(David Berger) Relativ weit entfernt von der Altstadt von Nizza liegt ein Museum, das von den Touristenströmen kaum gewürdigt wird. Auch angestrengte Museumspädagoginnen wird man dort vergeblich suchen. Man kann dort einfach die Kunst genießen.

„Es gibt Tage, die sind besonders stressig, ärgerlich. Wie heute. Wenn man versucht sich für die Vernunft, die Demokratie, das Recht einzusetzen, so frage ich mich manchmal, gibt es dann noch andere Tage? Dann tut es gut, eine Grenze zu ziehen.“  Das schrieb meine Kollegin Patrizia von Berlin.

Und weiter: „Eine Grenze zwischen dem Alltag und dem Heim, der engsten Heimat, die man hat. Wer jetzt noch wach ist und vor dem Bildschirm sitzt, den laden wir ein zu einem Rundgang um die Villa Rothschild.“

Die Tradition möchte ich hier wieder in der Rubrik der „vergessenen Kostbarkeiten“ aufnehmen und diesmal mit Bildern aus dem Musée des Beaux-Arts bereichern. Das Museum ist eines der weniger bekannten Museen von Nizza. An manchen sonnigen Nachmittagen ist man hier fast ganz alleine unterwegs: Traumhaft! Auch die Anreise ist ungewöhnlich. Liegt das Museum doch zwischen privaten Wohnhäusern und Döner-Buden. Was damit zusammenhängt, dass das Gebäude ursprünglich nicht als Museum gedacht war. Wikipedia schreibt:

Im Stil der Italienischen Renaissance

„Das heutige Museumsgebäude entstand ursprünglich als Wohnsitz für die russische Fürstin Elisabeth Kotschubei. Sie ließ sich im westlich der Altstadt gelegenen Stadtteil Baumettes auf einem rund ein Hektar großen Grundstück ab 1878 eine Villa im Stil der italienischen Renaissance errichten.“

Und weiter: „Die Sammlung entstand zum Teil durch Ankäufe durch die Stadt Nizza, große Teile kamen durch Stiftungen von Privatpersonen in das Museum. Insbesondere erhielt das Museum zahlreiche Werke aus dem Nachlass verschiedener Künstler. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt bei Werken französischer Maler und Bildhauer.“

Keine Museumspädagogen oder Touristenmassen stören den Kunstgenuss

So hat man hier nie den Eindruck, dass hier ein Sammler irgendeinen Schwerpunkt gelegt hat oder Museumspädagogen kompliziert darüber nachgedacht haben, wo sie welches Kunstwerk platzieren, um dann mit Buntstiften und großformatigen Blättern die Besucher zu überfallen, damit diese ein Bild über ihre Gefühle beim Anschauen der Kunstwerke malen.

Nein, irgendwie fühlt man sich hier in einem alten Adelshaus, in dem einfach nach und nach an die Wände gehängt wurde, was sich eben angesammelt hat. Freilich so, dass der Besucher schon bemerkt, dass hier vor allem eines gilt: „Das Schöne als Glanz des Wahren und Guten!“ (Aristoteles)

Einige meiner Lieblingsbilder habe ich ausgesucht …

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