(Michael van Laack) „Keine Weisheit, die auf Erden gelernt werden kann, vermag uns das zu geben, was ein Wort, ein Blick der Mutter gibt.“ schrieb vor fast 150 Jahren Wilhelm Raabe. Und sogar die radikale Feministin Simone de Beauvoir musste zugestehen: „Durch die Mutterschaft findet die Frau zur vollständigen Erfüllung ihres physiologischen Schicksals. Darin liegt ihre »natürliche« Berufung, da ihr ganzer Organismus auf Arterhaltung ausgerichtet ist.“

Immer weniger Frauen wollen Mutter werden

Verhütungsmittel – vor allem die chemischen – schützen Paare und auch manchen „spontanen“ Single, die zwar „Spaß haben“ aber keine „Kinder machen“ wollen, vor der Elternschaft. Auch wirtschaftliche Gegebenheiten (zu geringer Verdienst) lassen immer mehr potentielle Mamas oder Papas vor einer Elternschaft zurückschrecken.

Nackte Säuglings-Zahlen

Für das Jahr 2019 zählte das Statistische Bundesamt 778.100 Geburten. Das klingt nach viel, ist aber doch zu wenig, um den Bestand des Gemeinwesens zu erhalten. Die durchschnittliche Kinderzahl liegt bei 1,57 pro Paar. Zwei Menschen zeugen also in ihrem Leben 75% von sich weiter. Augenscheinlich funktioniert in unseren Tagen der Organismus der Frau, der nach Simone de Beauvoir auf Arterhaltung ausgerichtet ist, oft nicht mehr „artgemäß“. Zudem ist bei meisten Männern zwar der Trieb weiterhin ungebrochen vorhanden, doch der Wille, den Akt zur Zeugung zu nutzen, ist ebenfalls nicht in dem Maß vorhanden, der zur Arterhaltung notwendig wäre.

Hoheit über die Kinderbetten

Jene Frauen, die sich entscheiden, ein Kind auszutragen (ca. 120.000 tun dies übrigens jedes Jahr nicht, sondern lassen eine Abtreibung vornehmen – über 90% davon nicht aus medizinischen, kriminologischen oder anderen Gründen, sondern aus „sozialen“) haben oft kaum Zeit, eine tiefe Liebe zu ihrem Kind zu entwickeln. Immer früher werden die Kinder in Krippen gegeben, weil Mama arbeiten muss.

Unserer Regierung (und jenen in zahlreichen anderen Staaten) ist das sehr recht. Je früher Bindung zur Mutter verringert und die Erziehung von staatlich geprüftem Personal übernommen werden kann, umso zeitiger kann der Staat Einfluss nehmen: Auf Rollenbilder uund somit auch auf das, was das Kind prägend als „meine Familie“ wahrnehmen soll. Frühkindliche Sexualerziehung, Anleitung zu Kreativität im Sinn der jeweiligen Staatsdoktrin und eine neutrale (also gottfeindliche) Erziehung tun ihr übriges.

Ob Krippe, Kita, Schule, Vereinsleben: Mütter und Väter sehen ihre Kinder mittlerweile von der Wiege bis zu Volljährigkeit seltener, als das pädagogische Personal, Vereinstrainer und Mitschüler. Das Dorf erzieht die Kinder. Das Dorf aber sind primär alle in staatlichen Einrichtungen charakterlich und ideologisch geprägten Individuen, die ihre Prägung tradieren. Wenn dieses System drei Generationen (oder 60 jahre) vollumfänglich eingeführt ist, ist die Eltern-Kind-Bindung mit der Muttermilch abtrainiert, denn es wird eben dann eine Generation Mütter geben, die nicht nur selbst nicht mehr erlebt hat, dass es anders geht, sondern nicht einmal mehr Omas hat, die es in Erinnerung rufen könnten. In Deutschland sehe ich uns in der Mitte dieses Prozesses.

Briefmarke zum Muttertag 1968

Oft wird Erziehungsleistung auch freiwillig delegiert

In einem freien Land hat jeder Mensch das Recht, sich selbst zu verwirklichen. Dazu gehört die freie Berufswahl ebenso wie die Entscheidung, ob man erwerbstätig sein möchte, auch wenn man finanziell nicht muss.

Grund dafür, dass viele Frauen (zumeist in Absprache mit dem Partner, aber immer häufiger auch gegen ihn), sich gegen das Mutterwerden entscheiden, ist die „Karriereoption“. Auch steigt das Alter, in dem Frauen erstmals gebären, seit knapp 50 Jahren kontinuierlich an, liegt laut dem Statistischen Bundesamt aktuell bei 30,04 Jahren. In diesem Alter sind die ersten Steine auf dem Berufsweg gepflastert. Aber der mittlerweile erreichte Lebensstandard inkl. aller Konsum- und Freizeitgewohnheiten soll selbstverständlich erhalten bleiben.

Während die einen Mütter (Alleinerziehende, Geringverdienende) ihr Kind betreuen lassen müssen, tun es immer mehr andere freiwillig, weil es um Erhöhung und oder Absicherung des eigenen Wohlstands-Niveaus geht. Auch bei deren Kindern sehen wir oft fehlende Bindung an die Eltern, besonders die Mutter. Taschengeld als Liebesersatz.

Die Regierung unterstützt selbstverständlich alle Mütter bei ihrem Arbeitswunsch, da im Industrie- und Dienstleistungs-Kapitalismus die Bereitschaft jedes einzelnen Individuums zur Erwerbtätigkeit eingefordert werden muß, damit das System nicht in Schieflage gerät. Du bist nichts, Deine Arbeitskraft ist alles. Persönliche Interessen haben zurückzustehen. Familie als Keimzelle der Gesellschaft, die Mutter als ihr Herz?  Keimzelle ist der Arbeitsmarkt und das Herz das BIP.

Die Liebe vieler Mütter versiegt

Selbstverständlich bleibt die Bindung an die Mutter (und umgekehrt die Aufmerksamkeit für das Kind) immer eine anders gefühlte als die zum Vater. Die Mutter hat das Kind – wie es so schön heißt – unter ihrem Herzen getragen und (oft) unter Schmerzen geboren. Dennoch nehmen wir in der Gesellschaft mehr und mehr wahr, dass Kindern die Mutterliebe – somit die tiefste Liebe – fehlt. Die Zahl der Beziehungsgestörten Nachkommen steigt. Die Zahl der aufgrund von steigendem psychosozialen Streß (von den Arbeitsplätzen in die Wohnstuben importiert) durch die Eltern körperliche Gewalt erlebenden Kinder ebenfalls. Diese Gewalt wird von dort dann oft durch das Kind bzw. intensiver durch den Jugendlichen auf die Schulhöfe und die Straße exportiert. So entsteht ein Liebe vernichtender Kreislauf, der alle Beziehungsstränge der Gesellschaft durchpulst.

Von immer weniger Menschen darf folglich in den kommenden Jahrzehnten Liebes- bzw. Erziehungsfähigkeit erwartet werden, Dauerhafte Partnerschaften werden immer seltener. – Hinzu kommt: Die stetig wachsende Bereitschaft, sich scheiden zu lassen (oft des lieben Geldes oder einer neuen Beziehung wegen,) ist neben des zu laxen Familienrechts Resultat einer bindungsarmen Erziehung. So sind nicht wenige Mütter und Väter oft der Ansicht, Krippe, Kita, und Nachmittagsbetreuung hätten den Kindern nicht nur Nahrung und Bespaßung zu liefern, sondern eben auch echte Gefühle und Nähe zu „vermitteln“. Ein folgenreicher Irrtum!

Fritz Burmann Mutter Erde Fischersfrau mit ihrem Kind in den Dünen der Kurischen Nehrung

Soziale Kompetenz lässt sich erwerben, Liebe nicht!

In diesen Einrichtungen wird zur Gemeinschaft erzogen, dort werden gewiss auch Werte wie Rücksicht auf den Nächsten den Kindern und Jugendlichen vermittelt, keine Frage. Die leiben Kleinen oder auch Pubertierenden erwerben in diesen Einrichtungen zweifellos eine ganze Palette sozialer Kompetenzen. Liebe geben aber können (mal ganz abgesehen vom Wollen) die meisten im pädagogischen Bereich Arbeitenden nicht. Ihnen fehlt (ganz abgesehen von der Zeit, im notwendigen Umfang individuell zu betreuen) die Tiefe, die genetische Bindung und jene, die sich am besten mit „Leib in einem anderen Leib gewesen sein“ umschreiben lässt.

So werden Jahr um Jahr immer mehr Kinder erwachsen, denen es an Mutterliebe mangelt und ebenso an dem ergänzenden Part, dem auf andere Art und Weise Liebe schenkenden Vater. Papas kommen noch weniger vor in der Lebenswirklichkeit vieler Kinder. Fast 40 % der in Deutschland lebenden unter 14jährigen wachsen mittlerweile in so genannten „Alleinerziehenden-Haushalten“ auf. Oder in beziehungsdiffusen Patchwork-Strukturen. Tendenz steigend!

Dennoch macht der Muttertag auch heute noch Sinn

Man kann sogar sagen: Mehr Sinn als früher. Denn wie ein Déjà-vu manche Erinnerung an lange Entbehrtes oder vor vielen Jahren positiv Erlebtes in uns hervorrufen kann (eine Stimme, ein Geruch, ein Bild, eine Melodie usw.), so kann ein einziger Tag, den man – ob als Kind oder Erwachsener – ganz der Mutter schenkt, im Unterbewusstsein gespeicherte frühklindliche Erfahrung als unbestimmtes Erinnern hervorrufen. Und auch bei der Mutter die verschütterete Gefühlswelt wieder lebendig machen: Du bist meine geliebte Tochter bzw. mein geliebter Sohn. Du bist Fleisch von meinem Fleisch. Dich liebe ich mehr als jeden anderen Menschen und das auf eine unbeschreiblich tiefe Art und Weise!

Wir wünschen allen Mamas einen schönen Muttertag und beglückwünschen sie zu dem Mut, unter ihrem Herzen ein Kind heranwachsen zu lassen: es zu gebären; ihm das Laufen beizubringen; es an die Hand zu nehmen und durch die Welt zu führen, bis es stark genug erscheint, seine Wege allein zu gehen!

Ebenso wünschen wir Euch das Wollen und die Kraft, bis zum Lebensende stets ein offenes Ohr und eine hilfreiche Hand für die Sorgen und Nöte jener zu haben, die unter Euren Herzen heranwuchsen!

Aus der Privatsammlung

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.