Oft sind es eher Bilder als Worte, die uns abschrecken oder beeindrucken, mitreißen oder verwirren. Und so waren es zunächst auch die Bilder und nicht die Texte des gestrigen Zukunfts- und Klimapaket-Freitags, die mich zu diesem Artikel motiviert haben. Ein Gastbeitrag von Michael van Laack

Ein „breites Bündnis“ (der Herr Bundespräsident, Gewerkschaften, Kirchen, Omas gegen Rechts und weitere Vertreter der Zivilgesellschaft) eskortierten in Deutschland die Freitagsbewegten. Aber auch in zahlreichen anderen Ländern der Welt hatten die bestvernetzten FFF-Apostel(innen) Demos organisieren lassen.

Lichtgestalten, Scheinhinrichtungen  und Face-Painting

Auf der Nachrichten-Website des ZDF prangte heute morgen „die Ikone der Klimaretter“, die „Lichtgestalt der Jugend der Welt“, „der neue David“, die „Prophetin gegen Zukunftslosigkeit“ und Inhaberin sonstiger „Ehrentitel“: Greta Thunberg. Wie einst Lenin („Wir sind die Zukunft der Bauern und Arbeiter!“, Hitler („Wir sind die Zukunft Europas!“), Mao („Wir sind die lebendige und neue Mauer Chinas!“  oder Ulbricht („Wir sind das demokratische Deutschland!“)  weist sie mit erhobenem Arm in die imaginäre Zukunft und spricht dazu die bedeutenden Worte: „WIR sind eine Welle der Veränderung. Zusammen sind wir nicht aufzuhalten!“

Drei junge Menschen stehen vor dem Brandenburger Tor auf Eisblöcken, um ihre Hälse Stricke, die an einem Galgenbaum befestigt sind. „Später wird es dann radikal“ freut sich über diese Aktion die Redaktion von heute.de.

„Hoffentlich ist niemand von den Böcken gerutscht!“ dachte ich im ersten Augenblick. Denn sonderlich gesichert schienen die Seile nicht zu sein, wenn auch die Schlingen recht groß waren. Aber bekanntlich ist auch eine mittelschwere Kehlkopfquetschung nichts, was man sich an einem schul- oder unifreien Tag abholen möchte…

Aber auch die ganz Jungen dürfen nicht fehlen. „Gesicht für die Erde“ zeigen zwei vielleicht 13- oder 14-jährige Mädels. So genau könnte man das ja nicht einmal ohne einen Teil der Weltkarte im Gesicht sagen. „Na ja, wenn dies das Gesicht ist, dass in Zukunft die Erde tragen soll.“ dachte ich so bei mir. Die gucken eher wie zwei Teens, mit denen man schon einige Pedo-Filme gedreht hat – Leer, erschöpft, hoffnungslos und ungetröstet. (Bild 1 der Serien „Weltweite Klimademos“).

Demos, Parolen und Ideologie

Als ich 12, 13, 14, 15 Jahre alt war, habe ich mir gewiss auch schon den ein oder anderen Gedanken über die Zukunft gemacht. Zugegebenerweise allerdings weniger um die Zukunft der Welt, der politischen oder innerkirchlichen Entwicklung. Worüber ich mir Gedanken gemacht habe, wird hier allerdings nicht verraten… Wie auch immer: Was ich aber sicherlich nicht hinbekommen hätte, wäre eine Demo konzeptionell und strategisch zu organisieren. mit anderen eine Reihe inhaltlich abgestimmter Plakate zu entwickeln, skandierfähige Slogans für Demos zu entwerfen, Plätze auszusuchen, an denen Versammlungen effektiv medial präsentiert werden können, Redner einzuladen, deren Reden im Vorfeld zu bewerten, sie in einer abgestimmten Reihenfolge auftreten zu lassen, Presse-Erklärungen zu verfassen, vorab Infos durchzustechen usw. – Vermutlich wäre ich, zumindest was die letzten Punkte betrifft, nicht einmal mit 25 dazu in der Lage gewesen.

Was uns die deutschen Medien in den Causae Greta Thunberg und FFF in den letzten Monaten vorführen und gestern einen neuen Höhepunkt erreichte, ist der beste Beweis dafür, dass das alte System immer noch funktioniert. Hat man ein Thema, hat man einen Schlüsselbegriff (siehe hierzu auch meinen PP-Artikel aus Mai diesen Jahres)

Es ist eine Lüge (nicht einfach nur eine Fake-News), dass Jugend sich selbst mobilisiert. Dahinter stehen Parteien und Lobbys. In Deutschland Bündnis 90/die Grünen, Teile der Linken und der SPD,  Unternehmerverbände für erneuerbare Energie, erschreckenderweise auch einige Kirchenvertreter (aus Naivität vermutlich). Im EU-Bereich vor allem solche Gruppierungen, die die Gender- und Migrationspolitik im Sinn einer linken und christenfeindlichen Agenda vorantreiben wollen.

Den Strippenziehern geht es nicht ums Weltklima

Keine Frage, die Polkappen schmelzen, die Gletscher schmelzen, Stürme werden stärker, Temperaturextreme beobachten wir in den letzten drei Jahrzehnten häufiger als zuvor. Kohle und Erdöl sind endliche Ressourcen, die Welt wird überschwemmt mit Produkten, die man zwar eigentlich nicht benötigt, aber die dennoch heute kaum mehr jemand missen möchte. Dass sich also am Konsumverhalten des EINZELNEN etwas ändern muss, ist gar keine Frage (siehe hierzu auch meinen Artikel zum Schlaraffenland, der nicht sonderlich vielen Leuten gefiel, denn wer möchte schon persönlich verzichten.

Ebenso ist klar: Steigt die Weltbevölkerung (vor allem in Afrika und Asien) weiterhin so rasant, wird das nie nix mit dem Klimawandel-Wandel.

Darum aber geht es denen nicht, die diese Proteste steuern. Es geht darum, in Deutschland und nahezu allen anderen Staaten des Westens (das sind eben die Global Player wirtschaftlich und militärisch) Parteien an die Macht zu spülen, die eine linksradikale Agenda vertreten, denen die Demokratie zuwider ist, die die scheinbar beste aller Diktaturen anstreben, von der Aldous Huxley einmal gesagt hat: „Die perfekte Diktatur wird den Anschein einer Demokratie machen, einem Gefängnis ohne Mauern, in dem die Gefangenen nicht einmal davon träumen, auszubrechen. Es ist ein System der Sklaverei, bei dem die Sklaven dank Konsum und Unterhaltung ihrer Liebe zur Sklaverei entwickeln.“

Ängste schüren um der Machtergreifung willen – Ein alter Trick

Hat man die Jugend, hat man deren Eltern. Hat man die Eltern, hat man auch Teile von deren Eltern. Und schon hat man die Mehrheit. – Arbeitslosigkeit bekämpfen, Reparationsforderungen zurückweisen. Mit diesen Versprechen ist Hitler an die Macht gekommen, mit ähnlichen Versprechen haben andere zukünftige Diktatoren die Menschen auf ihre Seite gezogen.

Damals ging es um einzelne Nationen, heute geht es um Größeres. Zunächst einmal um die Kontrolle der europäischen Hochindustrie-Länder, ein von christlicher Moral befreites und durchgendertes Europa. Ein Europa, in dem die Gemeinschaft die Kinder erzieht, wo diese nur noch betrachtet werden als funktionierende zukünftige Arbeitskräfte. Wo der Familienverband, die Keimzelle jeder Gesellschaft, aufgelöst ist. Und somit ein liebes- und beziehungsärmeres Europa. Emotionale Kälte soll in die Generationen gezüchtet werden. Ein Kollektiv, in dem allerdings jeder den Eindruck behalten soll, er habe individuelle Rechte, er entscheide sich freiwillig für diesen oder jenen Weg. Panem et Circenses (Brot und Spiele), das heidnische System kehrt zurück.

„Betreutes Denken“ nennen es meine rechten Freunde. Das scheint mir zu harmlos. Denn es geht nicht nur darum, in einer Einzelfrage eine Richtung zu weisen; es geht darum, die vollkommene Kontrolle zu übernehmen, damit eine Generation gezüchtet werden kann, die es als normal empfindet, dass der Staat ihr Zuhälter ist, der sie beschützt und im Gegenzug die absolute Leitungsgewalt hat. Der wie der Dom der Sub sagt, welches Verhalten angemessen und was zu tun ist, damit er zufriedengestellt ist. Dann folgt die Belohnung.

Das Endziel ist die vollständige De-Individualisierung, Entmenschlichung wird ganz am Ende stehen! Greta ist nur eine Schachfigur. Ein Springer vielleicht oder ein Läufer. Die Türme sind unsere Medien und Politiker, die Dame und den König sieht man nicht. Sie werden nur kurz von den Bauern bemerkt, bevor sie aus dem Spiel genommen werden. Und dann ist es schon zu spät!

Große Zeiten stehen uns bevor

Zum Schluß möchte ich hier noch einmal das Gedicht „Große Zeiten“ von Erich Kästner bringen und meine im Versmaß nicht ganz so gut gelungene Fortschreibung (aber ich bin ja auch kein großer Dichter und Denker), die ich zwischen den Jahren 2017 auf PP veröffentlichte.

Große Zeiten (Erich Kästner)

Die Zeit ist viel zu groß, so groß ist sie.

Sie wächst zu rasch. Es wird ihr schlecht bekommen.

Man nimmt ihr täglich Maß und denkt beklommen:

So groß wie heute war die Zeit noch nie.

 

Sie wuchs. Sie wächst. Schon geht sie aus den Fugen.

Was tut der Mensch dagegen? Er ist gut.

Rings in den Wasserköpfen steigt die Flut.

Und Ebbe wird es im Gehirn der Klugen.

 

Der Optimistfink schlägt im Blätterwald.

Die guten Leute, die ihm Futter gaben,

sind glücklich, daß sie einen Vogel haben.

Der Zukunft werden sacht die Füße kalt.

 

Wer warnen will, den straft man mit Verachtung.

Die Dummheit wurde zur Epidemie.

So groß wie heute war die Zeit noch nie.

Ein Volk versinkt in geistiger Umnachtung.

 

Große Zeiten II (Michael van Laack)

 

Niemals darf der Faschismus wiederkehren

Weshalb sie äußerst laut im ganzen Land

Sehr uniform und täglich uns belehren

Denn nur bei ihnen gibt es noch Verstand.

 

Sie fürchten Wiederholung der Geschichte

Drum macht des reinen Demokraten Geist

Konservatives Dummgeschwätz zunichte

Weil unseres Lebens höchster Wert doch „Freiheit“ heißt!

 

Mir scheint, sie werden rasch zurück sein, unsre großen Zeiten

Und auch, dass der Geschichte Wiederholung droht

Doch werden diesmal bunte Füße dunkle Pfade schreiten

Denn Rechts und Links sind fast schon alle „tot“!