Die AfD ist wahrlich noch eine junge Partei. Aber sie sollte dennoch alt (erfahren) genug sein, um erkennen zu können, wer Freund und wer Feind ist, wer es gut und wer es schlecht mit ihr meint, wer ihr mittel- und langfristig nutzen und wer ihre Halbwertszeit verkürzen möchte. Die AfD will eine ALTERNATIVE sein! Was also wäre konsequenter, als sich den alternativen – den freien – Medien zuzuwenden? Ein Gastbeitrag von Michael van Laack

„Für den deutschen Intellektuellen ist die Ideologie sein Vaterland. Er hat einen besonderen Hang zu in sich geschlossenen Denksystemen, und in denen hält er stand wie ein Zinnsoldat – und zwar wie einer, der auch dann nicht schmilzt, wenn die Wirklichkeit außerhalb seines Denksystems die Hölle ist.“ (Reiner Kunze)

„Freiheit ist das einzige, was zählt.“ sang Marius Müller-Westernhagen in der Zeit um die Wiedervereinigung 1990. In diesem Jahr waren sich alle einig: Für Europa war ein goldenes Zeitalter angebrochen, der Sozialismus und Kommunismus lag in Trümmern: FREIHEIT FÜR JEDERMAN!

Die Menschen im Osten atmeten auf. Sie konnten auf den Straßen und Märkten, in Zeitung und TV, ihre eigene Meinung äußern, ohne sich darum sorgen zu müssen, dass da jemand mithöre und mitschreibe, der sie denunziert. Ohne die Furcht haben zu müssen, den Arbeitsplatz zu verlieren, die Kinder den Repressalien der Lehrer ausgesetzt zu sehen oder im Dorf und Vereinen gemieden zu werden.

Das war 1990. In den Folge Jahren setze schleichend ein Prozess ein. Zunächst kaum wahrnehmbar (in der Kohl-Ära vermutlich auch noch nicht vorhanden) wurden bestimmte Meinungen diskreditiert, ihre exponierten Vertreter aus dem Diskurs genommen.

Der schleichende Freiheitsentzug

Dies geschah so unbemerkt und wurde so widerspruchslos zugelassen wie die Metamorphose der SED über die PDS zu einer „demokratischen“ Bundespartei. So schleichend wie die Entwicklung RAF-naher „friedlicher“ Widerstandgruppen und marxistisch-leninistischer Splitter um Dr. Rudi Dutschke hin zur heute hochangesehenen Partei „Bündnis 90/Die Grünen“.

Denn parallel zum Anwachsen des Einflusses dieser Parteien wurden zentrale Stellen der Gesellschaft von der sozialistischen Idee nahestehenden Einzelpersonen und Gruppen okkupiert. Die Lehrstühle der Universitäten, die Redaktionen der Medienhäuser, die Leitungsämter in den Kirchen wurde besetzt von einer Gruppe, deren 68er-Revolution spätestens nach dem Mauerfall als gescheitert galt.

Und so entstand um die Jahrtausendwende – von der regierenden SPD nicht unerwünscht, eine mediale und kirchliche Parallelgesellschaft. In der Gesellschaft 60% Liberale und Konservative, in Medien und Kirche schon zu diesem Zeitpunkt 60% Grüne und Linke. Auch einige gesellschaftliche Minderheiten wurden in Politik und Medien überproportional platziert durch Lobbyarbeit. so z.B. Homosexuelle und Migranten.

Angela Merkle verfeinerte das unter Schröder etablierte System und führte in Trippelschritten die Unionsparteien nach Links. So entstand – vo vielen über fast eineinhalb Jahrzehnte unbemerkt, ein breites, dem Sozialismus zugeneigtes Bündnis aus Politik, Kirche (die nur noch ein Skelett ohne christliches Fleisch darstellt) und Medien etabliert. Wie kann man dieses System nennen. „Hedonistisch-konsumistischer Sozialismus“ „Sozial-Kapitalismus“ oder vielleicht doch von Beginn an „Buntfaschismus“?

All das fiel nur wenigen auf und störte noch weniger Bürger bis zum Beginn der Flüchtlingskrise. Sicher, da waren einige Merkwürdigkeiten: Der plötzliche Atomausstieg, die Bankenkrise, die EURO-Krise… Ja klar, aber am Ende war doch immer wieder alles ganz schnell gut! Die Bäuche und Konten der Mehrheitsgesellschaft blieben gut gefüllt und die Medien – die über Jahrzehnte freien Medien – erklärten und informierten auch ausführlich darüber, das alles in bester Ordnung sei.

Und dann war September, der vierte des Jahres 2015

Dieser Tag stellt eine Zäsur dar aus vielerlei Gründen. Die hier maßgebliche ist: ab diesem Tag offenbarte sich Woche für Woche mehr Bürgern, welche Struktur und Ideologie ARD und ZDF, RTL, Springer & Co. in den vergangenen H Jahrzehnten entwickelt hatten: Zu schamlosen Erhaltern der Macht der Altparteien und damit der eigenen, zu Förderern einer Gesinnungsdiktatur, zu skrupellosen Zersetzern der Meinungsfreiheit, zu Zerstörern zahlreicher Biographien um der Diskurshoheit willen.

Sie haben die Freiheit, nicht lügen zu müssen, verloren.

Erschreckend allerdings sind die Methoden. Die offene Feindseligkeit gegenüber der AfD z.B.  Vermutungen und Unklares wird zu Wahrheit und Fakten erklärt. Die Berichterstattung wird immer selektiver. Wer der grünen und roten Weltanschauung (und somit auch jener der Kanzlerin) widerspricht, wird gnadenlos verfolgt und aus dem Spiel genommen, auch vor der virtuellen Hinrichtung eines Verfassungsschutzpräsidenten scheute man nicht zurück.

Alles könnte nach Plan laufen, die AfD und jeglicher andere Konservativismus könnte schon längst ausgerottet sein… gäbe es da nicht dieses widerliche Internet, diesen großen Raum, in dem jeder Bürger sein Empfinden, seine Sichtweise in Sekundenschnelle in die Welt posaunen kann. Vorbei die schönen Zeiten, in denen Redakteure bei den Leserbriefen eine Vorauswahl treffen konnten. Vorbei auch jene Zeiten, in denen große Mediengruppen kleine unbequeme konservative Zeitungen zunächst aushungern und dann aufkaufen konnten.

Soziale Netzwerke – Bedrohung für den Sozialismus

Darauf musste schnell eine Antwort gefunden werden, denn alle in Politik und Medienhäusern erkannten, dass immer mehr Menschen sich zusammenschließen und so eine individuelle zehntausendfache Gegenpresse entsteht und dazu noch eine gut strukturierte Gruppe von Bloggern, die so genannten „Freien Medien“. Empörend für das Establishment ist selbstverständlich schon der Name. Denn wie wir wissen, haben Politik und Leitmedien ihre Freiheit, nicht lügen zu müssen, auf dem Altar des Machterhalts geopfert.

Der Gegenangriff

Plan A nun ist das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“. Das läuft aus Sicht der politischen Klasse und ihrer Medien-Entourage auch ganz gut. Vieles wird gelöscht, Reichweiten werden eingeschränkt, Seiten in den Shadow-Ban gezogen. Blöd nur, dass es so viele sind, dass es immer mehr werden, dass man die Wirkungen von Gruppen und Institutionen auf Facebook und Co. Nicht wie gewünscht eingehegt bekommt.

Und dann gibt es ja noch diese miesen Blogger, wie Fritz, Berger, Tichy oder gar scheinkonforme wie Broder. Die kann man mit Plan A nicht ausschalten. Also muss eine neue Idee her! Aber noch haben sie keine… Daher läuft vieles gut für Philosophia Perennis & Co. Trotz mancher Tricksereien von FB und Twitter

Freie Medien und AfD – Misstrauen meets Furcht

Doch es könnte noch besser laufen, wäre da nicht das tiefe Misstrauen, ja beinahe schon die Abneigung nicht weniger führender Bundes- und Landespolitiker der AfD gegenüber den Freien Medien. Zusammenarbeit? Keine! Hin und wieder mal ein zwar exklusives, aber zumeist inhaltlich nicht vom Hocker reißendes Interview, auch nicht selten ein Gespräch unter Drei. Die dort erhaltenen Informationen darf man aber nun mal nicht öffentlich nutzen, kann höchstens mit dem Wissen dem ein oder anderen Artikel eine gewisse Richtung geben.

Die AfD will nicht in die Abhängigkeit geraten von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen mit großen Reichweiten oder eben auch mitverantwortlich gemacht werden für umstrittene Berichte auf diesen Blogs. Wo viel Nähe ist, würde man von den Leitmedien eben auch rasch in Mithaftung genommen, so die Hinweise mancher Referenten der Parteispitze. Daher wagt man kaum ein Joint Venture, protegiert nicht offen.

Den Wölfen der Relotius-Medien ausgeliefert

In die Hände der Mainstream-Medien aber begibt man sich mit Wonne. Dort, wo die eigenen Parteimitglieder und -anhänger denunziert, bestraft und gelöscht werden – auf Facebook & Co. – dort fühlen die meisten Mandatsträger sich wohl. Wie Papst Franziskus manchen linken italienischen Blättern, so gibt auch die Führung der Partei breitwillig in Interviews Auskunft, lässt sich ausfragen von jenen, die das diskreditierende Reden von den „blauen Nazis“, „der zutiefst nationalsozialistischen Partei“, der „Alternative für Frauen- und Islamfeinde“ mit Wonne kolportieren, die Maaßen aus dem Amt geschrieben haben, die den Osten Deutschlands zum „ verseuchten Reichsprotektorat Sachsen und Anhalt“ erklärt haben.

Von jenen also, die auf die Freiheit verzichtet haben, die mit Staatsanwaltschaften und Polizei zusammenarbeiten, um aus dem „Prüffall AfD“ einen Verbotsfall zu machen, die sich Zugang zu Konten der Partei verschaffen und Kontoauszüge öffentlich machen, die Rechtsbruch dulden und fördern, wo es darum geht, den Machterhalt der Kanzlerinnenpartei zu sichern.

Hier zu argumentieren: „Wir können uns doch den Medien nicht total verweigern!“, ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn man kann sich ja augenscheinlich auch den „Freien Medien“ verweigern, jenen die die Partei, schützen, pushen, ihr den Weg bereit wollen, mitwirken wollen daran, dass Deutschland ein freies, demokratisches, wenn auch nicht christliches so aber doch zumindest von dessen zentralen Werten geprägtes Land bleibt!

Folglich ist man auch nicht verpflichtet, sich als Schaf stets zuerst in die Höhle des Wolfes zu begeben, wenn man ein Thema in die Bevölkerung tragen möchte. Und man muss auch nicht facebook- und twitterfixiert sein.

Der grüne Robert Habeck – in anderen Fragen wahrlich kein Vorbild – ist ausgestiegen. Hat es ihm geschadet? Nein! Denn er spricht weiterhin über die Parteimedien in die Gesellschaft hinein und lässt sich bereitwillig von vielen linken und linksliberalen Blogs multiplizieren, ganz abgesehen davon, dass die Leitmedien ohnehin seine besten Freunde sind.

Mut zur Wahrheit

Die AfD ist wahrlich noch eine junge Partei. Aber sie sollte dennoch alt (erfahren) genug sein, um erkennen zu können, wer Freund und wer Feind ist, wer es gut und wer es schlecht mit ihr meint, wer ihr mittel- und langfristig nutzen und wer ihre Halbwertszeit verkürzen möchte.

Die AfD will eine ALTERNATIVE sein! Was also wäre konsequenter, als sich den alternativen – den freien – Medien zuzuwenden?

„Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum.“ (Johann Wolfgang von Goethe).