(Michael van Laack) Der Versuch, durch Wohlstand alle Menschen auf dieser Welt gleich zu machen, alle die Teilhabe an ihm zu ermöglichen, wird zerstören, nicht stabilisieren. Corona ist erst der Anfang. Eine Pest würde die Weltgemeinschaft, die so aufgestellt bleibt, wie sie heute ist nicht überleben!

Hätte, Hätte, Fahrradkette. Manch einer mag entsetzt sein, dass ich heute, inmitten der Verunsicherung und vermutlich noch nicht auf dem Höhepunkt der Krise, einen historischen Vergleich wage. Den einen wird er als nutzlos erscheinen, denn alles ist ja nun mal heute so wie es ist und eben nicht zu ändern.

Andere mögen im folgenden Beitrag den Versuch erkennen, Kapitalismuskritik oder gar Systemkritik unter dem Denkmäntelchen einer in sich zwar schlüssigen, aber objektiv nutzlosen Argumentation unterzubringen, denn das Rad der Geschichte lasse sich nun mal nicht zurückdrehen und Pandemien habe es immer schon gegeben.

Aber das ist mir Wurscht! Ich möchte nur den Anstoß geben, darüber zu reflektieren, ob die Verfasstheit der Weltgemeinschaft mit all ihren Strukturen und Systemen, derer wir uns bedienen und von denen wir profitieren nach der irgendwann einmal überstandenen Corona-Krise ein „Weiter so“ erfahren sollte, also die Rückkehr zur Tagesordnung.

Die Geschwindigkeit der Verbreitung

Flugzeuge gab es 1970 auch, der Tourismus nach Italien und Spanien nahm ab Mitte der 60er Fahrt auf, einige Menschen reisten auch geschäftlich regelmäßig quer durch die Welt. Die Zahl der Passagierflugreisen hat sich jedoch von 1970 bis heute in den Ländern des Westens (den Wohlstandländern) um den Faktor 31 erhöht. 31 mal mehr private Flugreisen. Aber auch innerhalb Deutschlands brachte uns der Wohlstand die Möglichkeit, häufiger und auch mal eben übers Wochenende zu verreisen.

Deutschland ist mobil, Deutschland geht es gut. Von 1970 bis heute stieg die Zahl der Übernachtungen bei Inlandreisen um das Achtfache. Mehr Mobilität bedeutet ein höheres Verbreitungsrisiko.

Clubs, Shopping-Center, Mega-Kinos

Diskotheken gab es 1970 auch. Das größte Kaufhaus dürfte in Deutschland wohl das KDW gewesen sein. Freizeitparks waren kaum vorhanden. Open-Air-Konzerte kannte man kaum. Der Wohlstand hat mehr Lebensqualität gebracht, aber auch mehr Begehrlichkeiten geweckt, mehr Bedürfnisse wurde durch die Unternehmen künstlich erzeugt. Schlemmen ohne Ende, Spaß haben ohne Ende. Und das oft in Massen.

Die Großstädte wuchsen und mit ihr die Angebote bis wir die Megacitys sahen, nicht nur in Japan oder China. Immer mehr Menschen ballten sich auf kleinen Flächen freiwillig zusammen, weil dort das Leben pulsiert.

Wachsende Nachfrage, steigende Preise, nicht angepasste Löhne

Zwischen 1970 und heute stiegen nicht alle Priese explosionsartig. Schleichend stiegen Mitspiegel, Energiepreise, Preise für PKW, Kleidung und auch Nahrungsmittel. Die Umstellung auf den Euro verlieh einen zusätzlichen Schub. Immer häufiger ließ sich mit nur einem Gehalt die Familie nicht mehr ernähren, dazu kam der Emanzipationsdruck auf die Frau, die Erleichterung einer Ehescheidung, die politisch gewollte halbe Familie (Alleinerziehende).

Der Tribut der Hoheit über die Kinderbetten

2020: Kitas und Schulen geschlossen. Chaos bricht aus. Warne 1970 noch 85% der Haushalte durch einen Arbeitnehmer ernährt und ernährbar (auch weil die Ansprüche geringer waren), sind es heute noch 12% der Haushalte Gab es 1970 noch zahlreiche Haushalte, in denen ältere Geschwister unterstützen konnten, ist Familie heute ein 1,2-Kinder-Unternehmen geworden.

Geschlossene Grenzen? Zeit ist Geld! Jobs in Gefahr

Selbstverständlich auch nach 1970 gab es sie noch: Die Grenzen, an denen Personen- und Güterverkehr kontrolliert wurde. Aber 1970 hat sich niemand darüber aufgeregt. Das mag auch daran gelegen haben, dass niemand online Waren bestellt hatte und erwartete, sie müssten binnen 24 Stunden aus Portugal in den häuslichen Kleiderschrank geliefert werden. Auch hat sich damals niemand beklagt, dass nicht stets alle Obstsorten zur Verfügung stünden, die die Welt zu bieten hat. Niemand drohte damit, zukünftig woanders einzukaufen, wenn eine der 27 Sorten Tiefkühlpizza nicht vorrätig sei.

Die Börsen – Die Märkte

Geld regiert die Welt. Das galt auch schon 1970. Börsen gab es auch, den DAX noch nicht. Der wurde erst 1988 eingeführt. Bis dahin richtete man sich nach dem Index der Börsen-Zeitung. Alles lief ein wenig gemächlicher. Nichts in Echtzeit. Der Mensch steuert die Kurse, nicht irgendwelche Algorithmen, die in diesen Tagen Milliarden schneller verbrennen, als man ein Streichholz entzünden kann. Die binnen Stunden Jahrzehnte alte Unternehmen in die Krise stürzen können, weil die einprogrammierte Gier der Aktionäre es so will.

Der Exportweltmeister Deutschland und Europas Importabhängigkeit

Verkauf haben wir immer schon viel. Aber noch 1970 wurden die meisten in Deutschland erzeugten Produkte auch im Inland verkauft und die meisten Waren die wir benötigten (Erze ausgenommen) auch in Deutschland produziert. Deutsche Firmen produzierten in Deutschland für Deutsche, nicht in China für Chinesen und Deutsche. Nahezu alle großen Unternehmen war in der Eigner-Mehrheit in deutschem Besitz, heute ist es kaum eines der DAX-Unternehmen mehr.

Der medizinische Fortschritt seit 1970: Dieser Fortschritt ist gewaltig. In der Diagnostik und bei der Bekämpfung zahlreicher Krankheiten die 1970 noch als unheilbar galten. Und dennoch stehen wir Corona fast so machtlos gegenüber wie 1968 der Spanischen Grippe.

Die Lehre aus Corona

„Think Bigger“ muss enden. Der Wahn des ständigen Wachstums und der unendlichen Möglichkeiten, des Rechts auf unendlichen Konsum.

Wenn ich irgendwann einmal für immer die Augen schließe, ist es ganz egal, wie viele Urlaubsreisen ich gemacht und welches Wohlleben ich meinen Kindern geboten habe.

Wir müssen zurück in die alte Verfasstheit. Mehr Grenzen, die Familie als Keimzelle der Gesellschaft; Gehälter, die Alleinernährer möglich machen. Weniger Konsum, weniger Produkte. Kleinere Gemeinschaften. –

„One World“ wird der Tod der Menschheit sein!

Der Versuch, durch Wohlstand alle Menschen auf dieser Welt gleich zu machen, alle die Teilhabe an ihm zu ermöglichen, wird zerstören, nicht stabilisieren.

Corona ist erst der Anfang. Eine Pest würde die Weltgemeinschaft, die so aufgestellt bleibt, wie sie heute ist nicht überleben!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.