(Michael van Laack) Am vergangenen Sonntag hat Erzbischof Carlo Maria Viganò – von 2011 bis 2016 Botschafter des Heiligen Stuhl in den USA – einen Brief an US-Präsident Trump veröffentlicht, in dem er ihn für manches lobt. Zunächst wurde der Brief von den „Qualitätsmedien“ als konservatives Wirrzeug abgetan. Mittlerweile aber sickert bei manchen die Erkenntnis durch, dass es unangenehme Folgen auf das Wahlverhalten vieler US-Katholiken haben könnte.

Deshalb widmen „Demokraten“-freundliche Vatikanexperten wie Christopher Lamb nun auch in deutschen Kirchenmedien das Trump-Lob in einen Angriff auf Papst Franziskus um. Wie nicht anders zu erwarten, steht der Vatikanist voll und ganz bei den „Black Lives Matter“-Aktivisten. Der böse Trump gegen die täglich geknechtete Millionenschar Afro-Amerikaner, denen es unter den vergangenen Präsidentschaften um so vieles besser gegangen sei. Aber auch andere Aspekte im Interview lassen aufhorchen.

Gegen Pädophilie und Christenverfolgung? Wie papstfeindlich!

Viganò schrieb in seinem Brief: „Zum ersten Mal in der Geschichte haben die Vereinigten Staaten in Ihnen einen Präsidenten, der mutig das Recht auf Leben verteidigt, der sich nicht schämt, die Verfolgung von Christen auf der ganzen Welt anzuprangern, der von Jesus Christus und dem Recht der Bürger auf Religionsfreiheit spricht. Ihre Teilnahme am March for Life und in jüngerer Zeit Ihre Proklamation des Monats April zum Nationalen Monat zur Verhütung von Kindesmissbrauch sind Maßnahmen, die zeigen, auf welcher Seite Sie kämpfen möchten.“

Wahlempfehlung eines radikalen Katholiken

Lamb erklärt dazu: „Im Endeffekt ist der Brief ein Empfehlungsschreiben für Präsident Trump. Erzbischof Viganó sagt: Trump steht im großen Kampf zwischen Gut und Böse auf der Seite des Lichts. Er befürwortet die Anti-Abtreibungs-Politik des Präsidenten. Der Brief zeigt ein ziemlich apokalyptisches Weltbild.“ Um dann nach Hinweisen auf verschwörungstheoretisches Gebaren des Erzbischofs etwas weiter unten zu dem Schluss zu kommen: „Trumps Unterstützung und Lob für Viganó ist also in verschiedener Hinsicht ein Angriff auf den Heiligen Stuhl. Erzbischof Viganó ist gegenüber dem Papst ganz klar feindlich eingestellt, und das auf außergewöhnliche Weise.“

Nicht Bekämpfung des Rassismus ist das Ziel

Was ich in manchem Artikel auf PP seit Beginn der Causa Floyd gesagt habe, fasst der Erzbischof in folgende Worte: „Aus diesem Grund glaube ich, dass der Angriff, dem Sie nach Ihrem Besuch im Nationalschrein des Hl. Johannes Paul II. ausgesetzt waren, Teil des orchestrierten Medien-Narrativs ist, das nicht darauf abzielt, Rassismus zu bekämpfen und soziale Ordnung zu schaffen, sondern die Voraussetzungen zu verschlechtern, nicht um Gerechtigkeit zu bringen, sondern um Gewalt und Verbrechen zu legitimieren; nicht um der Wahrheit zu dienen, sondern um eine politische Fraktion zu bevorzugen.“

Links vor Rechts

Die linke „Fraktion“ soll bevorzugt werden, der Sozialismus für kurze Zeit einen Demokratiepelz anlegen. Dies ist auch Wunsch der Bundesregierung und der finanziell abhängigen Staatsmedien. In den großen Printhäusern wagt es entsprechend kaum ein Redakteur, die von ARD und ZDF vorgegebenen Linien zu kritisieren oder gar zu durchbrechen; auch die Kirchen in Deutschlandwagen  keine Widerworte, sondern wiederholen treu Regierungsmeinung: Trump ist ein Rassist, ein Islam- und Frauenfeind. Trump ist böse, die „Demokraten“ und wir ihnen in fast allem Gleichgesinnten sind die Guten.

Interessant in diesem Zusammenhang ist: Lamb ereifert sich über Viganòs einfaches Weltbild von den Kindern des Lichts und denen der Finsternis, scheidet aber durchgängig in seinen Aussagen zwischen dem bösen Trump samt „seinem“ papsthassenden Erzbischof und den Guten, die deshalb gut zu nennen sind, weil sie nicht auf Trumps Seite stehen.

Trump dankt Viganò, weiß aber nichts über ihn?

Während der „National Catholic Reporter“ über Trumps Tweet schrieb: „Tweet from Trump puts controversial Archbishop Viganò back into US politics“ vermutet der „Experte“ Lamb, dass finstere, weil konservativ-katholische Mächte in Trumps direkter Umgebung ihn in dieser Frage steuerten.

Trump wüsste nicht einmal, wer der Erzbischof sei. Ihm reiche das Wort seiner üblen Berater, die am rechten Rand stünden, vollkommen aus. Wenn die sagen, „Viganó hat recht und liebt Dich!“, würde der naive US-Präsident das sofort glauben. Nur so sei dieser Tweet erklärlich.

Rückblick: Viganòs Rücktrittsforderung an Papst Franziskus

2019 hatte Viganò Papst Franziskus zum Rücktritt aufgefordert und Vertuschungsvorwürfe gegen ihn erhoben im Zusammenhang mit Missbrauch-Ermittlungen gegen den US-Kardinal Theodore McCarrick. Nachdem Papst Benedikt XVI. strenge Sanktionen gegen McCarrick verhängt und ihm ein Leben in Gebet und Buße auferlegt hatte, als interne Ermittlungen erste Vorwürfe bestätigten, hob Franziskus diese Sanktionen wenige Tage nach Beginn seines Pontifikats 2013 auf und machte McCarrick zu einem seiner engsten Berater. Obwohl er von den Vorwürfen wusste! Damit habe der Papst dem Ansehen der katholischen Kirche nicht nur in den USA geschadet, sondern weltweit, erklärte Viganò. Dass der Papst im Februar 2019 nach unendlich langem Zögern McCarrick doch aus dem Amt entlassen habe, sei nicht aus Franziskus‘ Einsicht erwachsen, sondern der rechtskräftigen Verurteilung des Ex-Kardinals und internem Druck zu verdanken gewesen.

Katholiken in den USA sollen sich von Trump abwenden

Trump unterstütze also einen Erzbischof, der sich offen gegen den Papst gestellt habe, meint Lamb Das sei ungeheuerlich. Deshalb müssten sich die Katholiken bei den kommenden Präsidentschaftswahlen entscheiden, auf wessen Seite sie stünden: Auf der des bösen Trump, der einen Erzbischof lobt, welcher massive und vollständig unberechtigte Kritik am Papst geübt habe; oder auf der Seite von Franziskus, dessen vorbildliche Haltung in der Corona-Frage ihn würdig gemacht habe, Teil „unserer“ Demokratie zu werden.

Allerdings fürchtet Lamb und mit ihm gewiss auch der überwiegende Teil des staatseigenen Episkopats (Deutsche Bischofskonferenz), sehr viele Katholiken in den USA wüssten überhaupt nicht, dass Viganó ein dolchstoßender Finsterling ist, der „sich von allem losgesagt hat, wofür er als päpstlicher Diplomat ausgebildet wurde. In gewissem Sinne auch von seiner Weihe als Erzbischof. Im Prinzip hat er den Bund mit Rom gebrochen, auf verschiedene Weise.“

Beten und/oder Daumen drücken!

Hoffen wir, dass diese Einschätzung sich bewahrheitet und die konservativen Katholiken der USA nicht ins Lager der Pädophilie- und Islamverharmloser, der Lebensschutzfeinde und Genderförderer wechseln: Sprich, nicht zu jenen Geistes Kinder werden, die sich in unseren Tagen anschicken, die Herrschaft über die Menschen in Deutschland und Westeuropa zu erlangen. All das selbstverständlich unter der Maske „unserer“ Demokratie!

In God we trust – Dort wie hier!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.