Der Potsdamer Propst Arnd Franke ist fassungslos. In seiner Kirche St. Peter und Paul (Foto) ist es doch tatsächlich den Nazis gelungen, den Pfarrgemeinderat zu unterwandern. Ein Gastbeitrag von Michael van Laack.

Früher war alles besser… Was müssen das doch für herrliche Zeiten gewesen sein, als es auch in Potsdam nur die SED und ihre Blockföten gab. Damals war man entweder Mitglied einer dieser Parteien oder eben parteilos. Man musste sich nicht vergewissern, ob jemand in der falschen Partei war und deshalb nichts im PGR einer römisch-katholischen Gemeinde verloren hatte.

Das wird sich sicherlich auch Propst Franke gedacht haben, als ihm offenbar wurde, dass ein waschechter Nazi in Gestalt eines Mitglieds der „Jungen Alternative“ in das beratende Laiengremium seiner Pfarrgemeinde gewählt worden war.

Merkel in Afrika als Vorbild

Moment da war doch was? Ach ja, richtig! Also dann: „Diese Wahl ist unverzeihlich und muss unbedingt rückgängig gemacht werden.“

Denn dieser Widerling, als Schatzmeister der JA-Brandenburg ein „Spitzenfunktionär“ der AfD, hat nicht – wie es sich in der DDR noch gehörte – sein Parteibuch auf den Tisch gelegt, als er seine Kandidatur für den Pfarrgemeinderat erklärte.

Klar, nach dem Diözesanrecht und der Wahlordnung des Erzbistums Berlin muss er das eigentlich auch gar nicht, aber da wir es seit einigen Jahren gewohnt sind, dass Grundgesetz, die Verfassung und Bürgerliches Recht im Allgemeinen so lange zu biegen, bis es wieder passt, ist das nach Ansicht des Propstes eben ein unverzeihlicher Fehler, den es rasch zu korrigieren gilt

Der Friede in der Gemeinde ist in Gefahr

Vermutlich konnte der Propst seinen kommunistischen und grünen Gemeindemitgliedern gegenüber nicht verantworten, die Lage eingefroren zu lassen. Deshalb sorgten er und andere in seinem Umkreis in den vergangenen Tagen dafür, dass Medien weit über die Grenze Potsdams hinaus das Thema aufgriffen. Die dadurch ausgelöste Welle der Empörung aller im Aufstand der Anständigen Tätigen führte dazu, dass die Situation in der Pfarrgemeinde sich dramatisch verschärfte. Ein Nazi hatte sich eingeschlichen in den verzivilgesellschafteten PGR.

Der Nazi habe diese Situation herbeigeführt, er allein sei verantwortlich, man könne sich gegen seinen ungeheuerlichen Einfluss kaum wehren, er habe die Gemeinde in tiefste Depression fallen lassen, das Misstrauen untereinander sei gewachsen.

Was man in der kommunalen und regionalen Presse der letzten Tage lesen musste, kann fast schon so auf den Punkt gebracht werden: Es sei zu befürchten, dass auf der nächsten Fronleichnamsprozession die Ministranten Hakenkreuzfahnen tragen müssten und der Baldachin mit der Reichskriegsflagge bespannt werde. – Zumindest darf man vermuten, solche und ähnliche Ängste treiben in diesen Tagen die lupenreinen Demokraten in St. Peter und Paul um.

Der Mann hat sich zwar nichts zuschulden kommen lassen, aber er muss trotzdem weg

(c) Membeth, Wikimedia [CC0]
Für den Propst gibt es nun nur noch eine Lösung: Um den Reichsfrieden in Potsdam wiederherzustellen, muss der Bischof den Pfarrgemeinderat auflösen.

Kirchen- bzw. diözesanrechtlich gibt es zwar dafür keine Grundlage, aber das ist ganz egal. In Thüringen gab es bei der Wahl des FDP-MP ja auch keine.

Erzbischof Koch (Foto l.) ist noch im Zweifel. Aber um der guten Sache willen wird er gewiss ein Schlupfloch finden. Und falls nicht, kann er zur Not den Propst bitten, mal bei Pfarrgemeidemitgliedern nachzufragen, die katholisch sind und gleichzeitig Mitglied der christenfeindlichen Linkspartei oder der katholikenfeindlichen Grünen. Vielleicht kennen die ja den einen oder anderen „antifa“schistischen Kämpfer, der andere Lösungen parat hätte.

Hassmails, Bedrohung des NS-Pfarrgemeinderatsmitglieds, zwei oder drei Brandanschläge auf Auto oder Wohnung. Dann wird das schon.

Vorteil: man müsste den PGR nicht auflösen und hätte dazu noch das gute Gefühl, dass in „unsere Kirche“ innerhalb „unserer Demokratie“ alles den von Gott gewollten Gang geht!

Wunsch

Erzbischof Koch wünsche ich, dass er eine gerechte Entscheidung trifft. Das wäre zwar nicht die politisch korrekte, aber zum einen eine kirchenrechtlich unanfechtbare und zum anderen – was noch viel wichtiger ist – eine christliche!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.