Die Türkei stellt Ältere unter Hausarrest, Briten mit Vorerkrankungen sollen drei Monate zuhause bleiben, Indien testet für einen halben Tag die Ausgangssperre für eine Milliarde Menschen, Ministerpräsident Sánchez warnt Spanier: „Das Schlimmste kommt noch“, Sydney schließt seine Strände, Italien seine nicht lebenswichtigen Unternehmen und meldet mehr als 800 Tote an einem Tag, Frankreich meldet taggleich fast 600 Tote.

in Deutschland geht es zwei Schritte vor und einen zurück

Bei uns werden Änderungen am Infektionsschutzgesetz durchgepeitscht, den großen Unternehmen und dem Mittelstand schnelle Finanzspritzen in Aussicht gestellt.

Den Eltern, denen man seit Jahrzehnten mehr und mehr abgewöhnt hat, ihre Kinder selbst zu erziehen, ein TV- und Online-Ratgeber nach dem anderen zur Verfügung gestellt; die Krankenhäuser „ermuntert“, mehr Intensivbetten und Beatmungsgeräte zu installieren; Finanzminister Scholz legt die „Schwarze Null“ medienwirksam als Opfer auf den Corona-Altar; Bundesländer werden kritisiert, die ohne Absprache ihre Bürger im Allgemeinen und einige aus ihnen vor sich selbst schützen wollen; die Ostbundesländer starren auf Bayern, NRW und BaWü, sehen aber keine Notwendigkeit, selbst aktiv zu werden, weil bei ihnen ja kaum jemand erkrankt oder gar stirbt; in konservativ-katholischen und politisch liberalkonservativen Kreisen schwafelt man davon, die Freiheit sei in Gefahr und die Kanzlerin wolle das Virus nutzen, um ihre Macht über 2021 hinaus zu sichern;  von ökofaschistische Kreisen wird die Corona-Krise gar bejubelt als Chance, doch noch die Klimaziele 2020 erreichen zu können; andere Buntfaschisten sind empört, dass man in diesen Tagen keine neuen Flüchtlinge aufnimmt.

Die Eliten versagen, die Bildungsfernen bleiben konsumgeil

Dummheit, Interessenlosigkeit, Arglosigkeit und ideologische Verbohrtheit lähmen unser Land. Hinzu komm ganz entscheidend, dass sich das föderale System unserer Republik, auf das wir Jahrzehnte lang zurecht stolz waren und das seinesgleichen in der Welt sucht, nun als der größte Hemmschuh erweist. Jeder Ministerpräsident tut und lässt was er will, scheint nicht einmal dazu verpflichtet zu sein.

Die von Augenmaß reden, fürchten in Wirklichkeit nur, eine falsche Entscheidung könnte politisch für sie verheerend ausfallen. Denn selbst in diesen Tagen, in denen in Nachbarländern die Menschen sterben wie die Fliegen, denkt man zuerst an die Wahlen 2021 in Bund und Ländern und seine eigenen Pfründe, erst danach an das Wohl der Bürger. Andere wiederum wollen nicht lassen vom „Brot und Spiele-Prinzip“. Sie verwechseln Freiheit mit dem Recht auf Konsum an jedem Ort und zu jeder Zeit.

Kein schönes Land in dieser Zeit…

Wäre ich ein wenig jünger oder hätte nicht doch zumindest Verantwortung für Familienangehörige: Ich würde aus Deutschland verschwinden, so schnell es möglich wäre. Denn die Krise, in der wir uns gerade befinden ist eine große Krise. Nicht auszudenken, was hier in einer sehr großen Krise los wäre: Einer Bedrohung durch feindliche Staaten z.B. oder einem Pestausbruch in Köln.

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Eigentlich selbstverständlich, in aufgewühlten Zeiten aber sinnvoll noch einmal erwähnt zu werden: Bitte beachten Sie, dass es zu dem umfangreichen Themenkomplex „Corona“ bei uns keine vorgeschriebene Redaktionsrichtlinie gibt. Wir versuchen hier verschieden Stimmen, die sich mit unserem Grundsatzprogramm vereinbaren lassen, zu Wort kommen zu lassen (David Berger). Wir bitten auch die Leser beim Kommentieren unserem grundliberalem Anliegen treu zu bleiben!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.