Am 16. April hatte Stephan Brandner sich über die Benachteiligung der AfD in Corona-Zeiten geäußert und mit dieser Kritik die Forderung verbunden, der öffenlich rechtliche Rundfunk möge der Partei mehr Raum zur Darstellung ihrer Positionen geben. Wörtlich sagte er u.a.:

„Das Verhalten der Medien ist sehr nah an ausschließlich Regierungskonformen. Der öffentlich-rechtliche Staatsfunk wird zudem von allen Bürgern zwangsweise mit weit über acht Milliarden Euro pro Jahr finanziert. Allein schon deshalb ist es nicht hinnehmbar, dass die einzige regierungskritische Partei, die von über sechs Millionen Bürgern gewählt wurde und die die größte Oppositionsfraktion im Bundestag stellt, totgeschwiegen wird.

Ich fordere deshalb, für den Zeitraum der Veranstaltungsverbote und -einschränkungen eine Verpflichtung der Öffentlich-Rechtlichen zur Ausstrahlung von sachlichen Werbefilmen der Parteien, die im Bundestag vertreten sind, entweder auf Basis freiwilliger Selbstverpflichtung oder durch Änderung des Rundfunkstaatsvertrages.“

Kurze Polit-Spots

Stephan Brandner schwebt also vor, dass z.B die AfD, die FDP oder auch die Linke Spots dreht zu aktuellen Themen, vergleichbar mit Werbespots zu Wahlkampfzeiten, in der diese Parteien ihre Ansichten zu aktuellen Themen den Bürgern – möglichst zur besten Sendezeit vor den Hauptnachrichtensendungen – präsentieren könnten.

Tele 5 ist ein privater TV-Sender, dessen Einschaltquote seit Jahren zwischen 0,9 und 1,0 % liegt. Und so sucht dessen Chef – Kai Blasberg – verständlicherweise 24/7 nach einem Erfolgsrezept, um für ein paar Tage mal auf 2 % Marktanteil zu kommen. Aber nicht einmal jetzt, wo viele „dank“ Corona zu Hause bleiben „dürfen“, schauen mehr Menschen in das von Wiederholungen, überlangen Werbespots und nächtlichen Einspielungen von Sex-Hotline-Nummern dominierte Programm.

Kai Blasberg, der mutigste aller Antifaschisten

Mit Stephan Brandners Aufforderung an die öffentlich-rechtlichen Sender sah er nun die große Chance gekommen, seinen unbedeutenden Privatsender ins rechte – Nein sorry: ins richtige, also linke – Rampenlicht zu setzen und ließ ein Video produzieren, dass er in einer Pressemitteilung des Senders hämisch bewarb:

„Wir sind zwar ein privat-rechtlicher Fernsehsender, aber eigentlich hat der Typ Recht damit! Deshalb haben wir unsere Reichweite und unsere charismatische Ausstrahlung genutzt, um in einem kurzen Video-Clip über die AfD als Partei zu informieren“

Über mögliche Rechtsfolgen dieser „Werbung“ will ich mich nicht verbreiten. Klar wird  allerdings zweierlei:

  1. Die Feinde der bürgerlichen Mitte sind skrupellos und führen die Diskreditierungs-Strategie, welche der „Völkische Beobachter“ unter Alfred Rosenberg zu Papier gebracht hat, im digitalen Zeitalter gnadenlos fort. Vermutlich sind sie sogar stolz darauf.
  2. Der AfD werden die Sünden der letzten Jahre noch lange nachhängen. Jener Jahre, in denen man fast alles mit „Wir sind ein gäriger Haufen“ entschuldigte, die Völkisch-Nationalen wir rohe Eier behandelte und den Flügel als Teil der Partei verstand.

Öffnet Eure Geldbeutel für meinen PR-Erfolg

Auf Twitter legte Blasberg dann noch einmal nach und zeigte, wem die Liebe der Deutschen zu gehören hat:

Snip des online@tele5.de-Tweets vom 20.04. ca. 14.30 uhr

Alles in allem ein neuer unerfreulicher Höhepunkt pauschalen AfD-Bashings, dem wir kaum etwas entgegensetzen können außer kleinen Shitstorms. Die allerdings dürfte der Sender vermutlich dann auch medial nutzen, um sich als Opfer Rechtsradikaler zu gerieren. Ich freue mich ohnhin schon auf Blasbergs Hilferuf, der vermutlich so lauten wird:

„Bitte hebt bald die Ausgangsbeschränkungen auf und öffnet alle Schulen. Nur so können die Nazis meine Familie und meine Kollegen im Sender glaubwürdig bedrohen und ich kann noch glaubwürdiger eine Reportage drehen lassen, wie die Polizei mich wochenlang schützen musste, weil ich den Mut hatte, die Wahrheit über die AfD – den Rechtsnachfolger der NSDAP – zu verbreiten! Ach ja: Danke für die zwischenzeitliche Einschaltquote von 2%, die mit der Doku sicher auf 5% steigen wird. Alerta, Alerta Antifascista!“

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.