Auf dem Weg von Ostern zum Pfingstfest legt die Kirche heute gewissermaßen einen Zwischenstop ein: An Ostern feiern wir die Auferstehung des Herrn. Christus zeigt sich seinen Jüngern und bleibt 40 Tage bei ihnen, begleitet und lehrt sie. „Heute“ fährt er auf in den Himmel. Das Gefühl der Gottverlassenheit und Trauer erfüllt die Apostel. Was sollen sie ohne ihn tun?

Schon bald wird allerdings der Heilige Geist auf sie herabkommen (Pfingsten/Pentecoste = Der fünfzigste Tag). Er erfüllt die Jünger ganz, sie verkünden in zahlreichen Sprachen das Evangelium, ihre Nachfolger tragen es in alle Welt. Die Kirche wird hör- und sichtbar. Sie erhält ihr erstes Kapitel in den weltlichen Geschichtsbüchern, während das weströmische Reich seine letzten (und dunkelsten) zu schreiben beginnt.

Pius Parsch (1884-1954) verfasste erstmals 1923 ein dreibändiges Werk mit dem Titel „Das Jahr des Heiles“. Es enthält zahlreiche Betrachtungen zu Festen des Herrn, den Wochentagen der geprägten Zeiten und jener Heiligen, die im Missale Romanum verzeichnet sind. Nachfolgend bringen wir einige Gedanken zum heutigen Fest aus dem II. Band der Ausgabe letzter Hand (Klosterneuburg b. Wien, 1952):

Kein Grund zur Trauer, sondern zur Freude!

Wenn liebe Menschen von uns scheiden, dann trauern wir, selbst wenn wir wissen, dass sie ein besseres Los eingetauscht haben; darum sollten wir meinen, dass die Kirche die Himmelfahrt des Herrn mit Wehmut begleitet; das ist nicht der Fall. Das Fest ist uneingeschränkt ein Freudenfest; es ist eine doppelte Freude, die uns erfüllt, Freude über den Herrn, Freude über uns.

Der heutige Tag ist ein Triumph Christi, ein Siegesfest; der Herr hat sich diesen Triumph wohl verdient. Erinnern wir uns nur an einzelne Phasen und Stationen seines Erdenlebens. Er verließ den Thron des Vaters, erniedrigte sich in den Schoß der Jungfrau, lag im rauen Stall von Bethlehem, floh nach Ägypten vor seinem eigenen Volke, lebte verborgen in Nazareth als Handwerker, dann wanderte er sich müde durch das Judenland, um die verlorenen Schäflein zurückzuführen; wieviel Verkennung und Lieblosigkeit hat er von seinen Brüdern erfahren! Zuletzt erduldete er sein Erlöserleiden vom Ölberg an bis auf Golgatha. Warum dies alles? Weil er uns liebte. Wozu dies alles? Um uns aus der Gewalt des Teufels loszukaufen und heimzuführen in das himmlische Vaterland. Und jetzt ist sein Werk, dem er seine ganze Liebe, sein ganzes Herzblut geschenkt hat, zu Ende. Heute kann er freudig zurückblicken auf sein vollbrachtes Lebenswerk. Er kehrt als Sieger in den Himmel, er tritt als Sohn vor den Vater und gibt Rechenschaft über sein vollendetes Werk. Wir können sagen, das heutige Fest ist das Fest der Thronbesteigung und der Krönung des Königs Christus als König des Himmels und der Erde.

Sursum corda!

Das Fest ist auch ein Freudentag für uns. Die Verherrlichung des Herrn in seiner Himmelfahrt ist auch die Erhebung der Menschennatur, ist auch unsere Verherrlichung. Das ist ein Gedanke, der die Kirchenväter tief ergriffen hat. Unsere menschliche Natur nimmt teil an der höchsten göttlichen Ehre. Christus ist ja mit dem Menschenleibe in den Himmel eingezogen, er sitzt also mit seiner menschlichen Natur auf dem Throne Gottes und wird dort mit dieser Natur in alle Ewigkeit verbleiben. Das ist eine unerhörte Auszeichnung für uns Menschen. Einer der Unseren, unser Haupt, sitzt am Throne Gottes. So sind auch wir, die Glieder seines Leibes, vergöttlicht. Darum singt die Festpräfation bedeutungsvoll: „Er ist erhoben worden, um uns seiner Gottheit teilhaftig zu machen.“ Das ist ein göttlicher Adel, den er uns durch die Himmelfahrt erteilt. Es ist aber auch ein starker Imperativ, eine Forderung an uns: Das Sursum corda! Die Sünde steigt mit Christus nicht in den Himmel, diese ist wie eine Fessel, die uns an die Erde hält. Zersprengen wir diese Sündenbande. Erst müssen wir mit dem Herzen, mit dem Willen und der Begierde in den Himmel steigen („mit dem Herzen im Himmel wohnen“), dann werden wir mit Seele und Leib dem Herrn in den Himmel folgen.

EUCH ALLEN WÜNSCHEN WIR EINEN

SCHÖNEN HIMMELFAHRTSTAG!

GENIESST IHN SO UNBESCHWERT,

WIE ES IN DIESEN TAGEN MÖGLICH IST!

UND VERGESST BITTE NICHT DEN ANLASS,

DER DIESEM GESETZLICHEN

FEIERTAG ZUGRUNDE LIEGT!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.