(Michael van Laack) Auch wenn der Januar noch lange nicht vorbei ist, habe ich mein Facebook-Posting des Monats bereits gefunden. Es stammt von Dr. Wofgang F. Rothe, einem römisch-katholischen Priester, der meines Wissens nach zwar keine Alkoholiker-Seelsorge betreibt, aber augenscheinlich Seelsorge in Verbindung mit schottischem Whisky für eine gute Möglichkeit hält, zu evangelisieren. Werke wie „Wasser des Lebens – Einführung in die Spiritualität des Whiskys“ oder „Whisky-Wallfahrten – Ein spiritueller Reiseführer durch Schottland“ stammen aus seiner Feder.

Der Whisky-Vikar – Ein Edel-Katholik reinsten Wassers: Früher – als das Online Magazin „Cathwalk – Abendland und alte Messe“ noch nicht tradionalistisch-konservativ ausgerichtet war, sondern eher ein Laufsteg der katholischen Eitelkeiten, auf dem sich die selbsternannte „Avantgarde der katholischen Kirche“ in Themen erging wie „Welche Handtasche trägt die Dame beim traditionalistischen Gottesdienst oder „Was ist ein wahrer Gentleman“ – war Rothe dort gern gesehener und viel gelesener Fachmann für Whiskyfragen.

Der Anlass zu seinem Posting: Ein Protest gegen den „Synodalen Weg

Ein kleines Häuflein – aber doch eine internationale Truppe von 150 Menschen der in Rom ansässigen „Stiftung Lepanto“ aus vieler Herren Ländern versammelte sich am vergangenen Wochenende auf dem Münchener Odeonsplatz, um vor dem Linksruck, der Aufgabe des Zölibats und der geforderten Weihe von Frauen in der Kirche Deutschlands zu warnen.

Zu diesem Zweck stellten sie sich in einer Art Schlachtordnung auf, ihnen voran die Fahnen der vier Evangelisten. Sie beteten schweigend eine Stunde (Foto © Screenshot Facebook). Ohne sich zu bewegen, danach öffentlich das Glaubensbekenntnis. Die „Tagespost“ berichtet ausführlicher (hier)

Nazi-Vergleich und Gesinnungsschnüffelei

Auf dem Odeonsplatz in Schlachtordnung? Den hat doch früher die NSDAP für Aufmärsche genutzt. Damit würden sich die Protestierenden gegen den „Synodalen Weg“ in eine Linie mit den Nationalsozialisten stellen, zumindest Bilder aus dunkler Zeit heraufbeschwören. Das gehe ja mal gar nicht.

Führende Vertreter weltweit operierender konservativer Netzwerke, Vereinigungen und Zeitschriften wie Michael J. Matt, Alexander Tschugguel, Jane Smith, José Antonio Ureta, John-Henry Westen und Roberto de Mattei pervertierten nach Rothes Ansicht mit ihrer dummen, beschämenden und abstoßenden Aktion alles, was katholisch ist.

Heiliger Whisky-Vater: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Eiswürfeln werfen!

Neulich fuhren Bauern auf dem Odeonsplatz mit ihren Traktoren in einer Art Schlachtordnung. Auch forderten dort im vergangenen Jahr Mitarbeiter der Stadtverwaltung lautstark höheres Gehalt, die ANTIFA war schon auf dem Odeonsplatz, Maria 2.0 und die marxistisch-leninistische Partei Deutschlands. Alle lautstark, und teilweise „bunt“, von Nichtbeteiligten oft als Ärgernis wahrgenommen. Das wäre zumindest in der Wirkung – selbstverständlich nicht der Botschaft nach – vergleichbar mit den Aufmärschen der SA seinerzeit.

Dass sich aber ein römisch-katholischer Priester erdreistet, eine kleine Schar schweigend Betender in einen Zusammenhang zu stellen mit den Ereignissen in der Non-Vogelschiss-Periode… ist skandalös. Das ist wahrlich Pervertierung des Katholischen im Gegensatz zu dem, was die Beter taten.

Dr. Rothe mag ja von jenen, welche die Protestantisierung und den politischen Linksruck in der Kirche über das Tool „Synodaler Weg“ nicht goutieren, halten was er will. Gern mag er Whisky-Seminare für Maria 2.0-Anwärterinnen auf das Diakonat halten. Auch muss er sich nicht freuen darüber, dass es immer noch „Legionen“ gibt, die die Lehre der Kirche verteidigen.

Aber ich erwarte von einem so gebildeten und auch medienerfahrenen Menschen wie ihm, dass er sich nicht gemein macht mit der Journalie in den Redaktionsstuben der großen Häuser und manchem Mitglied deutscher Parlamente, die jede Opposition mit Nazikeulen oder unpassenden historischen Vergleichen zum Schweigen bringen wollen.

P.S.: Dass ich ein solches Verhalten auch bei AfD-Politikern nicht dulden mag, habe ich in diesen Spalten schon oftmals erklärt.

**

Sie wollen einen freien Journalismus unterstützen, der auch über das berichtet, was Ihnen die gleichgeschalteten Staatsmedien bewusst verschweigen?

Mit zwei Klicks geht das hier:

PAYPAL

… oder auf Klassische Weise per Überweisung:

IBAN: DE04 3002 0900 0803 6812 81
BIC: CMCIDEDD – Kontoname: David Berger – Betreff: Spende PP

Vorheriger ArtikelWDR funkt in die arabische Welt: Es gibt zu wenige Flüchtlinge in Deutschland!
Nächster ArtikelPolizeirevier Neubrandenburg: Syrer (23) wollte Polizisten mit Messer töten
Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.