(Michael van Laack) Wer erinnert sich nicht an die vielen Ausraster von Johannes Kahrs im Deutschen Bundestag? Strauß und Wehner konnte er zwar nie ersetzen, aber belebt hat er das oft dröge Redegeschäft dann ja doch hin und wieder.

Ab heute müssen wir allerdings auf ihn verzichten. Johannes Kahrs schmeißt hin! Schluss mit lustig, Schluss mit Bundestag, Schluss mit dem virtuellen Abschneiden von AfD-Hälsen.

Tabula Rasa!

Schluss mit allen politischen Ämtern! Aber warum?

Weil mal wieder viele nicht so wollten, wie er. Diesmal in seiner eigenen Partei. Als schneidiger Oberst der Reserve hielt er sich für prädestiniert, zukünfig als Wehrbeauftragter zu fungieren.

Wäre da nicht die (in diesem Fall sehr sinnvolle) Frauenquote in der SPD. Die Fraktionsspitze der Sozialdemokraten hatte die Berliner Abgeordnete Eva Högl als neue Wehrbeauftragte vorgeschlagen und sich damit gegen den Haushaltspolitiker Kahrs entschieden.

Nicht dass Johannes Kahrs Probleme mit Frauen hätte…. aber was zu weit geht, geht zu weit! Schnell presste er in Richtung Högl noch ein herzliches „Ich akzeptiere dies und wünsche ihr viel Erfolg.“ durch die Lippen und kehrte nach nunmehr 21 Jahren dem Deutschen Bundestag umgehend den Rücken, um „außerhalb der Politik“ einen Neuanfang zu starten.

Viele werden ihn vermissen, nicht zuletzt die hoffnungsvollen Praktikanten in den Geschäftsstellen der Partei und in seinem Abgeordneten-Büro, die sich von ihrer Tätigkeiten dort einen Karriereschub mit Blick auf ihre spätere berufliche Zukunft erhofften. Die AfD wird Johannes Kahrs vermutlich weniger vermissen. Denn nicht wenige Ordnungsrufe gegen deren Abgeordnete wurden von dem smarten Haushälter provoziert.

Von uns dennoch ein „Danke, dass wir Dich gehabt haben, Johannes!“

Wir werden uns bemühen, Dich nicht zu vergessen!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.