Vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 findet in Frankfurt am Main die erste Synodalversammlung des „Synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland“ statt.Aus diesem Anlass stellt sich die FAZ gestern die Frage, was der „Synodale Weg“ eigentlich sei: Schwatzbude oder kirchliche Erneuerung? Ein Gastbeitrag von Michael van Laack

Eher die Überschrift als der Inhalt des Artikels hat mich ermuntert zu diesen wenigen Gedanken. Für viele mag der Artikel nichts Neues enthalten; es sei denn in der Zusammenschau, der Verknüpfung verschiedener Aspekte, die oft wie lose Fäden durch die Medien laufen. Aber damit mag dann ja doch auch schon manchem geholfen sein.

Schwatzbude mit fataler Wirkung

Eine Beschlüsse fassende Schwatzbude, deren Vertreter – während sie noch auf ihrem Weg zur Staatskirche ist – peu a peu im vorauseilenden Gehorsam umsetzen wird, was man ihr nicht sofort verbietet.

So z.B. eine zunächst punktuelle und sich dann auf leisen Sohlen zur Flächendeckung ausweitende Einladung zur Teilnahme an der Kommunion für Protestanten und andere christliche Gemeinschaften, vielleicht sogar über die Gemeinschaft der Christen hinaus. Oder Gottesdienste, an denen der Priester sich einfach mal aus dem Geschehen heraus nimmt, während Bäcker Müller oder Chefsekretärin Maier nach der Predigt der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Huber die Wandlung der Gaben übernimmt.

“Pastorale Notwendigkeiten“ – Ein Keulenbegriff

Das hat selbstverständlich nur einen Zweck. Nach Ende des „Synodalen Wegs“ diverse Beschlüsse Rom vorlegen zu können mit dem Vermerk: „Heiliger Vater, dies und das machen wir jetzt schon länger als ein Jahr in all unseren Kirchen und es ist positiv aufgenommen worden. Aus pastoralen Gründen können wir nun auch nicht mehr hinter diese Entwicklung zurück!“

So ist es z. B. gelaufen bei der Einführung der Handkommunion in den Benelux-Staaten Ende der 60er des vergangenen Jahrtausends. Als Experiment deklariert, um dann die Unverantwortbarkeit der Rücknahme der Erlaubnis aus „pastoralen Gründen“ (dieses Wording ist untouchable) zu postulieren, was folgerichtig zur weltweiten Erlaubnis der Handkommunion führte.

Am Ende verstiegen und gefielen sich dann zahlreiche Bischöfe des Westens sogar darin, die Mundkommunion wahrheitswidrig als verboten darzustellen. Priester nannten sie in ihren Predigten unhygienisch. Oft übrigens dieselben Priester, die bei der Kommunion unter zwei Gestalten gern dazu auffordern, die ganze Gemeinde möge aus dem gleichen Kelch trinken oder aber die Hostie in den Kelch tunken wie ein Keks in den Kaffee.

Wird Franziskus oder ein anderer Papst die deutsche Kirche auf die ursprüngliche Lehre und Praxis zurückwerfen?

Wie wird der „Heilige Vater“ reagieren? Er wird sich erinnern, dass der Vatikan sich in einer finanziellen Schieflage befindet und er es sich nicht leisten kann, deutsches Geld abzulehnen. Das Gift, dass die Schlange in die Ferse des Apostolischen Stuhl pumpen wird, nennt sich „Euro-Toxin“ oder „Peterspfennig Plus“

Der Supergau wäre freilich Reinhard Kardinal Marx als Nachfolger von Franziskus. Einige mögen das aktuell noch von der Hand weisen, aber der Reformwahn nähert sich in Rom und manchen anderen Staaten des Westens aktuell einem neuen Höhepunkt, der jenen der Konzilsväter (1962-1965) noch toppt.

Wir erinnern uns: Jenes Konzils, dessen Beschlüsse und vor allem deren Rezeption der Kirche fast weltweit eine Krise in Klerus und Orden (eine Verweltlichung, die an jene in der Renaissance erinnert) und eine allgemeine Glaubenskrise ähnlich jener während des Exils in Avignon und während des großen abendländischen Schismas beschert haben. Diesmal allerdings im Zeitraffer, also in einer sehr hohen Geschwindigkeit.

Keine Unschuldslämmer, aber doch nur Kinder ihrer Zeit

Deshalb ist es nur folgerichtig, dass die „Enkel“ der Krisenverursache fern jeglichen Gespürs für Ursache und Wirkung konsequent den Weg weitergehen. Denn das hat man ihnen von den Kanzeln und später an den Unis und in den Seminaren eingebläut:

„Seht, hier ist das Neues Pfingsten und seine süßen Früchte. Ihr seid die Ausleger und Vollstrecker des Willens des Konzilsgeistes, der mit dem Heiligen Geist identisch ist. Zugleich seid Ihr die Winzer im Weinberg. Der wilde Eber ist die Tradition, die Ihr aus diesem Weinberg verjagen müsst.“

Eigentlich kann man ihnen gar keinen Vorwurf machen. Sie sind die Kinder einer Mutter, die unter den Wehen permanenter Risikoschwangerschaft ein Reformunheil nach dem anderen geboren hat und weiterhin gebiert, aber ihre Kinder – seien sie auch noch so missgestaltet – dennoch liebt und bis aufs Blut verteidigt.

Maranatha? – Für diese Kirche ist Umkehr nicht mehr möglich!

Meiner Ansicht nach ist der „Point of no Return“ bereits überschritten, der Niedergang weiter Teile der Weltkirche binnen der nächsten drei Jahrzehnte aus verschiedensten Gründen nicht mehr aufzuhalten. Es wird – wenn überhaupt noch – nur eine kleine Herde sein, die „überlebt“. Ob sie die Kraft findet. irgendwann einmal die Kirche aus dem Vergessen der Gesellschaften neu ans Licht zu führen? Ob Gott dies überhaupt in seinem Plan vorgesehen hat?

Wir wissen es nicht! Wir können nur in unseren unbedeutenden Zirkeln weiter nach außen wirkend mahnen und warnen und für uns selbst – so gut es geht – eine feste Burg bauen, damit jener, der wie ein brüllender Löwe umher geht, keine Möglichkeit hat, uns zu verschlingen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.