Ein Gastbeitrag von Andrea Berwing

In Marsberg im Sauerland wird eine junge Frau (19) in der Nacht zu Sonntag vergewaltigt.  Das Opfer sucht Hilfe, doch ein Pärchen ignoriert es.

Mitarbeiter der Ausländerbehörde Bottrop sind von einem Syrer derart heftig bedroht und körperlich angegriffen worden, dass die Stadt beschlossen hat, die Behörde zu schließen. Mitarbeiter müssten die Vorgänge erst einmal verkraften.

In der Nacht zum 7. Oktober hatten hunderte Fahrgäste einfach nur Glück. Ein Stahlseil über die Gleise gespannt, ein arabisches Drohschreiben, die Polizei 14 Tage nach dem Unfall informiert. Einfach nur Glück. Bayerische Sicherheitsbehörden prüfen jetzt Hinweise auf einen islamischen Terrorhintergrund.

Nicht so viel Glück hatte das junge Mädchen, das einer Gruppenvergewaltigung zum Opfer fiel, durch mindestens sieben syrische Flüchtlinge, darunter einer, gegen den bereits ein Haftbefehl vorlag.

In Indien wurde nach einer brutalen Gruppenvergewaltigung, bei der eine Studentin starb, rund um den Globus berichtet und eine Verschärfung des Strafrechts gefordert.

Sind wir in der Lage, gemeinsam gegen eine zunehmende „Vergewaltigungskultur“ aufzustehen?

Und bei uns? Sind wir in der Lage, gemeinsam gegen eine zunehmende „Vergewaltigungskultur“ aufzustehen, wie in Argentinien? Das sind wir nicht, jedenfalls nicht, wenn die „Falschen“ gegen Vergewaltigung durch Flüchtlinge demonstrieren.

Und warum wundert mich, dass Dunja Hayali in einem „emotionalen Post“ auf Facebook plötzlich schnellere Abschiebungen fordert für straffällige „Schutzsuchende“, wo sie doch Menschen, die auch auf die Gefahren einer Zuwanderung junger, teilweise traumatisierter, Männer hingewiesen haben, selbst diskreditierte und damit einen offenen Diskurs verhinderte?

Indem sie alle Warner als Hater verschrie, schlimmste Zitate Einzelner veröffentlichte, und damit alle Kritiker in eine dummblöde rechte Ecke stellte. Wie populistisch, könnte ich hämisch tönen. So sind die Menschen. Muss erst etwas passieren, muss es erst Opfer geben, bis sich ein Gewissen zeigt? Und müssen erst zu viele Opfer ignoriert werden? Das ist zutiefst beschämend! Unglaubwürdig!

Schnellere Abschiebungen von Straftätern fordert Dunja Hayali

Und was sind schnellere Abschiebungen von gefühlt Nichts. Von gefühlt Keine Reaktion? „Man kann sowohl Dinge, die schieflaufen, kritisieren und anprangern, als auch weiterhin für eine offene, tolerante, hilfsbereite Gesellschaft sein“, so Dunja Hayali. „Kurz: Man kann differenzieren. Weil nicht alle Menschen gleich sind.“

Ein Twitter User fragt, ob er jetzt angesichts ihrer Forderung ein bisschen weniger braun ist.

Und warum sind alle gleich Nazis und Rassisten, wenn sie gegen Vergewaltigung demonstrieren. Weil sie die Vergewaltigung instrumentalisieren würden. Ja, ne. Es gibt ein Anliegen, dass dieser Terror und die Kultur des Wegschauens aufhören. Dunja Hayali kritisiert und fordert gleichzeitig wieder zum Wegschauen auf.

Offene und hilfsbereite Gesellschaft

Wären wir keine offene und hilfsbereite Gesellschaft gewesen, wäre Dunja Hayali nicht hier. Unser Asylgesetz, eines der Besten. Hat sich Dunja Hayali schon mal Gedanken gemacht, ob sie nicht das Land, in das ihre Eltern geflohen sind, die Menschen in diesem Land, schrecklich bevormundet? Und wie alles und wirklich alles außer Kontrolle geraten ist, wenn hier wirkliche Flüchtlinge, gerade auch Frauen, ihren Vergewaltigern wiederbegegnen?

Mir fehlen Demut, mir fehlen Anerkenntnisse derer, die schon vorher aufstanden und auf die Gefahren einer unkontrollierten Flüchtlingspolitik hinwiesen. Mir fehlt auch die Achtung gegenüber einer Gesellschaft, die sich vorher wirklich demokratisch nennen konnte. Dahin bin ich ausgereist. Aus einer Diktatur. Des Sozialismus. Wie pervers.

Mir fehlt Respekt gegenüber Menschen, die Außerhalb der Wohlfühlzone offene Fragen gestellt haben. Offen und ehrlich und ohne Pseudonym. Wenn kritische Menschen nicht gehört werden, ist es irgendwann zu spät.

Wenn der Diskurs nicht wirklich offen ist. Und das ist er nicht. Mehrere Menschen sollen in München eine 15-jährige missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Es geht weiter. Es wird weiter weggeschaut, Kritiker diskreditiert, weil weggeschaut werden soll.

Warum schweigt die deutsche Medienlandschaft weiter?

Warum schweigt die deutsche Medienlandschaft weiter? Das werde ich nie verstehen. Aufklärung bedeutet Aufklärung. Doch bequemer ist´s unmündig zu sein?

Wir haben gute Gesetze, die jedoch 2015 willkürlich und ohne Parlamentsbeschluss faktisch außer Kraft gesetzt wurden. Damit setzt sich die veröffentlichte Meinung nicht weiter auseinander, doch wir müssen begreifen, dass wir die Politik auszubaden haben, wir. die Schwächsten der Gesellschaft. Doch was tun wir, wir leben lieber in einer Wegguck- statt in einer Zuhörkultur.

Wir leben in einer Diffamierkultur, wenn Hannes Leitlein auf Twitter fragt: „Wenn Eltern AfD wählen, warum nicht den Kontakt abbrechen?“

Wegguck- und Schweigekultur

Freiburg zeigt tatsächlich in beschämendem Maße eine Wegguck- und Schweigekultur, die sich viele Menschen selbst auferlegt haben aus Angst vor Diffamierung und Ausgrenzung. Sie wissen nicht, wem sie damit nützen, sich selbst jedenfalls und ihrem eigenen Spiegelbild nicht. Doch das scheint nichts mehr wert zu sein. Worte nichts mehr wert.

Besonders lustig fand ich den Einwurf von Dunja Hayali in „Ost-West gestresst, wie einig sind wir uns?“ (3.10.2018 ZDF)

Dabei sind wir doch alle gar nicht gleich?

„Viele Kinder zu bekommen, sei kein Qualitätsmerkmal, so Dunja Hayali. Und ich denke, ach, aus diesem Grund denken viele Menschen an ihre Zukunft und die ihrer Kinder und gegebenenfalls Enkelkinder. Das sind keine Mopeds. Den Verlust eines Mopeds kann man vielleicht sportlich nehmen. Den Verlust von Kindern nicht. Und den Verlust von Freiheit auch nicht. Und den Verlust von Identität erst recht nicht. Und den Untergang der eigenen Kultur auch nicht. Das wäre der Untergang des eigenen Ichs.

Erst wenn die Gleichgültigen selbst aus Ihrer Komfortzone katapultiert werden, wachen sie auf und fordern „gemeinsames Vorgehen“, erst wenn ihr eigenes Recht auf körperliche Unversehrtheit zerstört wird.

UN-Migrationspakt

Jetzt soll der Migrationspakt unterschrieben werden. Österreich zieht die Reißleine. Die österreichische Regierung wird den Migrationspakt wegen erheblicher inhaltlicher Bedenken nicht unterzeichnen. Um Migrationsfragen zu regeln, sei das Dokument ungeeignet. Befürchtet wird der Verlust der österreichischen Souveränität.

Bild sieht das ganz anders, das souveräne Recht der Staaten werde ausdrücklich garantiert. Der Bonner Völkerrechtler Matthias Herdegen warnt dagegen vor der damit verbundenen „Grauzone rechtlicher Unverbindlichkeit, die aber dennoch den Eindruck der Verbindlichkeit erweckt“. Matthias Herdegen hat unlängst seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz angekündigt.

Was wird Deutschland tun? Die Reißleine ziehen? „Geordnete und ungeordnete Migration“ in Zukunft unterscheiden? Will das Deutschland?

„Grenzt Du Dich auch ordentlich gegen Rechts ab?“

Eine Freundin fragt mich, ob ich mich auch ja ordentlich gegen Rechts abgrenze, das sei wichtig in heutigen Gesinnungszeiten. Wo es ja scheinbar nur noch darum geht, Rechts oder Links zu sein. Ich bin, antworte ich ihr. Aber auch konservativ, tanzen auf dem Parkett geht ja nur, wenn dafür ein freier Raum ist, eine gewisse Fröhlichkeit, ein gewisser Humor in all dem.

(Foto: Andrea Berwing am 2. Geburtstag von PP)

Dürfen wir uns dem noch hingeben? Ja und unbedingt, doch nehmen wir die Traurigen mit und die, die Opfer geworden sind von einer verantwortungslosen Politik. Im Hier und Jetzt.

Der offenen Gesellschaft wäre sehr gedient, so Jochen Bittner, Journalist, wenn nicht mehr Rechte gesagt würde, wo Rechtsextremisten gemeint sind, nicht mehr Linke, wo Linksextremisten gemeint sind, und nicht mehr Muslime, wo Islamisten gemeint sind.

Nazis raus

„Nazis raus!“ rufen und gleichzeitig die Abschiebung von ausländischen Straftätern kategorisch ablehnen, ist auch keine Lösung. Und sie entspricht auch keiner Vernunft.

Vernunft ja, jedoch nicht im Wendehals-Prinzip, die Islamkritik ablehnt, obwohl sie keinen Hass gegen Muslime bedeutet. Schauen sie nur, wie manche Islamisten ausrasten, weil Asia Bibi, eine Christin, freigesprochen wird. Ein Todesurteil war drin. Nach neun Jahren. Knast. Freikommt. Fünffache Mutter wie ich. Sie gehört hierher. Und nach diesem Martyrium.

Eine Sache wird nicht richtiger, wenn sie von den „Richtigen“ ausgesprochen wird, wer darauf schaut, sieht seiner eigenen Unfreiheit ins Angesicht der Maske. Aber eine Sache wird auch nicht falsch, wenn sie von den „Falschen“ ausgesprochen wird. Zu Weimars Zeiten schon waren schwadronierende einschüchternde gewaltbereite Banden an der Tagesordnung, denen die normale Bevölkerung ausgesetzt war, während Funktionäre sich in Sicherheit wiegten.

Nur in der Kunst ist Freiheit keine Illusion, ich werde Künstlerin bleiben, auf jeder Seite gern eine Provokation. Unabhängige Stimmen sind wertvoll, raus aus dem Zeitgeist und frei von Opportunismus.

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Am Abend des 7. Dezember wird die Autorin ihren neuen Roman im Rahmen des ersten PP-Salons in Berlin vorstellen.

Leider müssen wir die Zahl der Teilnehmer stark beschränken. Interessenten wenden sich bitte per E-mail an uns.

Wer das Buch schon vorab lesen möchte, kann es hier bestellen: AMAZON

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