Ein Gastbeitrag von Michael van Laack

Was hat die Lichtgestalt der Klima- und Umweltschutzbewegung mit der griechischen Mythologie zu tun? Die Büchse der Pandora enthielt, wie die griechische Mythologie überliefert, alle der Menschheit bis dahin unbekannten Übel wie Mühe, Krankheit und Tod. Sie entwichen in die Welt, als Pandora die Büchse öffnete. – Gleiches ist zu befürchten in den kommenden Jahren. Die Welt wird nicht besser, wenn jene politischen Milieus, denen Greta Thunberg den aktuellen Hype zu verdanken hat, in den Ländern des Westens die Macht ergreifen.

Niemand bestreitet – so hoffe ich jedenfalls – dass die Industrialisierung und der unmäßige Verbrauch der Menschheit an Konsumgütern sowie der damit verbundene Rohstoffabbau samt der Produktion naturfremder Stoffe Teil des Klima-Ungleichgewichts ist, welches wir aktuell sehen.

So kann man eben nicht argumentieren, Eis- und Heißzeiten habe es in der Erdgeschichte bekanntlich schon immer gegeben. Denn dies ist zwar korrekt, aber „die Natur“ hat immer wieder die notwendigen energetischen Leistungen vollbracht, so dass es am Ende der jeweiligen Phase zu einem Gleichgewicht kam, bevor dann der Zeiger erneut in die ein oder andere Richtung ausschlug. Heute hingegen hat die Natur einen Widerpart. Dieser ist nicht „der Mensch“ als solcher, sondern die von ihm eingebrachten Änderungen des Klimas. Zweifellos also muss nach Lösungen gesucht werden, weil sonst verhindert wird, dass „die Natur“ selbstregulierend das Klima in die Waage bringt. So weit so gut!

Seit Jahrzehnten nun streitet die Politik über notwendige Maßnahmen und es geht – wenn überhaupt – nur im Schneckentempo voran, weil es zu viele Player gibt auf dieser Erde, die ihr jeweils eigenes Süppchen kochen. Das darf doch aber – so hört man überall und redundant – nicht bedeuten, dass „wir“ nicht den Anfang machen müssen…

Und nun ist Greta da, eine knapp 16jährige Jugendliche aus Schweden. Mit ihr keimt Hoffnung auf – so will es scheinen – bei all den Klimaaktivisten, die seit Jahrzehnten ihrem eigenen Empfinden nach nur vor stumme Wände sprachen.

Ein junger Mensch als DIE BOTSCHAFTERIN für eine sauberere, grünere, artenreichere, angenehmer temperierte und deshalb einfach bessere Welt.

Warum sie das nun ist, wie es möglich werden konnte, dass eine allein auf einem kalten Steinbodens neben selbstgebastelten Plakaten sitzende und für den Umweltschutz schulstreikende psychisch auffällige junge Schwedin binnen weniger Monate zahlreiche europäische Preise verschiedenster Institutionen verliehen bekommen hat bzw. ihr zumindest die Verleihung angetragen wurde, warum gar der Friedensnobelpreis in Griffweite zu sein scheint… dies fragt sich die Mehrheit nicht nur aber insbesondere des deutschen Volkes augenscheinlich überhaupt nicht. Und wenn doch jemand danach fragt, ist er verdächtig: Ein Klimaleugner, ein Rechter, ein Entmutiger jugendlicher Innovation und Kreativität. Schlicht ein Feind der offenen Gesellschaft!

Womit wir schon bei Pandora angelangt wären.  Da sitzt ein Mädchen auf einem kalten Steinfußboden, zwei Wochen später sind die kommunalen Medien dran, wieder eine Woche später die regionalen, nach sechs Wochen die nationalen und nach zehn die westeuropäischen. Und dann beginnt der Hype. Die „Fridays for Future“ werden initiiert, Websites und Promotionsgruppen in allen sozialen Netzwerken schießen binnen weniger Tage fast zeitgleich mehrsprachig in den sozialen Netzwerken hoch. In den großen deutschen Netzwerken wird massiv eine Debatte aufgemacht. Zunächst als „Cui bono“-Scheindebatte. Dann aber rasch peu à peu wandelt sich diese Medien-Kampagne in einen unreflektiert positiv konnotierenden Hype.

Ein Zufall, das Verdienst der Jugendlichen, die  – wie Greta neulich bei der Verleihung der „Goldenen Kamera anmerkte – ihre eigene Schulbildung und Berufskarriere zu opfern bereit seine, um die Welt zu retten?

So soll es wirken. Dahinter aber steht eine perfide Strategie: es ging ihnen nicht so gut, den grünen und linken Parteien in Europa in den vergangenen fünf Jahren. Nicht nur in Öster- und Frankreich drohten sie in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Für die Medien und andere Feinde jeglicher konservativen Idee, Moral und Struktur ein dringlichst zu ändernder Status. Die Feinde der offenen Gesellschaft – die angeblich oder tatsächlich Rechten – drohten die mühsam installierte hedonistische und in den Tag hineinlebende offene Gesellschaft infrage zu stellen.

Und da ist sie nun: Greta, die ich gern Pandora nennen möchte. In der Hand eine silberne Büchse, auf der in goldenen Lettern „Klimarettung“ prangt. Diese Büchse zu öffnen, ist das Ziel der Leitmedien dieses Landes und auch mancher politischer Milieus.

Wird die Büchse geöffnet, so hoffen sie, wird grüne und damit sozialistische Politik nicht einfach wieder hoffähiger in Deutschland und manchen Ländern des Westens, sondern sie wird mehrheitsfähig. Ist sie dann Mehrheit, hat sie erst einmal die Macht ergriffen, wird es nicht mehr allein und schon gar nicht mehr vorrangig um Klima- und Umweltschutz gehen.

Dann wird die Maske fallen und jene, die aktuell bemüht sind, ihr Verbotspartei-Image loszuwerden, werden offen zeigen, dass sie es immer geblieben sind.

 

Was der NSDAP in den Zwanzigern die Arbeitslosigkeit, das soll dem atheistischen Sozialismus der Klimaschutz werden. Was den einen der Führer, ist manchen heute Greta. Eine Lichtgestalt, Hoffnungsträgerin, Wegweiserin in eine bessere Zeit. Der Unterschied zu Hitler – und das macht es noch gefährlicher: Der Führertyp Greta ist leichter austauschbar, man kann ein anders Gesicht an die Spitze der Kampagne stellen, wenn die eigenen Strategen es für notwendig halten, um den Schwerpunkt auf andere Bereiche und Aspekte zu setzen. Hat man die Jugend erst einmal, braucht man den Greta-Typos gar nicht mehr.

Immer dann – ja in nahezu jedem Zeitalter – wenn das Volk das Vertrauen in das Konglomerat der Berufspolitiker oder sonstiger Führungsriege verlor und sich einzelne neue Vorbilder suchte – zerbrach das stabile Gemeinwesen und versank in Anarchie, Chaos, Diktatur.

Deshalb – auch wenn ich vieles für absolut richtig halte, was Grüne und andere in Klimaschutzfragen fordern: Dieses arme junge Geschöpf namens Greta Thunberg – der ich den Glauben an das Gute und Schöne und Richtige nicht abzusprechen wage – wird in diesen Tagen von den Feinden der Demokratie missbraucht, um diese am Ende des Weges triumphieren zu lassen.

NON SERVIAM! Wir wollen nicht dienen. Uns sollt ihr dienen!