(Michael van Laack) Für die Bundeskanzlerin sind Stimmen der AfD bestenfalls als wertlos und schlimmstenfalls als (volks)schädlich zu betrachten. Sie wagt es, sich weiterhin Demokratin zu nennen, obwohl sie öffentlich das Rückgängigmachen einer Wahl gefordert und so qua der mit ihrem Amt verbundenen Autorität angeordnet hat. Das geht noch weit über Walter Ulbrichts Satz hinaus, der sagte: „Wir müssen alle Fäden in der Hand halten, aber es muss immer demokratisch aussehen.“

Ich könnte diesen Artikel beginnen mit Jammern auf höchstem Niveau über Keulenbegriffe wie „Nazi“ oder „Faschist“, weil es schmerzt, als Konservativer sehen zu müssen, wie jede Position, die den politischen Ansichten und Akten der Regierenden in Bund und Ländern missfällt, in Zusammenhang mit jener Partei gebracht wird, deren Schergen für den Tod von mehr als sechs Millionen Juden und anderen Minderheiten verantwortlich sind und die Welt mit Krieg überzogen haben.

Oder ich könnte ihn jubelnd beginnen und – mich damit selbst beruhigend – darauf hinweisen, diese und ähnliche Begriffe würden mittlerweile so inflationär Verwendung finden, dass bei vielen Bürgern die mit ihrer Verwendung verbundene Botschaft („Hört nicht auf diese. Meidet sie! Verachtet sie!“) nicht mehr die gewünschte Wirkung erziele.

Wir müssen vermehrt mit Nazi- oder DDR-Vergleichen auf Nazivergleiche antworten

Jammern aber ist nicht meins und darf auch grundsätzlich nicht die primäre Reaktion und Antwort der anderen liberalkonservativen Falken sein, die einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen Hitchcocks Vögel führen. Vögel z.B.

  • in Gestalt der durch ihre Akte demokratieverhöhnend und rechtsbeugend ähnlich einer Staatsratsvorsitzenden agierenden Bundeskanzlerin;
  • in Gestalt der neuen Reichsschrifttums-Kammer namens „Correctiv“;
  • in Gestalt jener Zensur-Algorithmen und Löschzentren-Mitarbeiter auf Facebook, Twitter & Co., die ihre Gemeinschaftsstandards anscheinend mit jenem Geist durchsetzen, den die NS-Filmprüfstelle einst so formulierte:

„Verletzung des nationalsozialistischen Empfindens, des sittlichen Empfindens und des künstlerischen Empfindens zersetzen die Gemeinschaft. Sie sind auszumerzen und ihre Urheber hart zu bestrafen.“

Nur dass sie sich dabei „Verletzung unseres demokratischen Empfindens“ denken

Darf man so aus dem Wald herausrufen, wie es in ihn hineinschallt?

Nun könnte der eine oder die andere einwenden: „Ganz unabhängig davon, dass gerade jemand wie Sie als Christ nicht Gleiches mit Gleichem vergelten und stattdessen auch die andere Wange hinzuhalten hat, ist es doch eher kontraproduktiv, wenn man sich des gleichen strategischen Tools bedient, wie die Gegenseite.“

Im Prinzip schon. Aber hier sehen wir einen Sonderfall. Denn es ist eben nicht so, dass Keulenbegriffe wie „Nazi“ oder „Faschist“ keine Wirkung mehr zeitigten. Im Gegenteil haben sie in den vergangenen Monaten verstärkt dazu beigetragen, Menschen die entweder der AfD angehören oder aber doch zumindest offen mit ihr sympathisieren, ins Abseits zu stellen, zu brandmarken, für „vogelfrei“ zu erklären. Anschläge auf Eigentum der Partei (Geschäftsstellen) oder Privateigentum von Mandatsträgern (Haus, Autos), oder gar Todesdrohung werden medial so tief nach unten gespült, wie möglich oder aber – wenn es gar nicht mehr anders geht – mit dem Hinweis versehen, wer eine radikale Position vertrete, müsse damit rechnen.

Ausgrenzung wie zu Zeiten der Unrechtsstaaten „Drittes Reich“ und „DDR“

Darüber hinaus sehen wir immer mehr Geschäftsleute, die aus Angst oder Überzeugung an die „Nazis und Faschisten“ keine Säle vermieten, keine Tischreservierungen annehmen. Wir sehen innerhalb der beiden großen Kirchen Erklärungen, AfD-Mitglieder dürften weder ehrenamtlich noch hauptamtlich in verantwortlicher Position tätig sein. Wir sehen Unternehmer, die AfD-Betriebsratsmitglieder loswerden wollen; die Mitarbeiter abmahnen, weil sie sich für die Partei öffentlich engagieren.

An Universitäten sollen keine Gastdozenten mehr eingeladen werden, die auch nur nach AfD-Position riechen oder wenigstens jemanden kennen, der einen deutschen Schäferhund besitzt.

Wir sehen in den Parlamenten Mitglieder anderer Parteien, die AfDlern den Gruß verweigern und vor ihnen ausspucken. Wir sehen durchgehend Fraktionsvorsitzende anderer Parteien, die ihre Fraktionen darauf einschwören, der AfD verbriefte Rechte bei der Besetzung von Ämtern in den Parlamenten zu verweigern. Und wir sehen eine Bundeskanzlerin, die Hetzjagd-Mythen verbreiten lässt, um die von ihr selbst gesteuerte Hetzjagd gegen die AfD zu befeuern: eine Bundeskanzlerin, die linke Gewalt – ob nun gegen „Rechts“ oder aus anderen Anlässen – durch ihr Stillschweigen goutiert.

Der vorläufige Höhepunkt des Nazi-Wahns: Thüringen

Ob Björn Höcke ein Faschist ist, weil eine mittlere Instanz erlaubt hat, ihn so zu nennen, oder ob er es nicht ist, sei mal dahingestellt. Ohne Höckes Positionen und von ihm Gesagtes aus den vergangenen Jahren verteidigen oder gar reinwaschen zu wollen, halte ich es grundsätzlich für sehr bedenklich, dass ein solches Urteil überhaupt gesprochen werden darf. Denn der Begriff des Faschismus ist so weit, dass man faktisch jeden Faschisten nennen dürfte, ggf. auch mit Zusätzen wie CDU-Faschist für Mitglieder der Werte-Union, Bunt- oder Ökofaschist für Grüne, Linksfaschist für Jusos oder die Linkspartei.

In Bezug auf Thüringen aber sahen wir nun etwas qualitativ Neues. Für die Bundeskanzlerin sind Stimmen der AfD bestenfalls als wertlos und schlimmstenfalls als (volks)schädlich zu betrachten. Sie wagt es, sich weiterhin Demokratin zu nennen, obwohl sie öffentlich das Rückgängigmachen einer Wahl gefordert und so qua der mit ihrem Amt verbundenen Autorität angeordnet hat. Das geht noch weit über Walter Ulbrichts Satz hinaus, der sagte: „Wir müssen alle Fäden in der Hand halten, aber es muss immer demokratisch aussehen.“

Merkels wichtigste Schutzstaffel: Die Wahrlügner der Mainstream-Medien

Von der jüdischen Polit-Theoretikerin und Publizistin Hanna Ahrendt stammt das Wort:

„Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat – die teuflischste Variante, die man sich denken kann – nämlich: das Wahrlügen.“

Merkel kann sich so bewegen und äußern, wie es ihr beliebt, weil sie mit ARD, ZDF und im Privaten zumindest mit ntv und Sat 1/Pro Sieben willige Vollstrecker ihres offen demokratiefeindlichen Kurses an der Seite hat. Dazu die großen Printmedien, die – ich sage das immer wieder – sehr viel von Alfred Rosenberg gelernt haben – dem professionellsten aller Wahrlügner während der Non-Vogelschiss-Periode und Chefredakteur des „Völkischen Beobachters“. Vor allem puncto Diskreditierung, Menschenverachtung und Schüren von Hass auf Andersdenkende, Regierungsfeinde, Abweichler.

Kalt und berechnend übernehmen sie die Nazi- und Faschismusbegriffe, stellen politische Missgeburten wie z.B. Gedeon in den Vordergrund, drehen den Politikern der AfD das Wort im Mund um, lassen gezielt aus Reden Erklärendes aus. In Talkshows schneiden sie das Wort ab oder lassen zu, dass der AfD-Diskutant beleidigt und verhöhnt wird. Entsprechend wird das Klatschpublikum politisch korrekt ausgewählt

Darüber hinaus vermeiden sie Kritik an Linksradikalen, nennen sie weichzeichnend Autonome oder Aktivisten. Mitleidlos berichten sie dann allerdings z.B. über die Bedrohung des frischgewählten FDP-Ministerpräsidenten und seiner Familie, der sich seine Bedrohung doch selbst zuzuschreiben habe und offensichtlich den Aufschrei der „Demokraten“ nicht ertragen könne.

Widerwärtigst wahrlügend schreiben sie die CDU und FDP in Thüringen zu Nazihelfern um, stellen die Werte-Union dar als einen Faschistenhaufen, der nur darauf warte, die Glocken Sturm läuten zu lassen und Judas, der das Reich gewinnen wolle, zu vernichten. Und somit der geliebten – weil die eigenen Pfründe zumindest noch auf einige Jahre sichernden – Kanzlerin Schaden zuzufügen.

Der deutsche Michel erträgt alles, solange es ihm persönlich gut geht: Bauch voll? Toll!

Zum Schluss möchte ich auf den Beifang hinweisen, den man durch die Nazi- und Faschismus-Keule zu erzielen im Begriff ist.

  • Gegner von „Fridays For Future“: Klimawandelleugner sind Umwelt- und somit Nazisäue!
  • Klassisches Familienbild: Lebensborn-Nazis
  • Abtreibungsgegner: Frauenfeindliche alte weiße Männer.
  • Gender-Gegner: Homophobie – Alleinstellungsmerkmal der Nazis.
  • Islam-Kritiker: Feinde der Religionsfreiheit! Auch ganz klar faschistoid.

Der deutsche Michel genießt und schweigt, lässt sich teilweise gar instrumentalisieren.

Das alles wird allerdings nur so lange funktionieren, wie Brot und Spiele gesichert sind. Eine schwere Wirtschaftskrise übersteht dieses demokratiefeindliche Politkonglomerat nicht. Das wissen seine Strategen selbstverständlich. Und weil sie es weiß, will die neue Volksfront rasch Fakten schaffen, will über die politische Religion „Klimawandel“ den Weg in den Totalitarismus ebnen.

Und so ist eben auch das permanente Warnen vor Weimar nichts weiter als Wahrlügen. Denn Weimar ist es, was sie wollen. Nur wollen sie diesmal der Sieger sein. Deshalb schreiben sie bereits in diesen Tagen und auch weiterhin fortlaufend am Ermächtigungsgesetz.

Bisher tun sie es nur virtuell. Eines Tages aber wird man es dem deutschen Michel in Papierform präsentieren. Doch dann ist es zu spät. Dann hilft auch kein voller Bauch mehr, zu verdrängen. Dann wird man willig den Freitag als Staatsjugendtag akzeptieren und den Samstag als deutschlandweiten Eintopftag: Vegane Erbsensuppe mit Tofu-Würstchen.

GUTEN APPETIT EUCH DEMOKRATEN! – Große Zeiten…

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.