Am 10. Mai hatte ich hier auf PP ein „Merkblatt für mutige muslimophile Mitchrist(inne)n“ veröffentlicht, mit dem ich aufzeigen wollte, dass Christen sich niemals einlassen dürfen auf die Teilnahme an einer religiösen Feier der Koran-Religion, weil Mohammed uns Christen als Feinde betrachtet, die es zu bekehren oder zu töten gilt. Ein Gastbeitrag von Michael van Laack

Anlass war eine für den 24. Mai im Gemeindehaus einer römisch-katholischen „Projekt-Kirche“ angekündigte gemeinsame Feier des Ramadans muslimischer und christlicher Frauen.

Der Bischof schweigt

Damit wollte ich es aber nicht bewenden lassen, weshalb ich dem Bischof von Essen am 14. Mai einen Brief schrieb und ihm sachlich die Hauptgründe vortrug, die gegen eine solche Veranstaltung sprechen. Da dem Bischof das per E-Mail versandte Schreiben über den Generalvikar persönlich zuging, ist der Erhalt unstrittig.

Am 18. Mai bat ich erneut um eine Antwort, noch einmal am 19. Mai nach der Veröffentlichung des Briefes auf meinem FB-Profil.

„Stillschweigen bedeutet Zustimmung.“ könnte man nun meinen. Meine Kontakte in Duisburg haben allerdings versichert, dass eine Absage der Veranstaltung nicht beabsichtigt ist.

Daher wähle ich nun Philosophia Perennis als Veröffentlichungsort meines Schreibens an Bischof Overbeck in der Hoffnung, dass er sich doch noch zu einer Erwiderung herablässt.

Kein Aufruf zum Shitstorm, und doch…

Wer außer mir noch das Bedürfnis haben sollte, dem Bischof von Essen seine Ansicht zu dieser Veranstaltung kundzutun, kann dies gern über diese öffentlich bekannte E-Mail-Adresse machen: generalvikariat@bistum-essen.de – Wer sich zu einer Nachricht entschließen sollte, den bitte ich um einen sachlichen Ton. Alles andere wäre kontraproduktiv!

Der Brief (leicht gekürzt mit Zwischenüberschriften)

Exzellenz,

möglicherweise ist Ihnen bereits mein am 10.05.19 auf dem Blog Philosophia Perennis veröffentlichter Beitrag zugeleitet worden. Dessen Ansatz ist – wie man heute so schön sagt – ein populistischer. Auf diesem Niveau möchte ich Ihnen hier selbstverständlich nicht vortragen.

Anlass meines Schreibens ist nun die Einladung der Probstei St. Johann in Duisburg-Hamborn in Kooperation mit der dortigen kfd und anderen Frauenverbänden zur Feier des Ramadan ins Gemeindehaus der Projektgemeinde St. Barbara in DU-Röttgersbach am Freitag, dem 24.05.19 um 20.00 Uhr.

Was gegen diese Veranstaltung spricht

Zunächst: Grundsätzlich bezweifle ich, ob eine solche Veranstaltung sich mit dem lapidaren Verweis auf „Nostra Aetate“ begründen lässt, wie es mir gegenüber Herr Tobias Lechte vom ehrenamtlichen Facebook-Team der Seite „Kirchort St. Barbara“ am 12.05.19 in einer PN als Reaktion auf meinen Artikel auf dem genannten Blog tat. Denn nicht nur in diesem Konzilsdokument, sondern an mehreren anderen Stellen auch warnen die Konzilsväter vor Irenismus.

Zudem befinden wir als Christen uns gerade in der Osterzeit. Der Herr ist auferstanden, wir fasten nicht sondern freuen uns in der Erwartung seiner Himmelfahrt und der Herabkunft des Heiligen Geistes. Eine solche Veranstaltung passt also schon allein mit Blick auf die geprägte Zeit nicht.

Darüber hinaus sehe ich nicht, was wir als Christen an diesem Tag mit Muslimen begehen sollen. Am Abend beenden die Muslime während des Ramadans täglich das ihnen von Allah über Mohammed gebotene Fasten, zitieren Koranverse und essen miteinander. Dieses Fasten ist Bestandteil der Säulen des Islam. Es kann unmöglich verstanden werden als ein Beitrag zum interreligiösen Dialog, wenn katholische Frauen dies mitbegehen. Was begehen sie in dem Moment der Teilnahme an diesem Akt? Nichts, denn der Koran hat für uns Christen nicht die geringste Verbindlichkeit und in weitesten Teilen enthält er auch keine christlichen Wahrheiten.

Hinzu kommt – und das halte ich für einen nicht zu vernachlässigenden Gesichtspunkt – die Form der Werbung für diese Veranstaltung. Ein vollkommen muslimisches Grundmotiv unter Verwendung auch einer im Islam üblichen Hauptfarbe für die Einladung zu religiösen Veranstaltungen.  Also eine vollständig einseitige Werbung für einen religiösen Akt des Islams im Gebäude einer römisch-katholischen Einrichtung ohne jeglichen Bezug auf das Christentum.

Cui bono?

Ebenfalls zu bedenken ist, wie eine solche Veranstaltung in der muslimischen – nun nicht Mehrheitsgesellschaft aber doch sehr erheblichen Minoritäts-Gesellschaft des Duisburger Nordens – von den dort lebenden Muslimen wahrgenommen wird. Aus meiner eigenen Erfahrungen mit der muslimischen – damals noch deutlich kleineren – Community vor Ort über mehr als zwei Jahrzehnte darf ich ihnen versichern, dass die Mehrheit darin keine Good Will-Aktion im Rahmen des interreligiösen Dialogs sehen wird, sondern die Bereitschaft der Christen, sich schrittweise anzunähern und den Koran zu akzeptieren, seine Wahrheiten Schritt für Schritt anzunehmen.

Deren Vertreterinnen bei der Veranstaltung wird es also nicht um Dialog, sondern um die Erklärung des religiösen Aktes, seine Sinnhaftigkeit und Wahrheit gehen. Kritik in einem möglicherweise geplanten Gespräch wird man unterbinden. Das ist kein Vorurteil, sondern eigene Erfahrung aus Veranstaltungen, die ich in mehreren Moscheegemeinden im Rahmen des interreligiösen Dialogs in den vergangenen Jahrzehnten machen durfte.

Bitte um Absage der Veranstaltung

ICH BITTE SIE DAHER INSTÄNDIG, auf die Verantwortlichen einzuwirken, die Veranstaltung abzusagen oder aber – falls diese Bereitschaft nicht vorhanden sein sollte – die Veranstaltung in Räumen der Gemeinde zu untersagen!

Allerdings – da will ich ganz offen sein – fürchte ich, dass Sie dies nicht zu tun beabsichtigen bzw. Ihr Stab ihnen von diesem Vorgehen abraten wird mit der Begründung, es sei dann eine äußerst schlechte Presse zu erwarten, die von „islamfeindliche Gemeinde“ bis „AfD-freundlicher Bischof“ reichen könnten. Als journalistisch ehrenamtlich (wenn man so will) Tätiger weiß ich selbstverständlich um die babylonische Medien-Gefangenschaft, in der sich die christlichen Kirchen in dieser Frage schon seit manchem Jahr befinden. – Dennoch bitte ich Sie eindringlich darum, so zu entscheiden!

Für eine Antwort auf meine Überlegungen habe ich den 18.05.19 vorgemerkt. Sollte ich bis dahin aus ihrem Haus keine Antwort erhalten haben, behalte ich mir vor, den Wortlaut dieses Schreibens … zu veröffentlichen.

Eine Antwort werde ich selbstverständlich – unabhängig vom Inhalt und ihrer Entscheidung – als Unter Drei gesprochen betrachten.

Mit freundlichem Gruß

Hoffnung

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass der Bischof von Essen sich nun doch noch zu einer Antwort durchringen kann. Meine ursprüngliche Garantie, dass diese Antwort Unter Drei bleibt, ist selbstverständlich mit der Umstellung auf den Status „Offener Brief“ gegenstandslos geworden.

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Falls Sie dem Bischof auch schreiben möchten, hier die zuständige e-mail-Adresse: generalvikariat@bistum-essen.de