(Michael van Laack) Als ich am Samstag den Artikel Ist Jörg Bernigs Wahl „unverzeihlich“? Kemmerich, ick hör dir trapsen schrieb, hatte ich bereits ein vages Gefühl. Gestern Abend hat es sich nun bestätigt. Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (CDU) lässt die Wahl nun wiederholen, nachdem sich tiefdemokratische Künstler in der Kreisstadt scharenweise echauffiert hatten.

Nein, es kam nicht so, wie es kommen musste. Es kam so, wie die sozialistisch-kommunistische Propaganda es intendiert hatte!

Wahl zum Kulturamtsleiter wird rückgängig gemacht!

In Radebeul hatten die Ratsfraktionen von CDU und AfD einen liberal-patriotisch-konservativen Schriftsteller zum Leiter des Kulturamtes gewählt. Und zwar die „Unperson“ Jörg Bernig. Der Mann hatte es tatsächlich im vergangenen Jahr gewagt, in der von Höcke-Flüsterer Götz Kubitschek hauptverantworteten Zeitschrift „Sezession“, einen Artikel zu veröffentlichen, in dem er die überdurchschnittliche Widerstandsfähigkeit und Kampfbereitschaft der Sachsen an Hand der Geschichte nachwies. Ein unverzeihlicher Vorgang!

Kritiker der Migrationspolitik und des Islams

Darüber hinaus hatte Bernig Merkels Politik und ihre unreflektierte Haltung zur Ideologie des Islam kritisiert. Für ähnliche Vorgänge wäre man in der guten alten Zeit vor dem Fall des antifaschistischen Schutzwalls angemessen bestraft worden. Stattdessen wollten CDU und AfD ihm nun die Förderung und Pflege der Kultur Radebeuls anvertrauen. Für die Angehörigen der linksgrünversifften Subkultur ein Gräuel ohnegleichen.

Mussten sie befürchten, dass der u.a. von der Ratsfraktion einer zutiefst nationalsozialistischen Partei Gewählte sich umgehend auf die Suche nach entarteter Kunst machen und Bücher von verfemten Autoren verbrennen lassen würde?

Nein, sie fürchteten eher den Verlust von Fördergeldern, die „Aktionskünstler“ zum Ankauf von Farbbeuteln benötigten, um sie dann an die Wände von Kulturfeinden werfen und ein Hakenkreuz darüber schmieren zu können. Oder für den Druck eines Gedichtbandes zum Thema „Kinderliebe in Winnetous geistigem Geburtsort“.

Es gälte, das Erbe Karl Mays zu schützen!

Vermutlich haben sich die so Argumentierenden nur vertippt und meinten Karl Marx.. In der gestrigen Ausgabe der mittlerweile auch in Kreisen höherer CDU-Kader gern gelesenen Tageszeitung „Neues Deutschland“ wurden wir darüber aufgeklärt, dass Karl May für „Toleranz, Weltoffenheit und kulturellen Austausch“ gestanden habe. Deshalb müsse man sich nun ernsthafte Sorgen machen um das Erbe des großen Sohns der Stadt. Offenbar traut man in sozialistischen und anderen linksfaschistischen Kreisen Bernig zu, dass er das Karl-May-Museum abreißen und die Bibliothek schreddern lassen wolle, um an Ort und Stelle eine neue Donar-Eiche pflanzen, Odin anbeten und eine Thing-Stätte errichten zu lassen.

Dass Karl May ganz gewiss nicht politisch Links war und in seinen Romanen ab und an auch unterschwellig Rassismus durchblitzt, so in mehreren Bänden seines Orientzyklus… Wen interessiert das schon? Hauptsache, der „Nazi“ wird aus dem Amt gehoben, bevor er es angetreten hat.

Worthülsen-Geblubber des Oberbürgermeisters

Am Abend nun machte Wendsche von seinem Recht Gebrauch, ein Veto eizulegen. Das kann er nach der Gemeindeordnung immer dann tun, „wenn er der Auffassung ist, dass die Beschlüsse für die Gemeinde nachteilig sind.“ Meines Wissens hat in diesem Jahrtausend noch kein OB von diesem Recht Gebrauch gemacht in Radebeul, solange es nicht um wirtschaftliche Interessen befreundeter Unternehmer ging, denen ein Gemeinderat partout das Bauerwartungsland nicht mit einem Federstrich als Gewerbegebiet ausweisen wollte.

Bert Wendsches Argumentation ist zwar äußert dürftig, dürfte aber die Rechtsnachfolger der SED und ihr grünes Anhängsels vollumfänglich zufriedenstellen: „Die durch den Beschluss bereits jetzt schon deutlich spürbare Polarisierung wirkt sich aus meiner Sicht negativ und nachteilig für die Stadt aus. Die Verantwortung liegt nun wieder dort, wo sie hingehört, beim Stadtrat.“ faselte er in die Mikrophone der Journalisten.

‚Polarisierung wirkt sich negativ aus‘ heißt übersetzt: Wenn den Linken oder Grünen das Ergebnis einer Wahl nicht gefällt, Druck von der Straße droht bzw. ein medial geförderter Shitstorm, geben wir ihren Forderungen nach und haben wieder unsere Ruhe. Schließlich wollen wir doch auch die nächsten Wahlen erfolgreich bestreiten und dann auch irgendwann einmal als ernstzunehmender Koalitionspartner von den Kommunisten anerkannt werden.

Demokratieverachtung um der „Buntheit“ willen

Was der OB mit „Die Verantwortung liegt nun wieder dort, wo sie hingehört, beim Stadtrat.“ meint, erschließt sich mir überhaupt nicht. Hat die Verantwortung also bisher nicht beim Stadtrat gelegen? Hat er die ihm von den Wählern übertragene Verantwortung bisher nicht wahrgenommen? Wachten alle morgens auf, Bernig war Kulturamtsleiter und niemand ahnte auch nur, wie das geschehen war?

Mit Verlaub, Herr Oberbürgermeister: Ich habe ja begriffen, dass Ihr Demokratieverständnis mittlerweile auf das Niveau Ihrer Parteifreundin und unser aller Kanzlerin abgesunken ist und Sie das „rückgängig machen“ einer Wahl für eine Standardprozedur halten. Aber dass Sie die Bürger Ihrer Stadt – ja die ganze interessierte Öffentlichkeit – so billig hinters Licht führen zu können glauben… Das spricht für eine Geringschätzung des Volkes und für die Verachtung des Rechts auf freie Mandatsausübung samt der Gewissensentscheidung.

Legen Sie die Maske ab, Herr Wendsche!

Nun lassen Sie im „worst case“ so lange wählen, bis das Ergebnis Ihren sozialistischen Mitverschwörern passt. Kann man so machen, wenn man der Ansicht ist, dass Demokratie auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. Aber dann sollte man wenigstens noch so viel Anstand besitzen, – „Ehre“ möchte ich im Zusammenhang mit Ihrer Person nicht verwenden – politische Mitbewerber nicht als das zu bezeichnen, was man selbst ist: Ein Verächter der Demokratie. Trauern Sie der DDR nach, wenn Ihnen danach ist; singen Sie jeden Tag „Auferstanden aus Ruinen“, während Sie sich morgens rasieren; glauben Sie meinetwegen auch daran, dass die (Links-)Partei immer Recht hat. Aber beenden wenigstens Sie die Täuschung, die Ihre Partei bundesweit immer noch geschlossen vollzieht: Bekennen Sie, dass Christsein für Sie nichts mit Nächsten- und schon gar nichts mit Feindesliebe zu tun hat und Sie Demokratie zum Kotzen finden, wenn das Ergebnis nicht den Zielvorgaben Ihrer Partei vor einer Wahl entspricht!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.