(Michael van Laack) Unter anderem die Global Player Coca Cola und Unilever setzen für 30 Tage bzw. bis zum Jahresende ihre Werbung bei Facebook & Co. aus. Eigentlich sollte man froh sein, nicht dauernd von aufploppenden und grinsenden Coke-Flaschen belästigt zu werden, die – während man bei 30 Grad Außentemperatur am Rechner sitzt – „Mach ich Dich an? Dann mach mich auf!“ sprechen. Doch der Hintergrund ist viel zu ernst. Manches Mega-Unternehmen nimmt „zu viel Rassismus“ auf den großen Plattformen wahr. Und wenn es ums Geld geht, hören bekanntlich auch bei Mark Zuckerberg Gerechtigkeit und Wahrheit auf.

Was genau jene Firmen, die aktuell FB erpressen, unter Rassismus verstehen, bleibt unklar. Augenscheinlich aber gehört Kritik an der „Black Lives Matter“-Bewegung, der ANTIFA und vor allem dem Islam dazu. Denn der Facebook-Gründer lässt uns wissen, dass er in Zukunft noch rigoroser gegen Denk-Abweichler vorgehen lassen wird. Diesmal hat er allerdings nicht nur die privaten Profile im Auge, sondern auch politische Parteien oder Organisationen, die Anzeigen schalten.

„Open Doors“ muss sich auf Sperrungen gefasst machen

Zuckerberg stellt klar, dass Behauptungen verboten werden, die „Rasse, Ethnie, nationale Herkunft, Religion, Kaste, sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität oder einen bestimmten Einwanderungsstatus [als] Bedrohung für körperliche Sicherheit, Gesundheit oder das Überleben anderer“ darstellen.

Bedeutet in der Praxis, dass z.B. Open Doors – ein internationales überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das sich in über 60 Ländern der Welt für Christen einsetzt – in Anzeigen nicht mehr behaupten darf, 200 Millionen Christen würden in islamischen Staaten verfolgt. Denn für FB stellt ab jetzt die Behauptung, dass eine Religion (hier der Islam) dafür verantwortlich ist, dass Christen in Ländern der Scharia körperlich bedroht oder gar getötet würden – eine rassistische Aussage dar.

Auch Kriminalstatistiken müssen rassismusfrei sein

Ebenso ergibt sich aus Zuckerbergs Vorgaben, dass es künftig nicht mehr erlaubt sein wird, zu behaupten, Asylanten oder Migranten seien in irgendeinem Land der Welt überdurchschnittlich an Tötungsdelikten oder anderen Kapitalverbrechen beteiligt. Denn die Behauptung, der Einwanderungsstatus und die aus der Heimat mitgebrachten kulturellen Umgangsformen und geschlechterdifferenten Wertschätzungen könnten etwas mit der überproportionalen Bedrohung diverser Individuen der Gastgesellschaft zu tun haben, gilt fürderhin als rassistische Aussage.

Harmlose Aussagen werden zur Diskriminierungsfalle

Würde ich z.B. schreiben: „Wenn in einer Stadt zufällig 95% der Bevölkerung homosexuell wäre, dürfte man davon ausgehen, dass diese Stadt nach drei Generationen ohne Zuwanderung ausgestorben ist.“ wäre dies nach Ansicht des geldgierigen Mark Z. eine Beleidigung der nicht existierenden LGBTI-Rasse. Denn ich würde behaupten, sexuelle Orientierung könne sich im ungünstigsten Fall auf die Geburtenrate und somit das Überleben (Weiterbestehen) der Bevölkerung negativ auswirken.

Politikerreden: „Wahrheitsgehalt“ wird geprüft

Das dürfte dann ungefähr so aussehen: Wenn Angela Merkel eine Rede hält, erhält sie das grüne Facebook-Siegel „Demokratiefördernd“. Verbreitet Jörg Meuthen einen Vortrag, wird das rote „Inhalt möglicherweise rassistisch“-Emblem virtuell unter den Link geklebt. Bei Politikern von SPD, Grünen oder Linkspartei dürfte es das orange „Könnte stimmen“-Etikett sein. Trumps Äußerungen wird man mit dem Warnhinweis „Hassrede“ versehen, die des chinesischen Präsidenten mit „Wirtschaftsfördernd“.

Gewalt-Botschafter finden auf FB keine Heimat

Wobei selbstverständlich jedem klar sein sollte, dass „Zerstört das System“ oder „Werft die Bullen auf die Müllhalde“ auch weiterhin Ausdruck der Meinungsfreiheit bleiben wird. Natürlich sollen nur die wirklich dramatischen Gewaltaufrufe gelöscht werden wie „Wehrt Euch gegen die Islamisierung Europas“ oder „Vertreibt die libanesischen Clans aus Duisburg-Marxloh!“.

Schließlich war es Zuckerberg schon vor sechs Jahren wichtig, zu betonen. „Wir stehen für eine diskriminierungsfreie virtuelle Welt, in der jeder einen Platz hat, an dem er sich unbedrängt entfalten kann.“ Na dann…

Wer ausreichend schmerzfrei und mit der englischen Sprache gut bis sehr gut vertraut ist, kann sich hier Zuckerbergs ganze Rede an das Facebook-Volk (und vor allem seine mächtigen Anzeigenkunden) geben:

Wer sich hingegen das Wochenende nicht versauen lassen möchte, sollte sich entweder mit  unserem Artikel begnügen oder als Ergänzung die Zusammenfassung lesen, die der SPIEGEL bietet.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.