(Michael van Laack) Der WDR-Moderator Georg Restle tritt für einen werteorientierten Journalismus ein. Eine neutrale Haltung hält er nicht für wünschenswert, ist nach seiner Ansicht auch in seinem Gewerbe gar nicht möglich. Seine Erkenntnis erleichtert mir die Formulierung der Replik auf seinen heutigen Kommentar „Der Rassismus der gesellschaftlichen Mitte“. So wird Herr Restle mir gewiss verzeihen, dass ich ebenso hart, wertend und unversöhnlich schreibe, wie er.

Sonderlich verwundert hat mich sein heutiger Kommentar auf der Plattform der Tagesschau nicht. Man ist schon einiges gewöhnt von ihm. Ginge es nach dem Leiter und Moderator des Politmagazins „Monitor“, gäbe es keine Flüchtlingslager in Afrika, nicht einmal in Griechenland. Aus seiner Sicht sind all diese Einrichtungen eine Schande. Jeder möge nach Europa reisen und dort Residenz nehmen, wo es ihm beliebt. Nur das sei wahre Willkommenskultur.

Die ideale Regierung stellt für Restle ein rot-rot-grünes Bündnis dar. Nur so ließe sich die AfD-Gefahr beseitigen. Schließlich sei diese Partei „der parlamentarische Arm einer rechtsextremistischen Bewegung.“

Und dennoch: Der heutige Artikel hat ein ganz andere Qualität, als manches vorher von Restle Geschriebenes. Seinem Hass auf den US-Präsidenten lässt er freien Lauf und schreckt auch vor mindestens mäßiger Entstellung mancher Wahrheit nicht zurück.

Trump verantwortlich für Plünderung und Brandschatzung?

„Schlimme Bilder sind das aus den USA. Ein schlimmer Rassismus und ein schlimmer Präsident, der seine Ku-Klux-Klan-Gesinnung wie einen Keil in die amerikanische Gesellschaft treibt.“

Dreimal „schlimm“: So konstruiert Restle mit Techniken, die schon den Redakteuren des Völkischen Beobachters oder von „Neues Deutschland“ wohlvertraut waren, einen Zusammenhang, der nicht existiert. Ohne den schlimmen Präsidenten kein schlimmer Rassismus, ohne den schlimmen Rassismus keine schlimmen Bilder.

Mit „schlimmen Bildern“ meint er selbstverständlich die afroamerikanischen Horden, die – aufgehetzt von linksradikalen Gewerkschaftsmitgliedern aller Hautfarben und weißen Gruppen, die bis zum Verbot des Zeigens dieser Symbole stets unter ANTIFA-Banner marschierten – Nacht um Nacht zahlreiche Straßen der USA verwüsten. Das freilich darf ein Haltungsjournalist, der weiß, wer hinter dem Hetz-Account „ANTIFA Zeckenbiss“ in Deutschland steht, nicht offen zugeben. Deshalb erweckt er den Eindruck, jene, die in zahlreichen US-Städten verbrannte Erde hinterließen, seien Rechtsextremisten. Oder aber junge schwarze Waisen, deren Eltern auch heute noch täglich an jeder Ecke vom Ku Klux Klan an einer Straßenlaterne aufgehangen oder auf andere Art und Weise grausam ermordet werden.

Schlimmste Rassenunruhen unter „Messias“ Obama

Für Restle & Co. ist und bleibt er eine Lichtgestalt. So stellen sich Menschen seiner Couleur grundsätzlich ein ideales Regierungsoberhaupt vor: Nichtweiß, eine Klammer um Sozialismus und Kapitalismus legend, leicht islamophile Züge, Gender-Ideologe, Abtreibungs- und Euthanasie-Befürworter, LGBTI-Hyper, Greta-Gläubiger und wenn möglich auch noch ein ganz klein wenig offen katholikenfeindlich.

Blöd nur, dass sich ausgerechnet unter der Präsidentschaft dieses bereits kurz nach dem Amtsantritt ohne Vorleistung mit dem Friedensnobelpreis bedachten „Yes we can!“-Messias die Kriminalität in den USA besonders in den Ghettos der nichtweißen Milieus mehr als verdreifachte und mit Ferguson die bislang blutigsten Rassenunruhen in die Mitte seiner zweiten Amtsperiode fielen. Müsste Restle nicht ehrlicherweise schreiben – vorausgesetzt, seine oben angeführten Aussagen träfen zu, was sie selbstverständlich nicht tun: „Barack Obama hat mit seiner Politik des Zögerns und Zauderns, vor allem aber des Nichterfüllens der Hoffnungen der Afro-amerikanischen Community den Nährboden gelegt für das, was wir in diesen Tagen an schlimmen Ereignissen in den USA sehen?“

Restles Ku Klux Klan-Lüge

Erfunden hat er diese Lüge nicht. Aber er weiß, dass es eine Lüge ist. Entstanden ist sie 2016 im Präsidentschaftswahlkampf. Trumps Vater Frederick Trump sei Mitglied des Klans gewesen und so habe Donald mit der Muttermilch den Rassismus des Vaters aufgesogen. All das ist mittlerweile widerlegt. Diese Nebensächlichkeit stört freilich einen Journalisten wie Restle – den Neutralität anwidert und der deshalb Partei ergreift – nicht die Bohne. Wer an die Macht will bzw. anderen dazu verhelfen, muss aufblasen oder gar lügen, bis sich die Balken biegen, wenn sich nichts Wahres finden lässt, das belastend genug wäre.

Dann nimmt man halt auch gern mal den Sohn in Sippenhaftung. Wenn wir Liberal-Konservative so etwas täten… Man stelle sich vor, z.B. ich würde Merkel eine „schlimme Kanzlerin mit SED-Gesinnung“ nennen, nur weil sie Kader in der Jugendbewegung der DDR war und zumindest ihr theologisch gebildeter Vater ein lupenreiner Sozialist… Restle würde dann vermutlich schreiben vom „Nazischmutz-Kübler van Laack, der das Ansehen von Frau Dr. Merkel besudeln will.“..

Aber Georg Restle gehört ja zu den Guten, den Anständigen, den Aufri… Nein, zu letzeren selbstverständlich nicht, denn das Multiplizieren von mäßig entstellten Wahrheiten hat er ja in seiner journalistischen Ausbildung mit der Muttermilch aufgesogen.

Fake-Collage von Michael van Laack – Obere Bildhälfte: FB-Posting bzw. Tweet der US-Regierung / Untere Bildhälfte Die Aussage stammt vom Creator der Collage und stellt möglicherweise nicht die Meinung der Medienhäuser ARD und ZDF dar.

Restles Lüge über AfD und Polizei

In seinem Kommentar folgt der Überschrift  „Der scheinheilige, unverhohlene Rassismus der Mitte“ seine aus antifaschistische Überzeugung erwachsene Erkenntnis: „In der Politik sowieso, wo die größte Oppositionspartei im Bundestag ein Tummelplatz für Erz-Rassisten ist, die Deutsche nur mit reinem weißem Stammbaum so richtig Deutsch finden. Bei der Polizei, wo Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderem Aussehen immer noch viel leichter ins Fadenkreuz geraten als der angeblich weiße Durchschnittsdeutsche.“

Wäre nett, wenn er mit Zitaten belegen könnte, welcher MdB der AfD Wert legt auf einen weißen Stammbaum? Ist es nicht eher so, dass Menschen wie Restle Familien suspekt sind, in deren Stammbaum sich in den vergangenen drei bis maximal vier Generationen keine Migrationsgeschichte nachweisen lässt? Stammt der verächtlich machende Begriff „Biodeutscher“ nicht aus jenen Milieus, die Restle gern in Deutschland für die nächsten tausend Jahre an der Regierung sähe? Sind also nicht eher Linke wie dieser unaufrichtige Journalist Rassisten?

Menschen mit anderer Hautfarbe werden von der Polizei häufiger kontrolliert als Weiße? Dass dies bundesweit so ist, wage ich zu bezweifeln. In den No-Go-Areas in NRW, Bayern oder Berlin mag es zutreffen. Was wiederum daran liegt, dass Prostitution, Drogen- und Waffenhandel im Westen und Osten unserer Republik größtenteils in den Händen afrikanischer Clans liegen. Sollen wir Restles mahnenden Zeigefinger etwa in dem Sinn verstehen: „Lasst mir bloß meinen Lieblings-Dealer und die Zuhälter der tollen Weiber aus Turkmenistan in Ruhe!“?

Arbeitgeber und Vermieter bevorzugen die germanische Rasse?

Restle weiter: „Im Alltag, wo Arbeitgeber und Vermieter dann doch lieber Menschen bevorzugen, die eher in ihr Bild des „klassischen“ Deutschen passen – und wo Werbekampagnen für Aufruhr sorgen, nur weil darin zu wenig weiße Deutsche vorkommen.“

Tja… Es kommt ja auch noch auf die Qualifikation an, Herr Restle: Nur weil Sie und Ihre Medien-Kumpel die Ansicht vertreten (und bei jeder sich bietenden Gelegenheit auch multiplizieren), zahlreiche Migranten und Asylanten seien herausragend qualifiziert, muss das ja nicht stimmen. Hinzu kommen oft Sprachhürden, sogar bei ungelernten Tätigkeiten.

Was Vermieter betrifft: Labern Sie nicht einfach nur, sondern weisen sie statistisch nach, Herr Restle. Mit Nachweisen meine ich nicht, zwei oder drei Leute vor die Kameras zu zerren, denen man zuvor 300 bis 500 Euro in die Hand gedrückt hat, damit sie sich im gewünschten Sinn äußern. Auch meine ich nicht die einzelnen negativen Beispiele, die es real zweifellos geben wird.

Glauben Sie das folgende oder lassen Sie es, Herr Restle: In manchen Stadteilen Duisburgs, Kölns, ja sogar Düsseldorfs und Münchens bekommt eher ein Araber denn ein Germane eine Wohnung, weil dort die Immobilien zu fast 80 % in den Händen jener Clans sind, die mit Ankauf oder Neubau ihr Geld waschen.

Für Menschen zweifelhaften Charakters hat das aber gewiss alles nichts mit Rassismus zu tun. Machen Sie im „Monitor“ doch mal einen Bericht über Alltagsrassismus gegen Deutsche oder über die fast an jedem Wochenende von Nichtweißen in den deutschen Multi-Kulti-Städten attackierten Polizisten. Ja ich weiß, dass ist viel verlangt, mein Bester. Aber dann hätten Sie mich garantiert als Zuschauer vor dem TV-Gerät. Einfach mal eine Sendung frei von linksgrüner Indoktrination.

Restle locuta, causa finita!

„Und dann werden aus Worten Parolen, aus Gedanken Ideologien und aus Vorurteilen Ausgrenzung und Gewalt. Ob in Minneapolis, in Hanau oder anderswo.“ lautet der Schlusssatz des Kommentars.

Ausgrenzung, Vorurteile, Gewalt: Zumindest bei den beiden Ersteren ist Restle ganz weit vorn mit dabei.

Und ja, Herr Restle, selbstverständlich findet all das auch anderswo statt. Vor allem mit Blick auf die Partei, die der Montor-Moderator für den politischen Arm des Rechtsradikalismus hält: Im Deutschen Bundestag, in Restaurants und Tagungsstätten und bei anderen „Den Nazis kein…“-Aktionen. Todesdrohungen gegen die eigene Person und die Familie, brennende Fahrzeuge, eingeworfene Fensterscheiben, verwüstete Geschäftsstellen.

Gegen all das wenden Sie sich, Herr Restle? Dann sagen Sie das doch auch mal so. Bisher nehme ich Sie wahr als einen als Demokrat getarnten Linksfaschisten, der das Christentum für überflüssig hält, der konservatives Denken ausgelöscht sehen möchte und Widerspruch gegen jene, die mehr zu sein glauben (oder es auch tatsächlich sind), für ein Zeichen der Demokratieverachtung hält.

Ihr heutiger Kommentar jedenfalls war so ziemlich das Schlimmste, was ich aus Ihrer Feder bisher lesen durfte. Sowohl dem teils wahrheitswidrigen Inhalt als auch dem Stil nach. Unwürdig eines Menschen Ihres Intellekts!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.