Die Zwischenzeit ist angebrochen. Der Wind hat angefangen, sich zu drehen, zaghaft noch, aber die Zeichen mehren sich, dass der Zeitgeist seine Richtung verliert und eine neue möglich ist. Es fühlt sich ein wenig nach Ausnahmezustand an, es schmeckt nach Ungewissheit, aber plötzlich auch nach Zuversicht. Ein Gastbeitrag von Sus Scrofina

Ich begann, Hoffnung zu schöpfen bei den Worten des neuen US-Botschafters Mr. Grenell, der die Konservativen Kräfte in Europa lobte und damit vermutlich auch uns meinte. Dazu passten die Blicke seines Präsidenten auf die deutsche Kanzlerin.

Ich dankte den Italienern für Ihre neue Regierung. Ich war regelrecht euphorisch am Samstag beim Frauenmarsch auf Berlins Straßen mit einer schützenden Polizei – ganz anders als beim letzten Mal – und einer kläglich reduzierten Anzahl von Antifaschreihälschen.

Ich dachte erstmals: „Und plötzlich ist der Spuk vorbei.“ Auch wenn jede neue Verbrechensmeldung unerträglich ist, so habe ich das Gefühl, endlich informiert statt großräumig belogen zu werden.

Es liest sich fast so, als ob die BILD-Zeitung Merkel gerade fallen lässt wie eine heiße Kartoffel. Es fühlt sich ein bisschen wie 1989 an.

Ich weiß, ich werde noch oft denken müssen: „Und immer noch ist der Spuk nicht vorbei.“ Aber ich bin mir sicher: der Anfang vom Ende hat begonnen.

Menschen bleiben auf der Straße stehen und fangen an, sich gegenseitig zu fragen: „Wie lange gibst du der Merkel noch? Worum wollen wir wetten?“ Oder: „Glaubst du, dass wir es ohne Bürgerkrieg schaffen werden?“

Zwar liegt das Land an der Oberfläche noch in weiten Teilen ruhig, doch ist das nicht schon eher die Ruhe vor dem Sturm? Wie viel Blut wird noch fließen, nachdem es mit unseren Mädchen angefangen hat? Die Schwächsten werden am meisten verachtet, angegriffen, geschändet und vor unseren Augen abgeschlachtet. Wird es uns alle, die wir heute noch hier sitzen und reden und schreiben, erfassen?

Jedoch werden täglich die weniger, die sich an ihrer Ideologie festkrallen, auch wenn ihre Rhetorik dabei immer schriller und verbissener und ihre Forderungen immer absurder werden. Eindrucksvoll zu sehen auf dem letzten Parteitag der LINKEN mit dem Verlangen nach offenen Grenzen für alle, in einer Zeit, wo das Scheitern dieser Politik immer offensichtlicher wird. Ich kann sie schon lange nicht mehr ernst nehmen, aber jetzt spüre ich: ihre Zeit ist abgelaufen. Auch wenn ich nicht sagen kann, wann genau dieser Tag sein wird und ich mir durchaus bewusst bin, dass in Kürze eine Repressionswelle einsetzen kann, denn verwundete Köter sind die gefährlichsten, so schafft es doch keiner mehr, mir die Hoffnung zu nehmen.

Frauenmarsch zum Kanzleramt. Berlin, 9.6.2018. Keine Blockade. Wenige Gegendemonstranten.

Freundliche, entspannte Stimmung bei uns, die uns in Trauer und Schmerz aber auch in Hoffnung und Zuversicht vereint. Traditionsbewusste Frauen mit Deutschlandfahnen neben selbstbewussten Punkerinnen, herzliche Mütter von nebenan mit Transparenten, Kreuzen und Kerzen neben eleganten Damen, manche in schwarz-rot-gold gekleidet. Was für eine Vielfalt, diese bunte Berliner Mischung und dazu noch so schön anzusehen.

Und dann noch unsere Männer, die zu uns freien Frauen halten. Denen wir nicht genug danken können. Für mich gelebte Deutsche Einheit. Ein Volk, das zusammensteht. Endlich. Im Widerstand liegt die Einheit. Ich fühle die Verbundenheit. Und die Angst weicht dem Lachen über die, die uns Nazis nennen. Ich winke ihnen freundlich zu und denke: „Ihr Armen. Warum hasst Ihr nur so?“

Beim ersten Frauenmarsch haben sich viele Frauen erdrückt gefühlt von ihnen, wobei unsere Angst und Ohnmacht ihr unverhohlenes Ziel waren. Meine Worte von damals, was noch kein halbes Jahr her ist, lesen sich so:

Dass die Wahrheit zwar ein begehrtes, aber trotzdem ein scheues Wesen ist, um das zwar gerne gebuhlt, das aber ebenso gerne und oft verraten und bis zur Unkenntlichkeit entstellt wird, durfte ich am 17. Februar 2018 am eigenen Leib erfahren. Meiner Beobachtung nach hätte es kein Problem sein dürfe, den Frauenmarsch zügig über den Checkpoint Charlie hinwegzuleiten, wenn es den politischen Willen dazu gegeben hätte, das Recht auf freie Meinungsäußerung den friedlich gegen Gewalt demonstrierenden Frauen zu gewähren. Stattdessen sollte jegliche Kritik an der eigenen ideologischen Agenda in einem Käfig versteckt, verspottet, verlacht und gedemütigt in Berlin-Kreuzberg zu Grabe getragen werden.

Ich habe erlebt, dass die Wahrheit sich nicht dort aufhält, wo man meint, in ihrem Namen zu kreischen und zu brüllen. Im Gegenteil: Ich fand sie zusammengekauert genau auf der anderen Seite. Oder korrekter formuliert: Ich fand sie innerhalb des Käfigs, der um sie herum errichtet worden war und an dessen Absperrgittern sie von außen von genau denjenigen, die in ihrem Namen kreischten und brüllten, bespuckt, beleidigt, geschubst, getreten und versucht worden ist, sie mit Steinen zu bewerfen.

Von denjenigen, die sich hinterher im Parlament und auf der Straße dafür feierten, dass sie gewonnen hätten, indem sie wehrlosen Frauen, die gegen Gewalt an Frauen und Kindern demonstrierten, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unterbunden hatten. Indem sie diese Frauen als Rassistinnen, Sexistinnen und Nazissen verleumdeten. Die Namen der Ideologien, im Namen derer Andersdenkende mundtot gemacht werden, sind austauschbar, wobei in der heutigen Zeit ihr kennzeichnendes Merkmal meist das vorgesetzte „Anti-“ ist. Das Verhalten ist das Gleiche und ich nenne es Faschismus, auch wenn sie sich selbst als Antifaschisten bezeichnen.

Den zweiten Frauenmarsch vom 9. Juni 2018 kann man in knappen Worten nun so zusammenfassen: bei großer Hitze waren es im Vergleich zum Februar etwas weniger Teilnehmer, was sicher mit der Angst vieler Frauen vor neuerlichen Attacken durch das antifaschistische Schlägerpersonal oder vor dem Entdecktwerden und damit der realen Befürchtung vor späterer Rache, vor Jobverlust und vor sozialer Ächtung zu tun hatte.

Aber es waren DEUTLICH weniger Gegendemonstranten, die von Absperrung zu Absperrung japsten und sich die Seele aus dem Leib brüllten. Das Verhältnis war diesmal umgekehrt: wir waren mehr und sie haben uns nicht aufgehalten. Etwas, was ich nicht für möglich gehalten hätte, aber was eine enorm wichtige Botschaft in Berlin-Kreuzberg ist: niemand kann irgendeinen Bezirk für sich reklamieren.

So wie uns niemand unsere Betroffenheit und unser Trauern verbieten kann. Auch wenn sie uns Instrumentalisierung vorwerfen und uns damit in Wirklichkeit nur zum Schweigen bringen wollen, indem sie bestimmen, für welche Toten wann und wie getrauert werden darf, damit ihre Fassade, also ihre Ideologie nicht einstürzt. Wir erkennen jedoch genau ihre Kälte, die dahinter steckt. Die gleiche Empathielosigkeit, die es in der NS-Zeit möglich machte, schwerste kollektive Verbrechen zu begehen.

Wir werden nicht mehr aufhören, unsere Betroffenheit, unser Mitgefühl, unsere Trauer und unsere Wut mit lauter Stimme dagegen zu setzen. Und wir fühlen uns bestärkt von unseren tollen Rednerinnen, vor allem denen mit nichtdeutschen Wurzeln wie der israelischen Schriftstellerin Orit Arfa (Foto: siehe oben links), der syrisch-orthodoxen Schwester Hatune Dogan und nicht zuletzt der unermüdlichen Kämpferin Leyla Bilge. Ich freue mich auf ihren nächsten Aufruf zum Frauenmarsch.

***

Sie wollen Philosophia Perennis unterstützen? Mit zwei Klicks geht das hier:

PAYPAL

… oder auf Klassische Weise per Überweisung:

IBAN: DE04 3002 0900 0803 6812 81
BIC: CMCIDEDD – Kontoname: David Berger – Betreff: Spende PP

31 Kommentare

  1. Hoffentlich rutscht dieser Staat nie so weit ab, dass „Damen in Weiß“ vor dem Justizministerium protestieren müssten.

  2. Ja ein europäischer Frühling wäre schön….ich fürchte aber der Winter ist noch nicht ganz vorbei und es könnte nochmal richtig eisig werden. Die letzten 25 Jahre war ja auch nicht wirklich viel los und nun steht das Schicksal der ganz Europas auf dem Spiel. Für Politikinteressierte eine aufregende und spannende Zeit.

  3. Sieht doch momentan ganz gut aus. Demos sind mittlerweile flächendeckend in ganz Deutschland und die Antifa hat sich einen rauhen Hals geschrien. Es ist kaum zu erwarten das Politik und Medien diese Bewegung nochmals drehen könnten. Der frische Wind der Wende weht durch die Straßen, die Deutschen wachen auf.

  4. Ich sehe immer wieder Deutsche wie Sie mit Ihrer wundervollen Naivität, dies ist die heutige Normalität und bei Ihnen steht ein Grund in diesem Buch: „Multikulturalismus und die Politik der Schuld: Unterwegs zum manipulativen Staat? Gebundene Ausgabe – 1. Oktober 2004
    von Paul E Gottfried (Autor)“. Der andere Grund würde Sie wahrscheinlich wie alle anderen Bürger überfordern.

  5. Liebe Frau Sus Scrofina, ich danke für einen weiteren wunderbaren Text von Ihnen, der mich fast zu Tränen gerührt hat.

  6. „Meine Mutter ist die Sprache,
    und mein Vater ist das Land.
    Für die Zukunft meiner Kinder
    leiste ich hier Widerstand!“
    Dieser Spruch wurde auf einem Plakat geschrieben, das eine Teilnehmerin bei einer Frauendemo in Berlin trug. Ich finde, diese wenigen Worte treffen den Kern der Motivation für den organisierten Widerstad gegen Merkels Politik des Bevölkerungsaustausches.

    • Ich habe schon einige junge Leute mit dem Spruch „Coole Kids haben kein Heimatland“ gesehen und mir „und keine Muttersprache“ dazu gedacht.

  7. Als wir losmarschierten, kamen wir an einer Baustelle vorbei, wo viele handliche Pflastersteine griffbereit lagen. Offenbar vertraut die Polizei uns.
    Als vor dem Brandenburger Tor kurz Pause war, sagte der Polizist über Lautsprecher über die Demonstranten „Jetzt sind sie halt hier“.
    Und als Orit Arfa sprach, hat es eine Polizistin nicht geschafft, ihr Pokerface zu behalten.

  8. Liebe Sus!
    Ich teile deinen Optimismus nicht. Und ich hoffe, dass ich falsch liege.

    Ich war am Samstag in Berlin dabei. Ich dachte mir vorher, dass nach dem, was über den Einzelfall Susanna in der Tagesschau behauptet wurde, viele tausend kommen würden. Aber es kamen nur ein paar hundert.
    Was werden die noch bei Aktuelle Kamera bringen, ohne dass es größeren Aufruhr gibt?

    • Lieber Lausitzer, ich drücke es mal so aus: es ist das erste Mal, dass ich AUCH optimistisch bin. Ich bin mir darüber im Klaren, dass der Weg noch lang und steinig ist und dass es auch schief gehen kann. Aber ich denke, wir müssen unbedingt weiter machen und ja, wir müssen Hoffnung haben. Die gibt uns Kraft.

      • Damals, als ich in Cottbus auf dem Altmarkt stand, und „Cottbus meine Heldenstadt“ vorgelesen wurde – dass das von dir war habe erst später erfahren – dachte ich mir „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Leider lag ich damit richtig.

        Ich werde trotzdem am 17. Juni wieder in Cottbus sein – als einer von ein paar hundert.

      • Ich plane auch, am Sonntag nach CB zu kommen. Ich sagte ja schon, wenn es eine Stadt gibt, an die ich glaube, dann ist das Cottbus. 🙂 Auch wenn wir nur ein paar hundert sind, CB hat aber immerhin das Potenzial zu mehr. Wir müssen einen langen Atem haben, selbst wenn wir nicht wissen, ob die Luft reicht. Ich denke, das ist unsere einzige Chance, ansonsten haben wir definitiv schon verloren.

    • Aktuelle Kamera bringt das, was das Volk hören soll. Die hätten auch „Täter unbekannt“ behaupten können. Stattdessen haben sie so ziemlich alle Behauptungen der „Merkel muss weg“-Seite bestätigt.
      Und es hat keinen größeren Aufruhr gegeben. Das ist erschreckend und enttäuschend.

      Was kommt als Nächstes? Requirierung von Wohnraum zur Unterbringung von Fluchtsimulanten?

    • Lieber Lausitzer, ich glaube, es werden nicht allein die APO 18 Demonstranten, die Erklärung 18 usw für Merkels Abgang sorgen, sondern auch Trump, Italien, Kurz in Österreich und viele weitere Faktoren. Die Frau ist weder innen-, noch aussenpolitisch länger tragbar. Auch die Wirtschaftsbosse sollen murren, las ich letztens irgendwo. Könnte also echt gut sein, dass Merkel bald fort ist.

  9. Zu viele Morde an blutjungen Mädchen sind in letzter Zeit bekannt geworden als dass das Märchen vom Einzelfall noch geglaubt werden könnte.

    Österreich zeigt, wie man mit dem Islam umgehen muss und als demokratischer Rechtsstaat auch kann.

  10. Es mehren sich die Anzeichen, dass der grauenhafte Merkel-Spuk endlich bald ein Ende finden könnte. Hoffentlich folgt diesem die Anklage aller Beteiligten und Verstrickten in der Affäre Merkel. Und hoffentlich folgt der Merkelei eine vernünftige Regierungszeit, in der die Probleme angegangen und gelöst werden…

    • Wenn Bürger gegen Invasoren kämpfen, ist es kein Bürgerkrieg.
      Das Problem sind die Antifanten und ihre Unterstützer. Die Antifanten sind jung und haben den Staat hinter sich. Und die Unterstützer der Antifanten sind viele, was durch jede geheime Wahl bestätigt wird.

  11. Ich möchte hier noch an das Institut für Menschenrechte erinnern, welches schwere Verstösse gegen die Menschenrechte in Deutschland anprangert: tausende minderjährige Mädchen werden von Menschenhändlern nach D gebracht, um teilweise in der Prostitution oder anderen regelrechten Sklavenjobs ausgebeutet zu werden. Diese Mädchen sind oft unwiederbringlich schwer traumatisiert

    • Ja, je mehr man über die Merkelei erfährt, desto mehr könnte man kotzen. Und das alles unter dem Label „Humanitäre Hilfe“. Grauenhaft.

  12. Die sich selbst begattenden Antifanten werden nach der Merkelzeit zwar immer noch da sein,aber ihr stinkendes, kleines Vandalenleben wird sich wieder auf ein kaputtes Brauchtum und rumhängen in Abbruchbuden reduzieren. Alles wird gut.

  13. „Wir werden nicht mehr aufhören, unsere Betroffenheit, unser Mitgefühl, unsere Trauer und unsere Wut mit lauter Stimme dagegen zu setzen.“ Und uns dem Unrecht widersetzen, das man uns, unseren Kindern und unserem Land antun will…möchte ich ergnzen. Danke für die mutmachenden Worte!

  14. Nach der Genesis wurden die ersten Menschen mit einer List aus dem Paradies vertrieben. Als Beauftragte für Abschiebungen wurde eine Schlange ernannt, die mit etwas Obsthilfe das Problem erfolgreich löste. Wir werden sehen: kein Mensch verlässt freiwillig das Paradies. Erst recht nicht „Schutzsuchende“.

  15. Liebe Autorin, Sie haben Recht. Ich spüre die letzten Tage ebenfalls eine anstehende Veränderung des Zeitgeistes.

    A storm is gathering.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here