(Michael van Laack) Harte Zeiten sind angebrochen für die Völkisch-Nationalen in der AfD. Nicht erst seit der Scheinauflösung des Flügels und der zumindest für Alice Weidel und Alexander Gauland überraschenden Niederlage der im Verhältnis zu ihren Mitgliedern überproportional einflussreichen innerparteilichen Bewegung bei der Abstimmung zu Kalbitz. Und die Zeiten werden immer härter…

Den gestrigen Tag darf man für die Mannen rund um Björn Höcke getrost als „Black Tuesday“ bezeichnen: Der niedersächsische Verfassungsschutz stufte den Flügelteil der Landespartei als rechtsextrem ein und dem Parlamentarischen Geschäftsführer der AfD – Enrico Komning – fiel eine auf Band mitgeschnittene Aussage aus dem Jahr 2016 vor die Füße, in der er seine Verachtung für die parlamentarische Demokratie zum Ausdruck brachte.

Vor allem aber: Erik Lehnert – seit fast 12 Jahren Geschäftsführer des Instituts für Staatspolitik – ist nicht mehr Mitglied des Vorstands der parteinahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, wo er die Augen und Ohren des Flügelflüsterers Götz Kubitschek bildete. Diese Nachricht tat sehr weh. Auch Dubravko Mandić!

Neben Gedeon der übelste Hetzer in der AfD

Mandić ist Rechtsanwalt. Ein Berufsstand, mit dessen Mitgliedern viele Mütter gern ihre auf „Super-Barbie“ trainierten Töchter verehelicht sähen. Vor allem aber ist Mandić ein zumindest gewaltaffiner Rechtsextremist mit Parteibuch. So zeigte er offene Sympathie für die „Hooligans gegen Salafisten“, versteht die AfD sinngemäß als NPD ohne Straßenkämpfer und kündigte als Redner auf einer Demo gegen das WDR-Video „Unsere Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ an, man werde die Journalisten „aus ihren Redaktionsstuben vertreiben“.

Nachdem er auch von Jörg Meuthen dafür gescholten worden war, ruderte er in dieser Sache zurück. Keinen Hehl macht der Freiburger Jurist aus seiner Nähe zu Burschenschaften, die dem Nationalsozialismus auch manch Positives abgewinnen können. So z.B. der Saxo-Silesia, auf deren Veranstaltungen man sich schon mal gern mit „Heil Hitler“ begrüßt. Im Mai 2019 war er zudem in eine Schlägerei auf der Stuttgarter Kaiserstuhl-Brücke verwickelt, bei der u.a. Reizgas zum Einsatz kam.

Frauen oft selbst für Vergewaltigung verantwortlich

Mandić – der dem Jugoslawien Titos nachtrauert und sich für Deutschland auch einen starken Führer wünscht, der der Nation Stolz und Einigkeit zu verleihen vermag – hat möglicherweise in seiner Kindheit ein falsches Frauenbild vermittelt bekommen. Oder aber sein soldatisches und kriegerisches Denken, das in vielen seiner Tweets zum Ausdruck kommt, lässt ihn auf Frauen als nicht kriegswichtiges Menschenmaterial schauen.

So verteidigte er z.B. im Jahr 2013 einen Mandanten, welcher der Vergewaltigung beschuldigt war, mit den Worten: „Eine Vergewaltigung findet nicht unabhängig von sexuellen Reizen statt“. Die Frau habe mit ihren Reizen gespielt und trage daher eine Mitschuld am Tathergang. Auf Twitter äußerte sich der Mann, dessen Berufsstands-Kollegen die Schwiegermütter vertrauen, 2018 so:

„Tausende Frauen, die sich vor Jahrzehnten nach oben gebumst oder dies jedenfalls versucht hatten, entdecken nun, dass sie in Wirklichkeit vergewaltigt wurden.“

Twitter ist Mandić virtuelles Schwert

Schon seit fast vier Jahren kann ich nicht nachvollziehen, warum bisher niemand ernsthaft versucht hat, dieses bösartige Geschöpf aus der AfD auszuschließen. Über seine Tweets ließe sich ein Buch schreiben.

Verschwindet er bald freiwillig, sobald es Landolf Ladig an den Kragen geht, was nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte? Wie zahlreiche andere Flügler, denen langsam die Luft zum Atmen knapp wird, geht auch Mandić in diesen Tagen klar auf Konfrontationskurs zu allen, die nicht auf der Seite der „wahren, schönen und guten Rechten“ stehen.

Snip des Tweets https://twitter.com/DubravkoMandic/status/1265306513758982146

„Auf der Flucht werden die meisten erschlagen.“ Tja…

Mandić ist selbstverständlich kein Typ, der flieht! Er kämpft mit offenem Visier, benennt die „Feindzeugen“ und lässt sie schon mal wissen, dass der Endsieg nahe ist.

Subtext: ‚Spätestens dann geht es Euch Verrätern an den Kragen! Aber wer weiß… Haltet mal schön Eure Augen auf.‘ – Das kennen wir alle, die wir kritisch gegen Flügel, Sezession und IB schreiben. Doch können wir gut mit subtil aufgebautem Druck umgehen.

Entsprechend stimmte er sich und die Seinen heute Morgen mit einer Kampfmeditation auf die kommenden Tage ein, die ich hier direkt verlinke. Die Stimme im Hintergrund stammt vom 1987 ermordeten Pfarrer Hans Milch, einem römisch-katholischen Traditionalisten, den Rechtsextremisten gern missbräuchlich vor ihren Karren spannen, weil sich in seinen Predigten und Vorträgen der notwendige Pathos findet und seine Aussagen so mit wenigen Audio-Schnitten passend sinnentstellt werden können.

Unter Mandić‘ gestrigem Posting zum Stiftungsthema findet sich verlinkt ein Video von Nikolai Alexander mit dem sinnreichen Titel: „Phalanx gegen die Feindzeugen“. Hinter Nikolai Alexander verbirgt sich vermutlich ein namentlich bis heute nicht identifizierter Tscheche, Kopf eines verdeckt operierenden rechtsextremistischen Netzwerks namens Reconquista Germanica.

Es mag allerdings auch sein, dass die Spur nach Tschechien gezielt gelegt wurde und unter dem Pseudonym ein Team unterwegs ist. Dafür spricht die Dichte der Produktion professionell produzierter Videos und Texte. Die Dienste gehen davon aus, dass das Netzwerk seit Ende 2019 nicht mehr bestehe. Trotz der Bedenken, die einige und auch ich zu dieser Erkenntnis in den letzten Monaten vorgetragen haben.

Ist Mandić ein bosnisch-germanischer Rückeroberer?

Ebenso gehen wir davon aus, dass Dubravko Mandić Teil dieses Netzwerkes ist. Allerdings: Wie bei der Evolutions-Theorie, Relativitäts-Theorie, Gender-Theorie und Urknall-Theorie immer noch Zwischenglieder oder -formeln fehlen, um nicht mehr „Theorie“ schreiben zu müssen… So gehen wir lediglich davon aus aufgrund mancher Glieder in einer Kette, können es aber nicht gerichtsfest beweisen. Es fehlen eben Zwischenglieder, weshalb das aktuell nicht mehr ist als die „Dubravko-Theorie“.

In dem Video wird zäh über fast 30 Minuten erklärt, wer warum gut oder böse ist und wie man sich gegenüber den Bösen (also den Feindzeugen) zu verhalten habe:

Snip aus dem Youtube-Video „Phalanx gegen die Feindzeugen“ von Nikolais Alexander – https://youtu.be/DI6_RO_ha-0

Das hier sind übrigens die Guten! Ob sie das wissen? Also nicht, dass sie die Guten seien. Denn dafür halten sie sich zweifellos, wie wir ihren Äußerungen der vergangenen Jahre entnehmen konnten. Was ich meine: Ob sie wissen, dass die radikale Rechte sie zu Rittern der Tafelrunde gemacht hat? Ob ihnen dieses Bild aus dem unten verlinkten Video gefällt? Ob sie vielleicht gar stolz darauf sind?

Besser wäre, wenn kein Stolz diese Politikerbrüste anschwellen ließe ob eines Bildes in Stil stalinistischer Propaganda. Denn Knaben wie der hier unten sind die schönen Fußsoldaten des guten Flügel-Heeres, welches um den Sieg seiner Wahrheit kämpft.

Mit solchen Gestalten dürfte kein Krieg zu gewinnen sein. Das ist der Typos, der sofort flieht und erschlagen wird, wenn man auch nur leise zurückbrüllt oder ihm auf den kleinen Zeh tritt.

Snip ebd.

Zum Abschluss noch das ganze Video. Ich habe es mir selbstverständlich angeschaut und all die üblen Botschaften gehört: Über Verräter, U-Boote, linke Feindzeugen. Über die Motivation Meuthens, dem Merkelagenten. Und eben mit all den Helden: Höcke, Weidel, Kalbitz, Gauland, Brandner usw. Dazu all die Appelle an Gemeinschaft, Einigkeit, Heldenhaftigkeit. Überzogener Nationalstolz trieft aus jedem Abschnitt dieses Filmchens.

Zweifellos etwas fürs Archiv, aber sicher kein Straßenfeger! Sorry, soll es ja auch gar nicht sein. Die Straße soll ja von den Betrachtern der Video-Botschaft angefüllt werden mit dem neuen Volkssturm.

Zum Ende nur noch eine Frage an den zuständigen Landesvorstand und den Bundesvorstand: Wann entledigt Ihr Euch endlich mit parteirechtlichen Mitteln dieses Rechtsanwaltes? Seine Nähe zur nationalsozialistischen Ideologie (nicht nur mit Blick auf den Ethnopluralismus der von ihm hochgeschätzten IB) hat er in Wort, Schrift und Tat seit mehreren Jahren redundant demonstriert. Denn nicht nur das Spitzenpersonal des real existierenden Flügels müsst Ihr loswerden. Auch – ja gar primär – deren intellektuell begabte Multiplikatoren!

Ohne ihre „Diener“ sind Kubitschek, Kalbitz, Höcke & Co. nichts! Die „Diener“ mobilisieren das Fußvolk. Also muss das Augenmerk der Selbstreinigung vor allem auf die zweite und dritte Reihe der Kader gerichtet werden! Ein erledigter Kalbitz macht noch keinen Sommer, aber die Abschaltung von ca. einem Dutzend Personen vom Format eines Dubravko Mandić wird über die „wahre AfD“ den ewigen Winter hereinbrechen lassen!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.