(Michael van Laack) Es gibt Menschen, die mag man einfach nicht: Nachbarn, Arbeitskollegen oder Zeitgenossen, für die man aus verschiedensten Gründen keinen Funken Sympathie übrig hat. Auch in der Politik waren sich zu allen Zeiten viele nicht Grün, haben sich öffentlich oder auch privat scharf attackiert. Aber Minimalstandards hat man immer eingehalten. Zumindest in demokratischen Staaten.

Zustände auf den Fluren des Reichstags wie in den Monaten vor dem Ermächtigungsgesetz?

Was ich allerdings heute Morgen in der „Welt“ lesen musste über die Weigerung vieler Abgeordneter der „Altparteien“, „Guten Morgen“ oder „Guten Tag!“ zu wünschen oder zumindest ein „Hallo!“ über die Lippen zu bringen…

Nein, es überrascht nicht wirklich, aber führt doch das Ausmaß deutlicher vor Augen. Schon vor einigen Monaten hörte ich von zwei Berliner AfD-Politikern (einem MdB und einem Mitglied des Abgeordnetenhauses), dass mehrfach auf den Gängen vor ihnen ausgespuckt wurde, wenn keine (Überwachungs-)Kameras und kein unparteiischer Zeuge in der Nähe war…

Das öffentlich sichtbare verifiziert das behauptete nicht öffentliche sichtbare Gebaren

Nun, beweisen lässt sich das nicht. Dass aber jemand im privaten Gespräch eine solche Äußerung tut, um sich als Opfer zu gerieren?

Wohl kaum, zumal wir ja auch öffentlich sehen, wie im Bundestag mit den Abgeordneten der AfD umgegangen wird, mit welchen Schmähungen von „Brauner Flaschengeist“ über „Faschist“ bis „Rassist“ ihre Mitglieder nahezu unterschiedslos belegt werden; und prinzipiell Diskurs verweigert wird; wie in der Ausschuss-Arbeit ausgegrenzt wird,  Parteianträge nicht wegen des Inhalts, sondern aus Prinzip abgelehnt werden; zustehende Ämter mit Berufung auf den nebulösen Begriff der Gewissensfreiheit verweigert werden von jenen, die sich in anderen Fragen nur allzugern hinter dem Begriff „Fraktionszwang“ verstecken…

GUTEN MORGEN, DEUTSCHLAND!

Diesen Gruß schreibe ich als Admin der Facebookseite unseres Blogs an jedem Tag über mein erstes Posting. Das ist keine reine Freundlichkeit (selbstverständlich auch) und keine inhaltsleere Floskel, sondern eine Selbstverständlichkeit, ein „Mindeststandard“ im Umgang miteinander. Und der Gruß kommt von Herzen: Jedem wünsche ich einen „Guten Morgen“! Schon der Gedanke, jemandem einen „Schlechten Morgen!“ zu wünschen oder still für mich ein „Mir doch sch…egal, wie es Euch geht! Liked meine Beiträge bitte trotzdem!“ hinzuwerfen…

Selbstverständlich ist das ein virtueller in die breite Menge hinein gesprochener Gruß, der jeden trifft. Kein persönlicher. Doch käme ich auch nie auf die Idee, dem „Guten Morgen!“ folgen zu lassen: „Dieser Gruß gilt nicht für die Linken, Grünen, Migranten bzw. Mitglieder des Bundesamtes für Verfassungsschutz und der Bundesregierung, die hier möglicherweise mitlesen!“.

Üble Erinnerungen

Auch im wirklichen Leben grüße ich jeden (und darunter sind einige, die ich nicht sonderlich schätze), weil das einfach zum Umgang miteinander gehört. Weil das ggf auch der einstieg sein kann zu einem Gespräch. Aus einem einfachen „Hallo!“ kann sich auch mal ein „Hallo, wie geht’s?“ entwickeln, vielleicht sogar die Absichtserklärung, mal „ein Käffchen miteinander trinken“ zu wollen. So aber… Den Gruß zu verweigern zeigt mehr als jede Diskursverweigerung die Verachtung für das Gegenüber. Das ist nicht christlich und auch nicht humanistisch, das ist einfach nur asozial… töricht, armselig!

Sich selbst den Gruß zu verbieten dem Nächsten (Gegenüber)… nun, die HJ-Führer haben ihren Kids auch „empfohlen“, Juden nicht zu grüßen! Aber ich will hier keinen Nazi-Vergleich machen, sonst kommen wieder die moralischen Zeigefinger! Sicherlich auch – wenn nicht sogar primär – die der Grußverweigerer!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.