(Michael van Laack) Tja, da hat der Ratsvorsitzende der EKD – Heinrich Bedford-Strohm, eindeutig ein Eigentor geschossen! Am Wochenende hatte er in der Süddeutschen Zeitung gefordert, wohlhabende Personen in der Corona-Krise stärker zu belasten. Klingt ein wenig nach Linkspartei, aber war zweifellos gut gemeint, oder?

Beatrix von Storch fand diesen Vorschlag nicht ganz so prickelnd und ihre Kritik liest sich entsprechend deutlich:

„Wenn der EKD-Vorsitzende davon fabuliert, Reiche für Corona zahlen zu lassen, ist das ein untauglicher Versuch aus der Mottenkiste des Marxismus, der auch von Kevin Kühnert kommen könnte.“ 

Um die Absurdität dieses Vorschlags deutlich zu machen, schlug die stellvertretende AfD-Bundessprecherin vor, der Bischof möge dann doch gleich einmal mit gutem Beispiel voran gehen und für das verbleibende Jahr auf Kirchensteuer-Einnahmen verzichten. Selbstverständlich weiß Frau von Storch, dass dies mit Blick auf die römisch-katholische Kirche und das Reichskonkordat, dass unter der Regierung Hitler abgeschlossen und von der Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches modifiziert wurde und darüber hinaus mit Blick auf beide Kirche aus weiteren staatskirchen- und bundes-rechtlichen Erwägung nicht möglich ist. Deshalb ging es ihr selbstverständlich ausschließlich darum, ein Zeichen zu setzen gegen unbedachte Worte von kirchlichen Vertretern, von denen wir bekanntlich in den vergangenen Jahren mit Blick auf Flüchtlingboote, Energiewende, Klimaschutz und „Kampf gegen Rechts“ mehr als genug gehört haben.

Es geht immerhin um viel Geld

In einer Zeit, in der die „Schwarze Null“ (die einen sagen „Gott sei Dank“, andere halten dies für eine Katastrophe) Geschichte ist, kann man von Storchs Überlegungen sehr gut nachvollziehen: „Für den Aufschwung nach Corona brauchen wir private Investitionen und Innovationen und Leistungsanreize für Unternehmen und Arbeitnehmer durch Steuersenkung und Entbürokratisierung“. Durch einen Einnahmeverzicht könnten die Kirchen ein starkes Zeichen der Solidarität setzen und „die Bürger von mehr als zehn Milliarden Euro Kirchensteuer zu entlasten“.

Wünsche werden selten Wirklichkeit

Tja… Ich gehe mal davon aus, dass beides ein mehr oder weniger frommer Wunschtraum bleiben wird, denn weder dürfte die Regierung bereit sein, die Reichen überproportional zu belasten (das ist ja auch vor Corona in anderen Bereichen nicht geschehen) noch könnten die Kirchen rechtlich auf die Kirchensteuereinnahmen verzichten und würden es auch aus anderen Gründen nicht tun. Sowohl Caritas als auch Verwaltung hängen seit vielen Jahren in den meisten Bistümern am Tropf. Ein Ausfall in dieser Größenordnung würde einen Kollaps des Systems herbeiführen. Und dies dürfte in niemandes interesse liegen, der noch einigermaßen klar bei Verstand ist.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.