Ein Gastbeitrag von altmod

„Flunker-TV“ Ein neues Bild und Wort für die Desinformationsmaschine Fernsehen. Dank Philosophia-Perennis ist uns diese Vokabel nahe gebracht worden. Wände mit Parolen beschmieren lehne ich ab. Aber die Wortschöpfung „Flunker-TV“ hat mich denn animiert, einmal einen erweiterten „Fachwortschatz“ für den Gebrauch in den Zeiten von Lügenpresse und Co. zusammenzustellen.

Ich war überrascht, wie ergiebig Nachforschung und Nachdenken hierzu sein können. Für diese Arbeit kam mir meine Passion für alte, gerne in Vergessenheit geratende Worte zupass. Meine Familienherkunft aus dem böhmisch-österreichischen und bairischen Sprachraum verhalf mir zu mancher Findung und Neuschöpfung, wie doch die deutsche Sprache unendlich reich ist; reich an Kompositionsmöglichkeiten, wie keine andere auf der Welt. Also habe ich manche „bedrohte“ oder vergessenen Worte aus dem Gedächtnis oder auch aus dem ein oder anderen Buch dazu geborgen und in den anvisierten Bezug gesetzt. Geholfen hat mir einmal mehr Ewald Gerhard Seliger mit seinem „Handbuch des Schwindels“1 (E.W.G.).

Herbert Wehner oder F. J. Strauß: Düffeldaffel und Krampfhenne

Man muss sich auch an manche Formulierungen von (unvergessenen) Politikern wie Herbert Wehner oder F. J. Strauß erinnern, denen man den Düffeldaffel oder die Krampfhenne verdankt.

Die meisten meiner Leser wissen, dass z.B. „türken“ umgangssprachlich „fälschen“ oder „etwas Unechtes für echt ausgeben“ bedeutet. Warum soll man zu Özils Zeiten nicht von Türkenpresse oder vielleicht Türkenpresserei sprechen?

Womit wir gleich den alltäglichen deutschen Rassismus aufleben lassen. Auch „Sexistisches“ wollte mir einfallen (und besonders gefallen).

Voilà, denn ans Werk und arbeiten wir uns vom Allgemeinen zum Speziellen vor.

Presse, Fernsehen und Rundfunk allgemein:

Quatschquetsche, Sperrtute, Sprechdreckspritze, Großfresse, Meinungsmache (E.W.G.). Das Flunker-TV liefert uns demnach der Flunkerkasten oder Bequasselungsautomat, den man auch als GEZahlapparat sehen kann, der uns dann den Tumbfunk liefert.

Zeitungen bzw. Presse:

E.W.G dazu: Schwindelpapier, Nachrichten-Kuhhaut, staatlich geförderte Schwindelverbreiter, Morgen-, mittags- Abendgeheul, Wörterdrecksumpf,  Unmenschgaukel, schwarzweißkünstlerischer Blätterteig, Falschdenktute, Quatschtunke. Für das Feuilleton findet er Bezeichnungen wie Schmusgebackenes, Modeschwafel, Schönquasseleipapier, Quatsch mit Zauberzimt. Dazu Wortqualm, Wortdreckhaufen, Schlagwortschaum und Meinungs-Dungspüle. Mir kommt dazu der Dunstkohl, Käseblättchenschwatz, das Laberpapier und der Meinungs-Abtritt in den Sinn

Journalist und Reporter:

Allesbeschnüffler, Gedankenmanscher, Meinungsspalter, Wahrheitssperrer, Volksspalter, Sprachbandwürmler, Wortschummler, Schwindelmacher, tintenklecksender Volksschinder (E.W.G.).
In Vergessenheit ist der Schmock geraten, den Henryk M. Broder aus der Vergessenheit gehoben hat. Wenn der Journalist noch einen Bleistift verwenden sollte, ist er gewiss auch ein Spitzerbube. Und dann fällt mir dazu noch der Schmarrprophet und der Federsklaveein. Der Be-Richter, Sabberlotter, Besserwissi, Indoktrinator, Zeterfeder, Informationsräuberich, Dünk-Deuchter, Auskunftsbutje, Volkskuranzer, Larifari-Laffen, der Lügengeck und Gutdünkler, Lotterbube, Müßiggangster, Gedankenpriemer, Schmei-Rhetoriker,  die Humbugler, Hundsfotter, Regierungskratzfüßler, der Flausenfreund und Flachserfinder, die Meinungsschwofler, Bockshorn-Treiber und Fisimatenten-Schöpfer. Alle das sind Achtgroschenjungen2.

Moderator/Moderatorin:

Was fällt einem nicht alles zu diesen Mietgesichtern wie Kerner, Plasberg, Lanz, Will,  Ilgner, Maischberger usw. oder zu den Schranzen vom Morgenmagazin ein:
Possenreißer, Meinungsmacker, Studio-Schwengel, Sender-Luder, Studio-Stutzer, Stunk-Anheizer, Remmidemmiker, Talk-Duttengretel, Meinungs-Hupfdohle, Krampfhenne, Televisons-Trätsche, Tschüssikowski, Haderhetzer, GEZ-Kokotte, MoMalette, MeTussen und Ulkschwätzer!
Zum Nachrichtensprecher  kam mir der Stunden-Salbader in den Sinn.

(Auslands-) Korrespondent:

Da denke ich an: Schlachtenbummler, Landstreicher (Treber), Schnurrensucher, Konflikt-Vaganten, Maulaffen-Feilhaber, Stegreif-Schwafler,  Griesgramer.

Kommentator:

Ab-lapper, Meinungsbetanker, Klitscher und Düffeldaffel3, Philistrierer, Karfiol-Schwätzer, AfD-Piesacker und Populistenmeuchler (oder -heuchler?).

Und über allem thront der

Indendant:

als Geschäftsführender Spaßgesellschafter. Der Qotenstreber, Gebühren-Dützer, Inkommodant, Penunzant, Audience-flow-Kraxler, Influenzler, ÖRR-Nabob. 

In den Zeiten, da die Wahrheit in den Medien zur Bückware geworden ist, darf man das wohl aussprechen. Was die Medien uns bieten, muss man nicht gleich als Lüge bezeichnen. Falschdenk, Falschsprech, Wortschummel, Wahrheits-Cheat geht auch; und Umfrageergebnisse sind auch nichts anderes als Hokuspokumetrie, Nummmerngaukelei bzw. Wahl-Vorlötung.

Das kann fortgesetzt werden und für Ergänzungen bin ich dankbar.
Die Begriffe sind natürlich zur Verwendung freigegeben und für meine Kreationen bestehe ich nicht auf ein „Copyright“. Ich bin mir auch sicher, das keiner meiner Leser auf die Idee kommt, das eine oder andere Wort irgendwo an die Wand zu schmieren.

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Quellen:

Ewald Gerhard Seliger : Handbuch des Schwindels, Insel Taschenbuch, Frankfurt 1986

Käuflicher Verräter oder Denunziant. Ein altherkömmlicher, in Vergessenheit geratener Begriff. Erklärung: Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zahlte die Polizei einem Informanten acht Groschen für die Anzeige einer Übeltat. 

Herbert Wehner über einen Meinungsabweichler.

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Der Beitrag erschien zuerst auf dem empehlenswerten Blog ALTMOD

21 Kommentare

  1. Auch in der DDR wurden vom Volk (MASSE!) ganz andere Begriffe für das Bonzenpack geprägt, als dieser unbrauchbare Humbuk.

    Falschdenk, Falschsprech, Wortschummel, Wahrheits-Cheat, Hokuspokumetrie, Nummmerngaukelei, Wahl-Vorlötung.

    Wer spricht so????? Wer denkt sich so was aus? Zum totlachen, wenns nicht so traurig wäre. Nee, doch…zum totlachen

    Frau Murkel, Sie kleines Schummelchen.

    • Es ist schon bedenklich, dass man es schon gar nicht mehr auf Anhieb als Satire erkennt.

      Eine gefährliche Entwicklung!

  2. Da kann es einem ganz schwindelig werden bei so viel Schwindeleien, Schummel“wahre“ von Sprechblöfftierenden. Ja Humor ist ein gutes Mittel des Widerstandes, Till Eulenspiegel lässt e grüßen. Ja heute sitzen die Satiriker im Zuschauerraum und auf der Bühne tummeln sich die
    Systemsatiriker, also die wahren Narren.

  3. Zur Journaille vielleicht noch hinzuzufügen: Der Beckmesser. Stammt zwar aus dem 19. Jahrhundert, wo es einen finsteren Schreiberling dieses Namens gab, aber ich denke, der gehört noch dazu!

  4. Mich beschleicht der Verdacht, dass man mit aller Macht starke, einprägsame Worte wie „Lügenpresse“ aus unserem Wortschatz entfernen will, um sie durch schwache, relativierende Begrifflichkeiten zu ersetzen.

    Als ob die Deutschen nicht schon genug verweichlicht und moralisch erhaben sind. Unsere Gegner lachen sich schlapp!

    Mit Spracherziehung gegen Migrantengewalt? Viel Glück dabei!

    • Seien Sie sicher, Warum?, dass ich bei Lügenpresse bleibe. Flunkern erinnert mich an „ein bisschen schwanger“. Und nie werde ich vergessen, dass ich Pack und Schlimmeres genannt werde. Ich leide in diesem Lande, in dem inzwischen eingewanderte Kulturfremde von meinen Steuergeldern gut und gerne leben. Für Verniedlichungen habe ich kein Verständnis mehr.

      • Mit Verlaub, aber auch bei Pinocchio- und Lücken-Presse und insbesondere bei Nanny-Medien dreht sich mir regelmäßig der Magen um? Wer spricht so? Das Volk?

        Nein, ich bin kein Bauarbeiter 😉

  5. Erinnert mich doch sehr an den DDR-Wortschatz im Radio vor der Grenzöffnung. Diese DDR Variante mit entsprechender Verwirrung benutzen Murkel & Co. sowie grün/links und rot
    und entsprechende Medien heute auch, gezielt! Mit Demokratie hatte das früher und heute nichts gemeinsames, nur das Fußvolk glaubt das auch noch, siehe Nachrichten von .ARD, ZDF und DLF.

  6. Unsere Qualitätsmedien interpretieren das Wort „Pressefreiheit“ sicher so, dass man die Freiheit auch durchaus mal pressen kann.

  7. Es fehlt der sechste Stern, den ich zur Bewertung anklicken könnte! Ich versuche es mit einer Metapher: Ich bin ein leidenschaftlicher Hobbykoch, der gerne neue Rezepte ausprobiert und finde per Zufall in einem Schrank ein handgeschriebenes Kochbuch mit erlesenen Rezepten, die ich zur Begeisterung meiner Freunde nachkoche. Summa cum laude.

  8. Staatsrundfunk ist eben Propagandarundfunk. Das wundert sie doch nicht wirklich, oder?
    Der Deutsche ruft immer nach dem starken Staat, der sich überall einmischt und wenn er ihn dann hat, heult er rum. Der Deutsche will natürlich einen starken Staat, aber er soll vom guten Herbergsvater geführt werden. Politik ist schmutzig, der Staat ist immer übergriffig und der Deutsche wird immer naiv sein.

  9. Es ist ein eitel Unterfangen von Narren und Possenreißern vernünftiges hören zu wollen. Früher erkannte man sie an ihren Narren Kappen. Vielleicht sollte man das Tragen der Kappe als Pflicht wieder einführen. Über 8 Milliarden €? Es sind also genug Taler vorhanden um das zu bezahlen. Der Vorteil, jeder würde sofort sehen, das spricht ein Gaukler. Niemand würde den Unsinn mehr ernst nehmen.

  10. Woohoo! Danke für den Artikel! Jetzt ha’ck wieder jede Menge Hashtags, die ich den hirnamputierten Heloten, devoten Islam-Bücklingen und raffgierigen und ehrlosen Systemlingen umme Ohren hauen kann.

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