„Aus dem Kanzleramt entfernt“: Die Heuchlerin und der Maler Emil Nolde

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Für die Nazis waren seine Bilder "entartete Kunst" - Merkel lässt sie jetzt aus ihrem Arbeitszimmer entfernen (c) Bundesarchiv, Bild 183-H02648 / CC BY-SA 3.0 DE [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)]

Angela Merkel, Kunst, Kultur und Judentum – Ausschnitt aus dem Porträt einer deutschen Kanzlerin. Ein Gastbeitrag von Dr. Juliana Bauer

Die deutsche Bundeskanzlerin ließ zwei Gemälde des großen expressionistischen Malers Emil Nolde aus ihrem Arbeitsbereich entfernen. Sie sollen eine wichtige Berliner Ausstellung über den Maler bereichern und erhellen, sie sollen anschließend jedoch nicht mehr in das Gesichtsfeld Merkels zurückkehren.

Aufgrund seiner nationalsozialistischen Verstrickung, die nun auch das Thema der aktuellen Exposition darstellt, seien die Werke des Künstlers von ihr nicht mehr erwünscht.

Um es gleich einmal vorwegzunehmen: Der MenschEmil Nolde, seine Verbrüderung mit dem menschenverachtenden Nationalsozialismus, insbesondere seine diffamierende Polemik gegen jüdische Mitbürger, seine Denunzierung von Kollegen und gar seine Ausarbeitung eines „Entjudungplans“ enttäuschen maßlos, enttäuschen bitter. Und machen völlig verständnislos.

Dennoch – es gab einen Maler Nolde vor dieser furchtbaren Zeit. Und seine Werke, große Werke des Expressionismus, zeugen von einem bedeutenden bildenden Künstler dieser Epoche – einem Künstler, der als dieser wahrgenommen werden möchte und auch wahrgenommen werden soll. Einem Maler, dessen Farbauftrag und Ausdruckskraft, dessen Farbspiel und Farbenpracht bei der reichen Wahl seiner Themenpalette immer wieder verzaubern, dessen Bilder bei jeder Betrachtung die Seele berühren, das Innere bewegen. Auch wenn sich jetzt Trauer und Wut in dieses Berührt-Sein mischen.

In dem gesamten Kontext Merkel – Nolde – Kanzleramt stellen sich mir nun jedoch einige brennende Fragen.

Die erste Frage ist die:

inwieweit hat die Kanzlerin überhaupt eine Ahnung von Malerei, von Kunst schlechthin? Von Kunst jeglicher Art? Inwieweit besitzt sie überhaupt tiefer greifende Kenntnisse von der Mannigfaltigkeit der Kultur, die sich über mehr als zweitausend Jahre in Europa entwickelte und ihren vielfältigen Ausdruck fand? Nun – das, was ich von ihr bisher zu hören bekam – ihre Sprache inclusive Inhalt lässt kein allzu breites Wissen über Kultur, welcher Art auch immer, erkennen, ja ist an Banalität, Unwissen und wenig Bildung kaum zu überbieten.

Die zweite Frage ist folgende:

warum „pilgert“ die Kanzlerin jedes Jahr nach Bayreuth? Nachdem sie die dem Nationalsozialismus verfallenen Künstler nicht in ihrem Umkreis duldet? Entbehrt es ihrer Kenntnis, dass die Schwiegertochter des überzeugten Antisemiten und Egomanen Richard Wagner, Winifred, eine glühende und unbelehrbare Nationalsozialistin und Verehrerin Adolf Hitlers war? Dass sie, die langjährige Leiterin der Bayreuther Festspiele, diese einst zu einer zentralen NS-Kultstätte gemacht hatte? Und Goebbels ihre fanatische Hingebung an den Nationalsozialismus eigens in seinem Tagebuch notierte? Dass Bayreuth nach wie vor mit dem Namen Winifred Wagner und ihrer den „grünen Hügel“ prägenden Tradition verbunden ist? Weiß die Kanzlerin das alles? Und weiß sie darüber hinaus, dass sie und die anderen Politiker sich mit ihrer alljährlichen „Wallfahrt“ nach Bayreuth ganz auf den Spuren und in der Tradition Hitlers bewegen, der ab 1933 in keinem Sommer bei den Festspielen fehlte?

Es ist die Kunst Wagners, die Musik eines Genies, die bezaubert…!

Ach ja? Die Antwort hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! Und die Musik bezaubert die Kanzlerin wohl eher nicht. Wahrscheinlicher dürfte ein Gefühl der Zuneigung für den ihr seelenverwandten, sich selbst überhöhten und rücksichtslosen Egomanen Wagner vorhanden sein.

Die dritte Frage ist die wohl gewichtigste:

wie kommt es, dass Frau Merkel, für die „die Sicherheit Israels … niemals verhandelbar“ ist, keine konkreten Maßnahmen ergreifen lässt und diese zur Chefsache macht, wenn die Sicherheit nicht nur des Staates Israel, sondern die Sicherheit unserer jüdischen Mitmenschen in unserem Land in keiner Weise mehr verbürgt ist?

Wenn die Kanzlerin weder willens, noch fähig ist, die menschenverachtenden und gezielt judenverachtenden Al-Quds-Demonstrationen in Deutschland verbieten zu lassen? Die jährlich wiederkehrenden Massen-Demonstrationen, überwiegend von Hamas – und Hisbollah-Anhängern und anderen fanatischen Musulmanen bevölkert, die hasserfüllt zur Ausrottung Israels aufrufen und mit widerlichen Nazi-Parolen „Juden ins Gas“ nicht nur gnadenlos gegen unsere jüdischen Mitbürger hetzen, sondern diese dem Hass geradezu ausliefern. Die den Hass in ihren Kindern und Kindeskindern säen, wo er in den Schulen aufgeht und wuchert. Wo bleibt hier das Handeln Merkels für die „niemals verhandelbare Sicherheit“ des jüdischen Volkes?

Und wo bleibt ihr Eintreten gegen die Anti-Israel-Abstimmungspraxis ihrer Regierung bei den Vereinten Nationen? Wann distanzierte sie sich je und eindeutig „von einseitigen … Initiativen und Allianzen antiisraelischer Mitgliedstaaten“ der UNO (Jerusalem Post), um ein klares Zeichen für den Schutz Israels zu setzen? Stattdessen stimmte sie im vergangenen Jahr 16 Mal für die Verurteilung des jüdischen Staates – ganz im Schlepptau islamischer Diktaturen (Jerusalem Post). Hatte sie bei der Abstimmung im Bundestag im gerade zu Ende gegangenen März auch keine Kenntnis davon, dass 408 von 626 Abgeordneten, darunter alle Mitglieder ihrer Regierung, einschließlich der CDU-CSU-Fraktion (mit Ausnahme eines Einzigen), die zur Abstimmung gestellte pro-israelische Resolution ablehnen würden? Ich glaube es nicht, dass sie im Vorfeld davon keine Kenntnis hatte. Hingegen glaube ich, dass sie ihren Einfluss zugunsten des jüdischen Volkes hätte geltend machen können. Wenn sie es denn gewollt hätte.

Merkels Verhalten wie auch das ihrer Vasallen offenbaren nur Charakterlosigkeit, Lüge, Heuchelei. Das Fazit, das der deutsch-jüdische Autor Alex Feuerherdt aus der Abstimmung im Bundestag zog, spricht hierzu eine unmissverständliche Sprache: Mit toten Juden ist man in Deutschland immer solidarisch, besonders an Tagen wie dem 9. November oder dem 27. Januar. Die Lebendigen und ihr Staat sind dagegen Gegenstand von Sonntagspredigten, aber nicht, wenn es darauf ankommt. Was für eine miese Heuchelei (Jerusalem Post).“

In diese „miese Heuchelei“ ist passgenau auch die Verbannung von Emil Noldes Gemälden wie dem zauberhaften Blumengarten (1915) aus dem Kanzleramt einzuordnen. Genau in diese Heuchelei. Nicht mehr und nicht weniger.

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