(Michael van Laack) Sie haben nichts dazugelernt! Weder die Polizeiführung noch die verantwortlichen Politiker. Die Taktik nach Stuttgart ist fast identisch mit jener nach den Vorgängen rund um die Kölner Silvesternacht: Nur zugeben, was beweisbar ist mittels der unseligen „kleinen Videos“ im Netz.

Die Parole lautet: Um den Endsieg im Kampf gegen „Rechts“ (damit meinen sie alles Konservative und echt Liberale) nicht zu gefährden, gilt es, ein Wording zu finden, dass von den Tätergruppen und ihrer Motivation ablenkt.

Die Botschaft an die Bürger: „Das hat alles nichts mit Linken, Migranten und BLM zu tun.“

Unpolitischer Spaßterrorismus und ein einmaliger Vorgang!

Deshalb stellt Stuttgarts grüner Oberbürgermeister Fritz Kuhn in der Pressekonferenz klar:

„Ich kann nicht ausschließen, dass durch die Bilder, die wir in den letzten Wochen in den Medien haben [Anm.: Er meint die plündernden schwarzen Horden und das sie eskortierende weiße „ANTIFA USA“-Gesocks], der ein oder andere sich vielleicht besonders ermutigt fühlt, jetzt mal was gegen die Polizei zu unternehmen, aber von der Polizeiseite ist mir – und da schaue ich genau hin – keinerlei Anzeichen für rassistische Grundstrukturen oder so was überhaupt erkennbar. … In dieser Samstagnacht ging es um was anderes. Da ging es um die Frage, was darf man tun, wenn man Äääh lustig ist, wenn man Spaß und Freude hat Äääh und Äääh wie darf man die Polizei herabwürdigen? Da geht’s ja nicht nur um die körperliche Verletzung, sondern es geht auch um die Verletzung der Rolle der einzelnen Polizistinnen und Polizisten.“ (29:47 bis 31:20 im oben verlinkten PK-Video/ inkl. Auslassung im Text)

So schnell wie möglich zurück zur Tagesordnung

Na, dann sind wir ja alle beruhigt. Das war halt nur ein Haufen Postpubertierender, der mal antesten wollte, was man so alles kaputtmachen und wen man wie oft und heftig schlagen darf, bis man von der Polizei mit Blaulicht zu Mama und Papa zurückgebracht wird und Stubenarrest bekommt.

In einem mitgeschnittenen Audio eines Stuttgarter Polizisten, das gestern – ohne Namensnennung – auf diversen privaten Profilen mehrerer sozialer Netzwerke (hauptsächlich aus dem Raum der Landeshauptstadt) zu finden war und mittlerweile mit Bildern unterlegt wurde, klingt das allerdings ganz anders:

Das Statement eines rassistischen Polizisten? Immerhin verwendet er den rechten Kampfbegriff „Kanaken“ für die nichtdeutschen Mitglieder der frustrierten Party-Szene.

Ein fremdenfeindlicher spaßverderbender Nazi-Polizist?

Der Beamte übertreibt sicherlich auch maßlos! Denn, wie OB Kühn glaubwürdig ausführte, wollten die Jungs nur spielen. Und sie waren frustriert! Vor Corona konnten sie in den WC-Anlagen der großen Clubs Betäubungsmittel verkaufen, erwerben und sogar vor Ort unauffällig konsumieren.

Nun zwingt das „Scheiß System“ (wie ja einige der Party-Plünderer politikfrei skandierten), zum Verkauf auf offener Fläche und wagt trotz dieser erschwerten Geschäftsbedingungen eine Drogen-Kontrolle. Diesen Spaßverderbern muss man doch was auf die Fresse hauen dürfen als zukünftiger Steuerzahler!

Keine konzertierte Aktion – Sturmhauben beliebte Party-Kleidung

Auch Polizei-Vizepräsident Thomas Berger sieht die Sache relativ entspannt: „Es wurden insgesamt im weiteren Verlauf des Abends 40 Ladengeschäfte angegangen – sage ich jetzt mal ein bisschen juristisch untechnisch – also es wurden Schaufensterscheiben beschädigt oder zerstört. Nach jetzigem Sachstand gehen wir davon aus, dass neun Ladengeschäfte geplündert wurden in verschiedenen Ausprägungsstufen.“ (05:02 bis 05:25).

Na, da sind wir aber alle beruhigt. Da waren wohl Plünderer-Azubis unterwegs, die nicht alles gestohlen und zerstört und sogar vergessen haben, die Läden nach dem kostenfreien Einkauf in Brand zu setzen. Vielleicht sollten die alle noch mal die „kleinen Filmchen“ aus den USA anschauen, von denen Stuttgarts OB bekanntlich begeistert ist als BLM-Fan.

Neue Rubrik in der Kriminalstatistik

Obwohl diese youtube-Videos selbstverständlich wenig hilfreich sind für die Legendenbildung, die im weiteren Verlauf der PK Frank Lutz betrieb. Klar sei: Das alles war nicht politisch motiviert und habe somit nichts mit Links zu tun.

Ich bilde mir ein, durch den TV-Lautsprecher erleichtertes Ausatmen bei den Journalistenkollegen wahrgenommen zu haben. Auch mit Migranten habe das nichts zu tun, versicherte der PolPräsi unmittelbar im Anschluß an die erste frohe Botschaft. Virtuell knallten nun die Sektkorken bei den Presstevertretern. Denn, so Lutz: Lediglich knapp mehr als die Hälfte der Teilnehmer am nächtlichen Event seien nach Erkenntnis seiner Behörde noch nicht so lange hier wie die biodeutschen Rassisten. Bei so einer knappen Mehrheit könne man selbstverständlich auf nichts rückschließen.

Seit drei Wochen habe man die Party- und Eventszene bereits mit Sorge beobachtet. Nichts deutete darauf hin, dass die Jungs an diesem Samstag deutlich mehr Spaß haben wollten als an den Wochenenden zuvor, wo es nur kleine Scharmützel gegeben habe.

Darüber hinaus betonte Lutz, es würde sich hier definitiv auch nicht um Hassdelikte gegen die Polizei handeln. Nein, Event- und Partykriminalität würde das BKA zum Beginn des Jahres 2021 in seine neue Statistik schreiben. Wie so oft bei anderen Gelegenheiten verrät auch hier die Polizeiführung ihre Front“soldaten“.

Große Erleichterung bei den Haltungsjournalisten

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Man stelle sich vor, in den nächsten Wochen käme es unter gleichen Vorzeichen erneut zu Gewaltexzessen dieser Art in anderen Großstädten. Wochenende um Wochenende müssten mehr Striche in den Rubriken Ausländerkriminalität und Linksradikalismus gemacht werden… Jeder Demokrat wird einsehen: Das wäre ein unverzeihlicher Vorgang!

Angela Merkel und Horst Seehofer würden niemals akzeptieren, dass rechtsradikale Straftaten nicht mehr auf Platz 1 stünden. Auch BfV-Präsident Haldenwang will nicht vom totalen AfD-Bashing auf eine andere Strategie wechseln. Der Mann ist ja ohnehin nicht in dieses Amt gehoben worden, weil er dazu befähigt wäre, für den Schutz der Bürger vor allen kriminellen oder politisch radikalen Strukturen zu sorgen, sondern weil er über jedes Stöckchen springt, das die Kanzlerin und die Leitmedien ihm hinhalten.

Fazit

Alles wie immer! Nichts hat mit nichts zu tun, solange es nichts mit „Rechts“ zu tun hat. Hat es aber mit „Rechts“ zu tun, reicht bereits ein von einem vermutlich Rechtsradikalen auf den Boden geschubstes Kind, um „unsere“ Demokratie zu gefährden!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.