In vielen Bundesländern öffnen heute wieder Einzelhändler bis 800 qm. In manchen zu einem etwas späteren Datum. Das so genannte „Kontakt-Verbot“ bleibt jedoch bundesweit in Geltung. Keine Gruppenbildung über drei Personen. Es wird sich zeigen, ob diese Kombination von Möglichkeit zum Bummel durch die City und dem Abstandgebot ein realistisches Szenario darstellt.

Schränkt die Maskenpflicht die Freiheit ein?

Nach Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern führt ab der kommenden Woche der Freistaat Bayern die Pflicht ein, beim Einkauf oder in öffentlichen Verkehrsmitteln Mund und Nase zu bedecken. Schränkt diese Pflicht Freiheiten ein? Ist dies ein weiterer Schritt auf dem Weg in einen post-coronalen totalitären Staat?

Es steht zu befürchten, dass einige (auch reichweitenstarke Player in der alternativen Medienlandschaft) dies anlässlich der bayerischen Entscheidung laut ins Netz rufen werden.. Allerdings weniger, weil sie es wirklich so sehen, sondern weil sie die bürgerliche Mitte und das Liberalkonservative längst aufgegeben haben, denn…

…ihre Parole lautet nicht mehr:

„FÜR DIE FREIHEIT!“

sondern

„GEGEN DAS SYSTEM!“

Deshalb werden sie viele Argumente finden, die gegen die Einführung einer temporären Maskenpflicht sprechen. Z.B.: „In Deutschland haben wir ein Vermummungsverbot!“ „Sollen jetzt alle so herumlaufen, wie muslimische Frauen? Will man uns also an dieses Straßenbild gewöhnen?“ Oder: „Prof. Dr. Dingsbums sagt, das schützt niemanden, davor sich anzustecken, wenn Tröpfchen ins Auge geraten oder Viren über die Hände Zugang zu Schleimhäuten finden.“ Vielleicht auch: „Was machen denn die Leute mit Platzangst und sonstigen Phobien? Die werden gezwungen nicht einkaufen zu gehen, weil sie Masken nicht ertragen können.“. „Geschäftemacherei! Und außerdem, wenn nicht genug Masken zum Verkauf stehen, kann mich niemand zwingen, mir selbst einen Schutz anzufertigen!“ Und vielleicht auch: „Diejenigen, die schon immun sind, kann man doch nicht zwingen, Masken zu tragen. Und wir wissen ja überhaupt nicht, wie viele Bürger schon immun sind!“

Wir müssen weiterhin „Zeit kaufen“

Es stimmt ja. Eine einfache Maske oder gar ein großer Schal schützt nicht zwingend vor Ansteckung. Aber sie verringert die Möglichkeit, dass ich als Träger des Virus andere infiziere, wenn der Abstand von 1,50 bis 2 m nicht eingehalten werden kann in bestimmten Situationen. Und nur darum geht es.

Eine Durchseuchung ist nach Ansicht aller führenden Virologen weltweit (nicht dieser Heinze, die in diesen Tagen mal eben für sich und ihre Bücher bzw. DVDs Werbung machen wollen oder einfach Spaß daran haben, die Bevölkerung unzufrieden zu machen und aufzuwiegeln) keine Lösung, weil die Letalität sehr hoch ist und die Ausbreitungsgeschwindigkeit bei einer gezielten Durchseuchung nicht kontrollierbar. Zudem müssten sich allein in Deutschland täglich über 70.000 Leute anstecken, damit in einem halben Jahr die Hälfte der Bevölkerung immun ist. Der Zusammenbruch des Gesundheitssystems wäre gewiss. Also muss alles getan werden, damit die Ansteckungswelle kontrolliert abläuft. Es muss auf Zeit gespielt werden, bis ein Impfstoff gefunden ist.

In Asien laufen seit vielen Jahren Millionen Menschen aus anderen Gründen mit Masken durch die Öffentlichkeit. War das in diesen Ländern ein weiteres Zeichen für einen sich entwickelnden Totalitarismus?

„Ich bin mir Staat und Gesetz genug!“

„Ich will keine Maske tragen! Ich habe die Freiheit, dass anders zu entscheiden. Und wenn ich jemanden anstecke und er daran verstirbt oder Langzeitschäden entwickelt… So what? Nur mein Wille zählt. Freiheit ist für mich, auf nichts und niemanden außerhalb von meinem Wollen, Tun und Lassen Rücksicht nehmen zu müssen. Setzt allerdings jemand einen Akt, der mir einen Nachteil bringt, dann kann er was erleben. Denn rücksichtslose Menschen, die immer nur an ihre Interessen denken, hasse ich wie die Pest!“

Tja dann… Ich habe auf diesem Blog schon mehrfach appelliert und mache es aus gegebenem Anlass noch einmal: Verwechselt Freiheit bitte nicht mit dem Recht, tun und lassen zu können, was ihr wollt, so lange ihr nur subjektiv den Eindruck habt, mit Eurem handeln niemandem zu schaden.

Freiheit und Recht sind co-abhängig

Und vor allem: Verwechselt den Kampf um alle unsere Freiheiten (Meinungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit) nicht mit der Pflicht, Euch konsequent gegen den Staat zu stellen. Wenn eine Mehrheit so dächte, käme es irgendwann einmal zum Umsturz in der Republik. Und wir können uns sicher sein: Danach wird dieses Land noch demokratie-defizitärer sein, als wir es in der Merkel-Ära wahrnehmen mussten.

Wo Widerstand zum Selbstzweck wird, wird Freiheit zum kontraproduktiven Kampfbegriff. Und wo so etwas endet, hat uns die Geschichte bitter gelehrt. Nicht nur Lenin und Hitler haben Unzufriedenheit geschürt. Viele haben mit den Idealen von Unabhängigkeit und Befreiung vom Alten und Verkrusteten wie auch mit dem uns alle zerstören und versklaven wollenden inneren und äußeren Feind ihren Kampf begründet. Dass sie nicht für ihr jeweiliges Land, nicht für die Bürger kämpften… Tja…

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.