Lippen holen. Das ist Euer „Hobby“. Anschließend schubst ihr jene zur Seite, die Euch das Blut abwischen wollen, stürzt wieder, jammert noch mehr und stoßt erneut die gutwilligen Helfer zur Seite. Denn Hilfe wollt ihr nur annehmen zu Euren Bedingungen. Bedenkt: Nur weil ihr Euch römisch-katholische Kirche nennt, bedeutet es nicht, dass ihr es auch seid!

Die Totengräber der deutschen Kirche

Seit Beginn der großen Zeitgeist-Reformen verliert die Kirche Jahr um Jahr Hundertausende Katholiken. Und was ist Eure Antwort darauf? Das ist alles nur geschehen, weil wir noch nicht genug reformiert haben. Jahr um Jahr erzählt ihr diesen Scheiß, Jahr um Jahr löscht ihr mehr Lichter, verunreinigt mehr Hefe und lasst mehr Salz schal werden. Ich würde Euch ja noch einmal „Maranatha“ zurufen. Aber ihr seid so verhärtet, dass es dieser Ruf eine strahlende vor Säue hingeworfene Perle wäre.

Fahrt ohne mich zur Hölle

Deshalb: Fahrt zur Hölle, die gefällt Euch ja augenscheinlich besser. Ihre Flammen machen es Euch schön warm in Eurer neuen Lebenswirklichkeit, die nichts anderes ist, als eine Gesellschaft ohne Gott, eine Gegengesellschaft zum Christentum. Mit ihr vermählt ihr Euch seit Jahrzehnten, mit ihren Moralwerten wollt ihr das Christentum versöhnen. Deshalb wollt ihr gewiss der Quelle dieser wohligen Wärme auch nach Eurem biologischen Tod nah sein.

Ich habe in meinem Leben genug Sünden auf mich geladen, deshalb weigere ich mich, auch noch jene kirchen- und christusfeindlichen Lasten auf meinen Buckel zu packen, die ihr als Aufbrüche, Reformen oder Hoffnung machende Entwicklungen umschreibt. Ihr seid am Ende und wisst es auch. Dass Ihr dennoch möglichst viele begeistern wollt für Euren Weg in den Abgrund, ist unverzeihlich. Vermutlich tut Ihr das in der Hoffnung, Euch so vor Gott damit rechtfertigen zu können, dass Millionen doch nicht irren können. Oder aber: Was sollte ich machen? Die wollten es doch alle so!

***

Sie lesen gern die Debattenbeiträge und Analysen fernab des Mainstreams, die Ihnen Michael van Laack auf PP bietet? 

Dann können Sie ihn für sein Engagement hier unterstützen:

Paypal

Vorheriger ArtikelWenn alle niederknien, wer tritt dann für die westliche Geschichte und Kultur ein?
Nächster ArtikelFacebook: Wer behauptet, es gäbe Christenverfolgung, verbreitet Haß und Hetze!
Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.