Warum ich mich in der Gelbwesten-Bewegung engagiere

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Gelbwesten auch bei den Protesten gegen den Migrationspakt am Brandenburger Tor

Ein Gastbeitrag von Patrick Brix

Ich wurde öfters gefragt, wofür die Gelbwesten stehen und was ihre konkreten Forderungen sind. Dabei musste ich ehrlicherweise feststellen, dass diese Frage nicht so einfach zu beantworten war. Sie wird von unterschiedlichen politischen Lagern geführt und ist daher schwer einzuordnen. Ich glaube jedoch, dass sobald jemand versucht diese Bewegung irgendwo einzuordnen, er bereits die eigentliche Funktion der Gelbwesten nicht verstanden hat.

Gegen das herrschende politische Establishment

Im Grunde genommen steht die Bewegung einheitlich für den Rücktritt des aktuell herrschenden politischen Establishments mit der Begründung, dass es die Versorgung und den Schutz der Bevölkerung ignoriert. Alternative Forderungen werden hierbei nicht einheitlich aufgestellt, sondern werden individuell von jeder kleinen „Gelbwesten-Gemeinschaft“ formuliert.

Das Ziel ist es, sämtliche oppositionelle Bewegungen dazu zu bringen, die eigene Spaltung zu überwinden und sich gegenseitig zu unterstützen, auch wenn man sich in dem einen oder anderem Punkt uneins ist. Für den einen mag das sinnlos klingen, wenn eine Bewegung keine klar definierten Forderungen aufstellt, aber in Wirklichkeit ist es die effizienteste Methode, gemeinsam als Bevölkerung zu agieren und ein Signal an die Politik zu senden.

Für den französischen Präsidenten z.B., spielt es keine Rolle wer von den Demonstranten alles Links, Rechts, Liberal etc. ist, sondern entscheidend ist nur die Solidarität der Demonstranten untereinander, vereint in ihrer Forderung nach Macrons Rücktritt.

Auf einer Autobahnbrücke mit Schildern und Transparenten

Auch ich wollte etwas für die Bewegung machen und lies mich von anderen Aktivisten inspirieren, welche sich ihre gelben Warnwesten überzogen und auf einer Autobahnbrücke mit Schildern und Transparenten die Aufmerksamkeit der Autofahrer auf sich zogen. Eine einfache Aktion, bei der man in kurzer Zeit viele Menschen mit der Botschaft erreicht.

Nun stellen wir uns vor wie es wäre, wenn sich die Deutschen mit den „Gilets Jaunes“ aus Paris jeden Samstag solidarisch zeigen und auch zugleich ein Signal an die deutsche Politik richten, indem auf sämtlichen Autobahnbrücken Gelbwesten mit Bannern zu sehen sind und von keinem Autofahrer, der die Autobahnen nutzt ignoriert werden können. Dies ist sicherlich ein utopisches Ziel, welches nie vollständig erreicht werden kann, allerdings ist es möglich sich diesem Ziel immer weiter anzunähern.

„Hupe, wenn du #Gelbwesten unterstützt!“

Ich war von dieser Vorstellung so begeistert, dass ich mich mit Gleichgesinnten zusammentun musste. Gemeinsam ließen wir uns ein Banner mit der Aufschrift „Hupe, wenn du #Gelbwesten unterstützt!“ (mittlerweile „Unterstütze die Gelbwesten!“, um nicht zu unnötigen hupen aufzufordern.) anfertigen und gingen damit an einem Samstag auf eine nahegelegene Autobahnbrücke, wo wir es hochhielten. Dabei trugen wir selbstverständlich ebenfalls gelbe Warnwesten.

Es hat uns überrascht, wie solidarisch sich die Autofahrer verhielten und uns ihre Unterstützung zeigten. Über soziale Netzwerke habe ich versucht, weitere Gelbwesten-Sympathisanten zu erreichen und konnte tatsächlich auch andere dazu bewegen, es in ihrer Region genauso zu tun. Zwar sind wir noch sehr wenige, aber wir hoffen, dass sich demnächst weitere finden werden und diese Aktion auf einer regionalen Autobahnbrücke durchführen.

Jeder ist willkommen, der etwas bewegen möchte

Wir werden unsere Aktion wöchentlich fortführen, jeden Samstag von mindestens 13:00-14:00 Uhr. Jeder der möchte kann es ebenfalls bei sich in der Nähe machen, besonders wenn die nächstlegende Gelbwesten-Demo zu weit entfernt für ihn ist.

Jeder ist willkommen, der etwas bewegen möchte. Es geht nicht um Links oder Rechts und auch nicht um Parteien.Ich rufe daher dazu auf, sich zusammenzuschließen, es nachzumachen und die Idee weiterzuverbreiten!

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