(Michael van Laack) Sebastian Kurz hat es wieder zum österreichischen Kanzler geschafft. Dafür nimmt er sogar in Kauf, dass nun die Grünen in einem Land mitregieren, das diese in der großen Mehrheit nicht an der Macht sehen will. Eine erneute Demütigung des Volkswillens.

Unsere Nachbarn im Land der glücklicheren Kühe und der größten Kräuterlimonaden-Produktion weltweit wagen einen politischen Spagat. Es soll zusammengeführt werden, was – so man den gesunden politischen Menschenverstand einschaltet – nicht zusammengehört, was so wenig kompatibel ist, wie die Schuhe und die Füße von Aschenputtels Schwestern. So klingt nicht nur das „Grenzen und Klima schützen“ absonderlich in den Ohren echter Konservativer und wahrer Grüner europaweit.

Realpolitisch betrachtet hatte der machtgeile und immer noch junge Kanzler allerdings tatsächlich kaum eine andere Wahl. Die SPÖ will nicht (und zwar kategorischer als ihre deutsche Schwesterpartei); die FPÖ muss sich neu aufstellen, um wieder Regierungsfähigkeit zu erlangen; und an absonderlichen Dreierbündnissen hat in Österreich grundsätzlich niemand Interesse.

Statt Wohl des Volkes, Erhalten des Status quo

Dennoch! Immer klarer wird: Es kommt den Regierenden immer seltener darauf an, dass ihnen vom Wahlvolk anvertraute Land auch tatsächlich gut zu regieren. Immer häufiger geht es um den Erhalt des Status quo, um die Macht für die sogenannten oder tatsächlichen Volksparteien in den verschiedensten Ländern Europas. Anders ist kaum erklärlich, warum eine den Personen und dem Wesen nach immer noch deutlich konservativere Partei als ihre „Schwestern“ CDU/CSU mit deutlich linkeren Grünen als denen bei uns eine politische Ehe eingehen will.

Vernünftig ist das nicht, „not“wendig vielleicht, um Neuwahlen zu vermeiden. Gut für die weitere positive und stabile Entwicklung unserer Nachbarn auf keinen Fall. Sicherlich aber ein Vorgeschmack auf das, was uns und anderen „Demokratien“ in den nächsten Jahren ins Haus steht: Regierungen, die sich primär bilden, um das politische Überleben der eigenen Entourage zu sichern.

ZUERST ICH, DANN DIE PARTEI! UND NUR, WENN DANN NOCH DISPOSITIONSMASSE FÜR POLITISCH SINNVOLLES ÜBRIG IST, DAS LAND!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.