Ein Gastbeitrag von Andrea Berwing

Was für ein Tag! Eigentlich wollte ich heute an den See fahren, den Namen dieses wunderschönen Ortes verrate ich niemandem, ich möchte dort noch in hundert Jahren im Sommer in der Sonne liegen und baden, schwimmen und alles im Bikini. Doch die Autobahn ist am Wochenende gesperrt.

 Also treffe ich mich mit Patrizia von Berlin, wir wollen uns einen Eindruck machen, über die AFD Demo, die Gegendemos, über Berlin und seine Menschen. Wir trinken einen Kaffee, wir haben es nicht eilig, schön easy, in der Ruhe liegt die Kraft und Zitrone auf Eiswasser ist auch was Leckeres.

Prompt kommen wir zu spät, vor uns schließen die Absperrungen, die Polizei lässt niemanden durch, es ist zwölf Uhr. Fünf nach Zwölf, um genau zu sein. Wir laufen Richtung Schiffbauerdamm, wieder eine Absperrung. Doch die freundlichen Polizisten sagen uns, wir müssten uns legitimieren als schreibende Journalisten, um da durchzukommen.

Wir sagen, wer wir sind und auf welchem Blog wir schreiben, das Gatter geht auf, wir werden hindurchgelassen und bekommen sogar noch eine Begleitung, die uns zur Gegendemo begleitet oder zur AFD Demo, wo immer wir wünschen,  hinbegleitet zu werden.

Ehrlich gesagt, wissen wir es nicht richtig, von der Gegendemo zur AFD Demo zu kommen, wird nicht einfach sein und umgekehrt genauso. So gespalten wie das Land, so hin- und hergerissen sind wir in unseren Entscheidungen, jetzt, wo wir die ungeahnte Freiheit haben. Irgendwann begleitet uns kein Polizist mehr, wir sind inmitten der Demos vogelfrei und laufen zwischen den Demos geschützt und sicher hin- und her.

Vor zwei Tagen lese ich bei der Bild:

Sie könnten noch leben! Bild verlangt Antworten von der Politik, warum wurden die Killer nicht abgeschoben?

Unter den Opfern Maria, 84, mit ihrem Rollator erschlagen. Eine Nachbarin. Ist Bild jetzt auch Nazi? Denke ich, weil, muss ja so sein, als ich die Gegendemoteilnehmer sehe, die gegen Rassisten und gegen Nazis und wir lesen: Nazis kielholen! Patrizia sagt, das ist ein Mordaufruf! Oder? Was sagen Sie? Ist nun eigentlich der ein Nazi, der so diffamiert wird oder machen die Methoden die Nazis? Nazis kielholen, Überleben ausgeschlossen!

Die Polizei ankert am anderen Ufer, sie müssen das auch lesen oder gelesen haben.

Wir sind inmitten anderer Journalisten und ich spreche Pertt Rönskkö, freier Journalist aus Finnland an. Warum ist er hier? Für wen schreibt er? Patrizia und ich, wir stellen uns vor, natürlich. Er lächelt, Philosophia perennis, das liest sein Freund jeden Morgen, erzählt er.

Er ist hier, weil er sich fragt, was passiert in Deutschland, sind 6 Millionen AFD-Wähler Nazis? Das fragt er sich und was ist mit der freien Meinungsäußerung? Wo ist sie geblieben? Und das ist überall in Europa so, dass Menschen, die kritisch mit der Politik sind, als Nazis beschimpft werden und er fragt sich, was ist los? Ja, was ist los? Wir machen Bilder zusammen und freuen uns, und wir wissen, wir wollen in ganz Europa Meinungsfreiheit, wir sind freie Völker, wir haben es uns verdient, hallo, was denn sonst?

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Patrizia und ich, wir bleiben schön in der Mitte, mir fällt schon auf, dass manche Journalisten ganz wild werden, als die AFD-Demo kommt, doch da ist nichts weiter, außer ein Fahnenmeer deutscher Fahnen. Und viele, viele Menschen. Wahnsinn. Sie sehen so aus wie die Gegendemonstranten, die wir dann am Brandenburger Tor sehen, genau dieselben könnten sie sein und sind jetzt todfeind?

„Ganz Berlin hasst die Antifa, ganz Berlin hasst die AFD“. Oder sind es die Medien, die spalten, die immer Konservativ, Rechts und Nazi in einen Topf hauen? Früher hätte ich auch gedacht, auweia, doch was auweia, ist doch die Fahne meines Landes, hier möchte ich alt werden und meine Knochen sollen hier brüchig werden und wer alt wird und keine Heimat hat, ist arm dran. Niemand hat es gut, der alt und heimatlos ist.

Eine Frau ist mit einer Deutschlandfahne umwickelt: „Heute noch frei, morgen Scharia!“

Genau das ist es. Das ist eine Sorge. Ja. Harald Martenstein schreibt,  seine Freunde gingen zu den Konservativen, vor lauter Sorge. Und so sehen sie auch aus, Zottelbärte, Kippas, Frauen aller Coleur, Männer und Frauen, die von überall herkommen. Ich sehe keine Hakenkreuze. Oder Glatzen mit Springerstiefeln. Deshalb bin ich hier, um zu gucken, stimmt es ?

Sind das Nazis? Oder ist das der Dämon, der anderen vorgegaukelt werden soll, damit sie einen Sündenbock haben, um abzulenken von den sich ausweitenden Skandalen im BAMF? Geht es um Töpfe, um Macht, um Stühle in Wirklichkeit?

Ich kenne mich nicht aus in Politik. Gruppen sind brüchig. Es ist kein Verlass auf sie. Weder hier noch dort, Ellbogenmentalität. Doch das hier ist eine Bürgerrechtsbewegung, so scheint mir, ich sehe in bunte und auch fröhliche Gesichter. Die Gegendemo ist laut, ja, gut, auch das ist Berlin. Doch kielholen? Das geht zu weit.

Patrizia sagt, seine Meinung sagen können ohne Angst zu haben vor Gewalt oder vor Tod, das genau unterscheidet uns von Diktaturen! Selbst kielholen ist erlaubt, Nazis kielholen. Wer das sagt, der ist es auch! ich erinnere mich an Kindersprüche. Wer es sagt, der jagt seinen eigenen Dämon.

Später trinken wir wieder einen Kaffee, also ich, Patrizia Zitrone auf Eiswasser. Neben uns sitzen zwei Damen, sie tragen Logos von der Gegendemo auf den Rücken. Mich interessiert, wofür sie sind, gegen Nazis, das wissen wir ja schon.

Nun, sagt die eine von Ihnen, ich frage ganz höflich, ob wir uns mal unterhalten können:

„Wir sind für Demokratie und die AFD ist keine Demokratie, sie wollen, dass alle Ausländer rausmüssen! Und sie wollen sie jagen, hätten sie gesagt!“

„Ja, sie wollen sie jagen!“ sag ich, „das hatte schon mal ein Politiker einer anderen Partei gesagt vor Jahren aber nicht in Bezug auf Ausländer“, sage ich, und „die AFD hat viele Menschen mit Migrationshintergrund in ihrer Partei und pauschal, dass sie alle Ausländer rausschmeißen wollen, da wäre auch ich dagegen, logisch, wo gibt’s denn so was, aber Wofür sind sie denn?“

„Na für unser Grundgesetz und Asyl!“

„Asyl für alle?“ frage ich, auch für die Wirtschaftsflüchtlinge?“

„Hm, naja!“

Kann sie ja sagen, denke ich, wenn sie dafür ist, aber so wollte sie es auch nicht.

„Und was sagen Sie dazu“ ergänze ich, „wenn 70 Prozent der Flüchtlinge, da gab es mal so eine Umfrage, für die Züchtigung der Frau sind, das macht mir nämlich große Sorge!“

„Da brauchen wir Zivilcourage!“ antwortet die Dame, „wir müssen unsere Grundwerte verteidigen!“

„Und wenn die Gefängnisse überfüllt sind und viele immer wieder rauskommen mit Straftaten? Schaffen wir das?“

„Naja, so einfach ist das nicht!“ sagt die Dame und ich sage „Da gibt es vielleicht Schnittmengen, über die man reden müsste und könnte!“ Vielleicht sind sie doch nicht todfeind, die Menschen hier, alles Einbildung, Fronten schaffen, Gräben schaufeln, damit Menschen nicht zueinanderfinden, nur von wem und warum?

Wie könnte alles wieder gut werden?

**

Von der Autorin ist nun die Neuausgabe ihres Buches „Die Wahrheit ist anders“ erschienen. es kann hier bestellt werden: Amazon

***

Mehr zu dem Buch finden Sie hier: „Auftrag aus dem Jenseits“

Im Sommer 2018 wird ihr zweiter Roman „Jetzt spinnen wir um die Wette, Henriette!“ im Nibe Verlag!

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Reinhard "Hardy" Rupsch
Gast
Reinhard "Hardy" Rupsch
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Als ich gegen 11.15 Uhr die Sicherheitszone erreichte, mußte ich den Polizisten erklären, wohin ich wollte.
„Zum Washington-Platz.“
„Aha – und was wollen sie dort?“
„Demonstrieren, für die AfD. Ich bin da Mitglied.“
„Haben Sie einen Mitgliedsausweis?“
„Nein, nicht dabei. Aber ich habe eine Deutschlandfahne mit“
„Können wir die mal sehen?“
Ich zog meine Fahne hervor – und durfte passieren.

H. Schulz
Gast
H. Schulz
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Ein sehr sympatischer Artikel. Er zeigt gut die Spaltung auf. Ja dieser unerträgliche und lähmende Hass. Wenn doch nur ein Dialog stattfinden könnte, wenn doch nur der Anfang zur Lösung gemacht werden könnte. Nein, ich rede hier nicht von Hard-Core-Antifanten, sondern von MSM-propagandagewasch. Menschen wie Du und ich. Alles ist schwer im Argen & die Uhr tickt immer schneller.

Ansgar
Gast
Ansgar

„Wie könnte alles wieder gut werden?“ Indem wir wieder miteinander reden, was sonst. Indem wir damit aufhören andere als „Nazis“ oder „Rotfaschisten“ zu bezeichnen.

Beate Führer
Gast
Beate Führer
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Offensichtlich sind die Vor-Urteile
& damit gibt es mehr falsches Wissen (Info-Lücken) & somit Manipulation & Indoktrinierung.
Täuschung/Ablenkung:
– klar soll es das Volk unmündig erscheinen lassen – es verunsichern, schwächen & spalten!
Machterhalt versus Vertrauensbildung & Verhandlungsgeschick & Lösungen.
Ein einiges Volk würde sich nie selbst zerstören.

maru
Gast
maru
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Das sind ALTERTORHEITEN der „Omas gegen Rechts“.

Wissender
Gast

Hey Omis…ab ins Asylheim laSSt Euch mal so richtig DEMOKRATISCH behandeln.

Wissender
Gast

„Wir sind für Demokratie und die AFD ist keine Demokratie, sie wollen, dass alle Ausländer rausmüssen! Und sie wollen sie jagen, hätten sie gesagt!“

Fragen Sie mal die OMAs was die Definition von „Demokratie“ ist !

Cloé
Gast
Cloé

Dieses Mal hat die Polizei wirklich saubere Arbeit geleistet, – alle Achtung !
Allerdings müssen die im eigenen Saft geschmort haben in ihren Monturen und bei den Temperaturen.
Unsere Gruppe ist dieses Mal ohne jegliche Bedrohung oder Anmache gesund nach Hause gekommen.
Ein schönes Gefühl.

Cloé
Gast
Cloé

Bei Vielen in der Gegendemo hatte ich eher das Gefühl das die ein Happening abhielten, – so aus Langeweile. Da wurde gegessen, getrunken, lustig gekifft, gesungen, sich umarmt … naja, was man so macht wenn man jung ist u. nicht alleine sein möchte am Sonntag bei bestem Wetter.
Als „Demo“ würde ich das nun nicht bezeichnen.

Thomas Müller
Gast
Thomas Müller

Etwas OT am Rande: Ich würde es in 2 „Gegendemos“ kategorieren: Die „Echte“ und die „Afterhour für Verstrahlte“. Letztere (ca. 20.000 Menschen) lässt sich genauso als „politisch“ bezeichnen, wie damals die Loveparade. Wird aber trotzdem mit zugerechnet. :‘-D

Carl Eugen
Gast
Carl Eugen

„Weit und breit keine Nazis“ – das sieht man doch. Nazis mit schwarz-rot-goldenen Flaggen wären ein laufender Widerspruch. Das weiß aber offenbar die Meute der Gutmenschen nicht mehr. Warum auch? Die Nazis aber hatten diese Flagge selbstredend verboten, ganz genau so, wie diese Gutmenschen sie heute wieder gern verböten.

DasKleineKrümelmonster
Gast
DasKleineKrümelmonster

Umwälzungen und Änderungen wurden und werden IMMER nur von Minderheiten gemacht – egal, ob Frz. Revol., unsere 1848, russ. Oktoberrev., unsere 1918 oder später 1989. Es macht keinen Sinn, sich auf Mitläufer zu konzentrieren – die laufen hinter dem jeweiligen Gewinner her. Wie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die beiden Frauen in dem Bericht.

DasKleineKrümelmonster
Gast
DasKleineKrümelmonster

>Ich kenne mich nicht aus in Politik<

Das merkt man am Schluß, und diese Ehrlichkeit in der hervorragend geschriebenen Reportage ehrt die Autorin.

Aber dieser Wunsch nach harmonischem Kuscheln (Ende d. Artikels) läuft natürlich nicht. Nicht jetzt. Der Disput (und damit auch der Riß) muß vielmehr vorangetrieben werden, will eine APO Erfolg haben. Die Mehrheit sind ohnehin Mitläufer.

N.N.
Gast
N.N.
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Am Samstag habe ich auf einem der Nicht-GEZ-Sender einen schönen Kurzbeitrag gesehen, der mich an den Verstand der Blockparteien-Politiker und den Verantwortlichen der A…kriechermedien arg zweifeln lässt. Es ging um Afghanistan in den 60ern und 70ern, sowie der damaligen FREIHEIT der Frauen, bis diese unsäglichen „Tugendwächter“ des Korans, sprich Taliban sich des Landes bemächtigten!!

Dirk Ahlbrecht
Gast
Dirk Ahlbrecht
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Worüber soll man mit älteren Damen reden, die allen Ernstes auf eine Demo gehen und dabei ein Pappschild „Omas gegen Rechts“ hochhalten? Und die auf Ihren (berechtigen) Hinweis mit den 70% der Invasoren, die für die Züchtigung der Frau sind, mit „Da brauchen wir Zivilcourage!“ antworten. Wie sagte es Dieter Bohlen: „Das Problem ist: Mach einem Bekloppten klar, dass er ein Bekloppter ist!“

frankenberger10
Gast
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Ausgerechnet jetzt, wo aktuell ein Bestechungsskandal zwischen Politik und Rüstungsindustrie hoch kocht, geht man mit Schaum vor dem Mund gegen die AfD vor. Denn das wissen bestimmte Strategen ganz genau: Gewisse Akten dürfen NIEMALS an die Öffentlichkeit gelangen. Sonst müsste man mit Gefängnis rechnen?